Klaus Hoher
Herr Präsident, meine Damen und Herren, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Es ist für mich heute ein guter Tag, weil wir dieses wichtige Thema hier im Plenum behandeln. Der Kormoran ist mittlerweile eine riesengroße Plage geworden, gerade bei uns am Bodensee. (Beifall des Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP – Abg. Anton Baron AfD: Das ist wahr!) Die Landesregierung hat jetzt lange die Vogel-Strauß-Methode gefahren, hat den Kopf in den Sand gesteckt und abgewartet, ob irgendetwas passiert. Aber nach 1 776 Brutpaaren, die 2022 gezählt worden sind, und bei Überwinterung von bis zu 10 000 Kormoranen am Bodensee kann man einfach nicht mehr wegschauen. Die Belastung des Ökosystems ist natürlich unglaublich groß geworden. (Klaus Hoher) Jetzt muss ich euch nicht erklären, liebe Kolleginnen und Kollegen, was für Schäden der Kormoran insgesamt an geschützten Bäumen anrichtet, wenn er diese mit seinen Nestern besetzt und die Bäume bekotet: Die Bäume sterben einfach ab – und das in Bereichen, in denen der Umweltschutz großgeschrieben wird, also in Schutzgebieten, wo man schon dann, wenn man einen Ast abbricht, Ärger bekommt. Der Kormoran darf die Bäume zerstören. Das ist nicht schön, (Abg. Andreas Deuschle CDU: Das gibt es doch nicht!) und das sollte man unbedingt beheben. (Beifall bei der FDP/DVP – Zuruf des Abg. Anton Baron AfD) Ich weiß, ich bekomme ab und zu ein paar Zwischenrufe. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Welche Zwischen- rufe?) Alles gut; ich kann das abhaben. Ich finde es insgesamt schade. Der Kormoran ist ein schützenswerter Vogel, aber wenn er zur Plage wird, sollte man Maßnahmen zur Reduzierung ergreifen. Wer schützt die armen Fische? (Abg. Andreas Deuschle CDU: Genau! Wer schützt die armen Fische?) Wir am Bodensee sehen natürlich ganz klar die Ängste der Fischer und der Angler, die mittlerweile nur noch einen Bruchteil aus dem See herausholen, verglichen mit dem, was der Vogel Kormoran herausholt. Das muss dringend behoben werden. Die Lebensqualität der Fischer und Angler ist natürlich auch wichtig. Der Kormoran hat nie eine Rote Liste dabei, der wird nie geschützte Fischarten schonen. Das macht jeder Fischer und jeder Angler. Lassen Sie uns daher gemeinsam Lösungen suchen. (Beifall bei Abgeordneten der FDP/DVP und der CDU) Ich finde es auch sehr schön, dass ich heute zum ersten Mal verkünden darf, dass wir einem Änderungsantrag der Regierungsfraktionen zustimmen. (Beifall des Abg. Raimund Haser CDU) Wir freuen uns sehr über diesen Änderungsantrag der Regierungsfraktionen. Vielen Dank, dass ihr den richtigen Weg geht und erkennt, dass man jetzt dringend etwas machen muss. Es geht mir natürlich nicht weit genug; das wisst ihr. Ich werde weiterhin an dem Thema dranbleiben. Man muss natürlich technologieoffen bleiben und darf nicht nur vergrämen. (Heiterkeit) – Ihr lacht, aber es ist ein ganz gewisser Grund. Das Einölen von Eiern kann man in Schweden und in Dänemark natürlich aus dem Nest heraus machen, weil die Vögel dort Bodenbrüter sind. Bei uns ist das ein bisschen schwieriger, wenn der Kormoran auf einem geschützten Baum in 8 m Höhe sitzt. Da sollte man technologieoffen sein und die heutigen Möglichkeiten nutzen, z. B. mit einer Drohne dort hochfliegen, um die Eier einzuölen. Denn nur zu vergrämen, ohne die Population iode – 86. Sitzung – Mittwoch, 31. Januar 2024 dabei auf ein normales Maß zu bringen, das hilft natürlich nicht, weil der Bestand schon sehr groß ist. Zudem wird der Kormoran bis zu 20 Jahre alt; insofern ist das kein Problem, das man einfach aussitzen und hoffen könnte, er stirbt in den nächsten fünf Jahren aus. Wenn ein Tier 20 Jahre alt werden kann, ist es natürlich schwieriger, die Population zu regulieren. Einfache Maßnahmen helfen da nicht; deswegen muss man da vielleicht schon ein bisschen mehr tun, als einfach nur zu vergrämen. Vergrämung ist gut, und ich finde es auch schön, dass man laut Antrag der Regierungsfraktionen nun auch in Schutzgebieten vergrämen dürfen soll. Das ist toll, und da können wir nur zustimmen. Ich hebe mir noch etwas Redezeit auf für die zweite Runde; vielleicht kommen ja doch noch irgendwelche unverhofften Dinge, auf die ich reagieren müsste. (Heiterkeit bei der CDU) Im Augenblick sieht das alles sehr friedlich und toll aus; es wirkt so, als seien wir uns einig. Aber es hat schon öfter Debatten gegeben, bei denen es dann im Umkehrschluss noch zu gewissen Unklarheiten kam. Falls also noch Unklarheiten auftreten, möchte ich genug Zeit haben, um diese noch aufzuklären. Vielen Dank. (Beifall bei der FDP/DVP – Vereinzelt Beifall bei der CDU)
