Andreas Kenner
Ich glaube, Herr Kollege Schütte, Cannabiskonsum mit Ladendiebstahl zu vergleichen – – Das beantwortet die Frage fast schon von selbst, würde ich sagen. (Beifall bei der SPD und Abgeordneten der Grünen – Zuruf des Abg. Albrecht Schütte CDU) Wenn Sie aufgepasst haben, ist Ihnen sicher aufgefallen, dass ich nicht gesagt habe, dass mir das gefällt. Aber ich habe gesagt: Wir arbeiten mit der Realität. (Zuruf des Abg. Thomas Dörflinger CDU) Menschen – das weiß man aus Ländern, wo das legal ist – suchen dort, wo Cannabis legal ist, häufiger Beratungsstellen auf. (Abg. Andreas Deuschle CDU: Die Niederlande sind ein super Beispiel!) Das ist ja bei Alkohol genauso. Keiner von uns wird freiwillig irgendwo hingehen, wo er als Erstes als Straftäter behandelt wird. Nein, er ist ein Konsument, der merkt: Ich komme mit der Dosis dieses Stoffes nicht mehr klar. Übrigens, es gibt in Deutschland – Herr Schütte, das dürfen Sie mitschreiben – neun Millionen Menschen, die einen problematischen Umgang mit Alkohol haben, und jedes Jahr sterben 65 000 Menschen direkt an den Folgen des Alkohols – nur deswegen. (Zuruf des Abg. Raimund Haser CDU) Deshalb muss man das einmal versachlichen. Das nenne ich ideologiefrei. Bei Ihnen hingegen ist das nicht ideologiefrei. Sie sagen: Verbote, Verbote. Und dann sage ich: Was machen Sie gegen die anderen Drogen? Ich bin immer erstaunt, wer in einem Bierzelt alles bedient wird, in welchem Alter. (Abg. Raimund Haser CDU: Es geht nicht um ein Al- koholgesetz, sondern um ein Cannabisgesetz!) – Es geht darum, dass Sie in Ihrer Regierungszeit – – Übrigens, Monika Stolz, die ich sehr geschätzt habe, hat das auch immer gesagt: Lassen Sie uns zuerst den Alkohol bekämpfen, das ist die Volksdroge Nummer 1. Aber jetzt komme ich noch einmal zurück – –
