Christiane Staab
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Steinhülb-Joos, als ich eben Ihre Worte gehört habe – vor allem mit Blick darauf, dass die Berufsbegleitung und die Berufsvorbereitung Aufgabe der Landesregierung und Aufgabe der Schulen sei –, schoss mir spontan das Lied „Junge“ durch den Kopf. Ich weiß nicht, ob Sie dieses Lied kennen: „Junge“ von „die ärzte“ aus dem Jahr 2007/2008. Das ist eine verzweifelte Hymne an alle Eltern, die sich Sorgen darüber machen, wo ihre Kinder enden. Finden sie einen Job? Finden sie keinen Job? Wie bekomme ich dieses Kind dazu, endlich einmal eine Bewerbung zu schreiben? „Und wie du wieder aussiehst, Löcher in der Hose“, „Löcher in der Nase“, „wir machen uns doch Sorgen“ um dieses Kind. Das ist eigentlich eine ganz normale Haltung, die Eltern haben sollten und die ich auch von Eltern erwarte. Ich sehe genau nicht die Landesregierung zuvörderst in der Aufgabe, Kinder und Jugendliche auf ihrem Lebensweg zu begleiten, und sehe auch nicht zuvörderst die Aufgabe der Landesregierung darin, mit ihnen einen Weg in eine gute berufliche Zukunft zu gehen. Das ist die Aufgabe eines gut funktionierenden Elternhauses. (Beifall bei der CDU – Abg. Katrin Steinhülb-Joos SPD: Sie haben nur eine Klientel im Kopf! Unfass- bar! – Weitere Zurufe – Unruhe) Da, wo das Elternhaus nicht funktioniert, ist das natürlich die Aufgabe einer Gemeinschaft (Zurufe von der SPD – Glocke des Präsidenten) und einer Gesellschaft, aber eben genau dort, wo es nicht funktioniert. (Abg. Katrin Steinhülb-Joos SPD: So tickt die CDU!) 60 % der Schüler sagen nach eigenen Angaben, dass diejenigen Menschen, die ihnen zuvörderst bei der Berufsorientierung geholfen haben, ihre Eltern gewesen sind. Das ist gut so, und das ist richtig so. Selbst Kinder und Jugendliche erkennen die Wichtigkeit der Eltern – anscheinend anders als die SPD. Diese Eltern wollen wir unterstützen und ermutigen. (Zuruf des Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD) Wir wollen da ansetzen, wo Eltern – aus welchen Gründen auch immer – nicht ihre Kinder unterstützen können, weil sie nicht, wie in diesem Lied von „die ärzte“, den Onkel Werner haben, der eine Werkstatt hat – und da soll der Bub dann doch hingehen –, oder ein Netzwerk haben, die deutsche Sprache können und von sich aus losgehen und fragen: „Habt ihr einen Praktikumsplatz für mein Kind? Könnt ihr mein Kind unterstützen?“ (Glocke des Präsidenten)
