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Dr. Uwe Hellstern

AfD 20.12.2023 Sitzungen 17/83

Bei einer so weitreichenden neuen Technologie, die mit erheblichen Umwelt- und Sicherheitsrisiken behaftet ist, haben die Bürger eigentlich ein Recht auf eine Technikfolgenabschätzung. Damit hat die britische Regierung ihre Eliteuniversität Cambridge auch beauftragt. Die Ergebnisse sind in einer 75 Seiten umfassenden Veröffentlichung von April 2022 jedem Interessierten zugänglich. Aber vermutlich gibt es in unserem Umweltministerium niemanden, der an solch wichtigen Veröffentlichungen interessiert ist. In der Veröffentlichung steht glasklar, bei einer wie hohen Freisetzung von Wasserstoff welcher zusätzliche Treibhausgaseffekt zu erwarten ist, hauptsächlich durch die Verlängerung der Lebensdauer des Super-Treibhausgases Methan. Die Antworten in der Stellungnahme zu unserem Antrag sind deshalb entweder peinlich oder stellen allenfalls eine ungeschickte Vertuschungsaktion dar. (Lachen bei der AfD – Abg. Sascha Binder SPD: Da sind Sie etwas ganz Großem auf der Spur! – Zurufe von der AfD) Da wird geschrieben, dass versucht werde, bei den zahlreichen geplanten Einsatzfeldern die Wasserstofffreisetzung möglichst zu vermeiden – keinerlei Zahlen, keinerlei Ziele. Das ist doch nicht Ihr Ernst! Sie, der Gesetzgeber, der diese Risikotechnologie zulässt und fördert, (Abg. Sascha Binder SPD: Gesetzgeber sind doch wir und nicht die Regierung!) haben doch gefälligst mehr zu wissen als wir Fragesteller. (Vereinzelt Lachen) Jeder, der mal mit Naturwissenschaften in Berührung gekommen ist, weiß: Wasserstoff ist das mit Abstand flüchtigste Element im Periodensystem. Anzunehmen, dass bei dem Umgang mit Millionen Tonnen und dem Transport durch Tausende von Kilometern Pipeline da nichts verloren geht und dass bei den zahlreichen Anwendungen und Einspeisungen für verschie- (Dr. Uwe Hellstern) denste Verbrauchsprozesse nichts freigesetzt wird, ist grob fahrlässig. Es ist etwa so fahrlässig wie der Test, mit dem ein überalterter Chef das Atomkraftwerk Tschernobyl hochgehen ließ – gegen die Warnungen seiner Mitarbeiter. Das ist das bislang schlimmste Beispiel sozialistischer Cancel Culture samt verheerender Wirkung. (Beifall bei der AfD) Die erste Wasserstoffexplosion mit einer größeren Menge ist nur eine Zeitfrage. Beispiele mit Hunderten von Toten wie vor einigen Jahren im Hafen von Shanghai sind leicht zu finden. Die Hindenburg braucht es da gar nicht. (Lachen des Abg. Andreas Stoch SPD) Unvergessen auch die Wasserstoffexplosion, die das Dach in Fukushima weggesprengt hat und so erst den Zwischenfall zu einem GAU, zur radioaktiven Großkatastrophe machte. In europäischen Kernkraftwerken – – (Abg. Sascha Binder SPD: Oh! – Weitere Zurufe von der SPD – Lachen) – Lernen Sie mal was! – In europäischen Kraftwerken wäre das gar nicht möglich gewesen; denn da gibt es Ventile, um solche Gase abzulassen. Das hat aber die größte Physikerin aller Zeiten nicht davon abgehalten, uns die emissionsarme und sichere Kernenergie wegzunehmen. (Abg. Sascha Binder SPD: Das ist nicht zum Aushal- ten!) Ja, liebe CDU, das ist Ihre Erblast. (Beifall bei der AfD) Der Rest der Welt hat in Dubai bei der COP 28 gerade wieder bekräftigt, verstärkt auf Kernenergie zu setzen, vor allem unsere europäischen Nachbarn. (Abg. Sascha Binder SPD: Interessieren Sie sich für die COP?) Wir setzen indirekt voll auf Kernenergie, indem wir nämlich die Energie von denen brauchen und abnehmen. Während sich also andere Gedanken um die Umwelt machen, gehen wir mit einer Technologie auf die Menschheit los, bei der massenweise Metalle aus umweltschädlichen Bergwerken gebraucht werden. Während der Treibhauseffekt von Wasserstoff schon klar bewiesen ist, ist seine Wirkung auf die Ozonschicht noch völlig ungeklärt. Bodennahes Ozon könnte zunehmen. Aber Wasserstoff steigt auch ganz leicht bis in die Stratosphäre, (Lachen des Abg. Sascha Binder SPD) und dort könnte er die schützende Ozonschicht angreifen und abbauen. Diese wurde gerade wieder mühsam mit dem Montrealer Protokoll stabilisiert. Hier wären dringend weitere Untersuchungen nötig. Ein neues Ozonloch made in Germany durch bildungsferne Politiker, wie sie hier sitzen, (Der Redner weist auf die Abgeordneten auf der von ihm aus gesehen linken Seite. – Heiterkeit und Bei- fall bei der AfD) iode – 83. Sitzung – Mittwoch, 20. Dezember 2023 und skrupellose Lobbyisten verursacht, von Deutschland, braucht die Welt neben allen anderen Krisen wirklich nicht. Zu guter Letzt will ich noch den Running Gag der Umweltministerin vom blauen Wasserstoff, den wir nun brauchen, kommentieren. Auch hier haben sich Länder, die verantwortungsvoll sind, darum gekümmert, was das denn bedeutet. Und sie haben herausgefunden, dass der blaue Wasserstoff die Bildung von Treibhausgasen weitaus stärker fördert als sogar Steinkohle. Es gibt Veröffentlichungen einer New Yorker Universität und der Stanford University, die klar beweisen, dass blauer Wasserstoff mehr Treibhausgase generiert als z. B. ein Steinkohlekraftwerk. Vor diesem Hintergrund kann ich verstehen, dass wir in diesem Jahr bei der Kohlenutzung einen neuen Rekord hatten. Die Leute wollen einfach nicht so dreckig und umweltzerstörerisch Energie erzeugen wie Sie, liebe Landesregierung. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: Ja!) Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Lachen) Ich hoffe, dass auch einige außerhalb meiner Fraktion, der wahren Demokraten, intellektuell folgen konnten. (Beifall bei der AfD – Abg. Sascha Binder SPD: Nein! Also ich konnte nicht folgen! – Gegenruf des

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