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Christiane Staab

CDU 31.01.2024 Sitzungen 17/86

... folgt dem Inhalt. Der Fokus hat bei der Bewertung einer schriftlichen Anfertigung auf dem Inhalt und auf dem Wiedergegebenen zu liegen. Dafür kann ich nur werben. Denn das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass sich Menschen abgeschreckt fühlen, schriftliche Erzeugnisse anzufertigen, weil sie das Gefühl haben, schlechter abzuschneiden, wenn sie in der Rechtschreibung, wenn sie möglicherweise beim Gendern Fehler machen. Ich weiß auch nicht, warum und weshalb wir da hingekommen sind. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Kennen Sie da Bei- spiele aus Baden-Württemberg?) Ich wünsche mir in der Wissenschaft einfach nur die Offenheit. – Ich werde mich auf die Suche machen, Herr Lede Abal, in der Tat. Denn es ist mir tatsächlich auch so mitgeteilt worden. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Wo denn? Dann nennen Sie Ross und Reiter!) – Das werden wir tun. Und selbst, wenn es nicht so wäre: Allein dass das Gefühl vorhanden ist, dass es so sein könnte, zeigt, dass wir mittlerweile eine Kultur von Misstrauen haben, eine Kultur von Angst. Das ist genau das, was ich weder an einer Universität noch an einer Schule haben möchte. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Keine Beispiele?) Ich möchte, dass das Thema Gendern wieder auf eine sachliche Ebene gelegt wird. Und ich möchte vor allem, dass wir vermeiden, dass das Thema Gendern dazu führt – was es hier gerade auch wieder tut –: Es spaltet unsere Gesellschaft. Die Idee des Genderns war es eigentlich, diese Gesellschaft zusammenzuführen. (Unruhe) Die Idee des Genderns war, alle einzubeziehen. Das Ergebnis des Genderns ist, dass wir auseinanderfallen, dass wir die Menschen in Gruppen aufteilen, dass, wer gendert, respektvoll ist, und wer nicht gendert, möglicherweise nicht. Ich möchte, dass wir anerkennen, dass die Rede in Deutschland frei ist und dass die Rede in Deutschland auch frei bleiben soll. (Zurufe von der SPD) Ich sage Ihnen ganz offen – völlig unabhängig vom Begriff Gendern –: Wir haben auch andere Wortwahlen in unserem Land, die mich umtreiben. Ich nenne jetzt ein Beispiel. Das ist jetzt nicht unmittelbar ein Thema des Genderns, aber ich glaube, das Gendern bringt – ich habe es eben schon mal gesagt – das Thema „Segregation unserer Gesellschaft“ sehr deutlich zum Ausdruck. Unsere Gesellschaft neigt mittlerweile dazu, Gruppen zu bilden. Um diese Gruppen dann irgendwie wieder zusammenzuführen, wird gegendert. Ich möchte nicht, dass wir Gruppen bilden. Wir beschäftigen uns in der Enquetekommission mit einer Sache zuvorderst, und das ist, dass wir eine starke Gemeinschaft bilden sollen, um krisenfest zu werden. Wie muss diese Gesellschaft aufgestellt werden, um krisenfest zu werden? iode – 86. Sitzung – Mittwoch, 31. Januar 2024 Wenn wir eines nicht tun dürfen und nicht tun sollten, dann ist das, immer mehr zu individualisieren. Das Thema „Zunehmende Individualisierung der Gesellschaft“ findet in der Sprache, im Gendern letztlich seinen Ausdruck. Indem man versucht, Individualität in Punkte oder in Sterne zu kleiden, will man die Individualität anerkennen und ihr Ausdruck verleihen. Das ist gut, und der Gedanke ist auch richtig. Aber er führt am Schluss nicht dazu, dass wir uns als Einheit betrachten. Die Einheit der Sprache ist für mich auch Ausfluss dessen, dass ich diese Gesellschaft als Einheit betrachten möchte. Die Einheit der Gesellschaft ist für mich eine inklusive Gesellschaft. Deswegen möchte ich auch noch einmal deutlich machen, dass Gendern für mich nicht der Ausdruck einer inklusiven Gesellschaft ist. Jetzt habe ich etwas ganz Schreckliches getan: Ich habe meinem Kollegen die Redezeit geklaut. (Heiterkeit – Abg. Andreas Sturm CDU: Ich schaffe es in 20 Sekunden!) Danke schön. (Beifall bei Abgeordneten der CDU – Vereinzelt Bei- fall bei den Grünen)

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