Hans-Peter Hörner
Grüß Gott, Herr Präsident, meine Damen und Herren! Folgende Aussage vorab – ein Zitat –: Es ist schon schlimm genug, dass so viele unserer Grundschüler nicht lesen können. Man muss es denen nicht noch erschweren, indem man in der Schule Dinge schreibt, die man gar nicht spricht. Weitere Aussagen vom gleichen Urheber – Zitat –: Wir Politiker sind Meister darin, Plastikwörter zu generieren. Das Sprachgendern sei zwar nicht rückgängig zu machen. Aber man sollte es wenigstens nicht übertreiben. Und weiter: Sprache kann man nicht politisch befehlen. (Hans-Peter Hörner) Es ist sicher nicht so, dass es das erste Mal auf dem Boden dieser Republik wäre, dass man versucht, Sprache politisch zu befehlen. Würde man aber die Bürger im Land fragen, für die von den Regierungen ja angeblich Politik gemacht wird, dann wäre die Entscheidung zur sogenannten gendergerechten Sprache mehr als eindeutig. Ich bringe einige Zahlen von infratest dimap. Zwei Drittel der Bürger, über 66 %, lehnen die Verwendung der Gendersprache ab. Im Alter bis 39 Jahre sind 54 % dagegen, im Alter von 40 bis 65 Jahren sind 67 % dagegen. Bei den Senioren sind 75 % dagegen, bei den Männern 71 % dagegen. Jetzt wird es interessant: Bei den Frauen – für die wird dieser ganze Zirkus ja veranstaltet – sind 59 % dagegen. Untergliedert man diese Umfrage nach dem Bildungsstand, kann man übergreifend sagen: zwei Drittel dagegen. Untergliedert nach der Parteizugehörigkeit sind quer durch die Bank bei allen Parteien allerhöchstens ein Drittel dafür, die ganz überwiegende Mehrheit dagegen, mit einer einzigen Ausnahme: Bei Bündnis 90/Die Grünen hält sich das etwa die Waage. Aber gerade im Lichte dieser Erkenntnisse überrascht es eigentlich nicht, warum öffentlich-rechtliche Institutionen, insbesondere der öffentlich-rechtliche Rundfunk, die Menschen in ihrem Sprachgebrauch in totalitärer Manier umzuerziehen versuchen. (Beifall bei der AfD – Abg. Thomas Poreski GRÜ- NE: Das sagen die Richtigen!) Aber noch mal: Es geht hier nicht um das weibliche Geschlecht, von welchem das mit großer Mehrheit, wie dargestellt, abgelehnt wird. Wenn Frauen nicht aus der lebensfernen Parallelwelt der sogenannten Genderwissenschaftler und der grünen Ideologen kommen, haben sie vollkommen andere berechtigte Anliegen wie z. B. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Kindererziehung oder ganz schlicht und einfach: Wie sollen wir als Familien eigentlich die Kosten für die Lebenshaltung bezahlen können? Aber in diesem Bereich ist Grün-Schwarz für eine Lösung der selbst geschaffenen Probleme nicht gut. Nein, man sucht weiterhin beständig diese Probleme zu vermehren. Man beschäftigt sich lieber mit einem Phantomproblem (Abg. Sebastian Cuny SPD: Sie beschäftigen sich da- mit!) und gendert ein gewachsenes Kulturgut: unsere Sprache. (Vereinzelt Beifall bei der AfD – Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Besser als Ihr Antrag!) Halten wir fest: Es ist nur eine nicht ruhende Minderheit – wir kennen deren Vertreter auch in diesem Hohen Haus –, die sich entgegen der Meinung ihres Chefs – den habe ich nämlich am Anfang zitiert – dieser Clownssprache bedient. Man könnte sich jetzt natürlich freuen und mit einem Schmunzeln abtun, dass sich diese auch noch selbst markieren. Nicht wenige haben das jahrelang getan. Und warum? Es sollen hier ideologische Fakten geschaffen werden. iode – 83. Sitzung – Mittwoch, 20. Dezember 2023 Trotz anderer Vorgaben ist an unseren Schulen und Universitäten in vielen Bereichen von der Freiwilligkeit der Gendersprache keine Rede mehr. (Abg. Anton Baron AfD: Genau!) Schüler und Studenten, die nicht die Sprache ihrer genderbewegten Lehrer und Professoren sprechen, müssen handfeste Nachteile in Kauf nehmen. Im Gespräch mit nicht wenigen Eltern musste ich feststellen, dass sie enorme Nachteile für ihre Kinder sehen, wenn diese sich nicht anpassen. (Abg. Thomas Poreski GRÜNE: Ach was!) Schlechte Noten aufgrund der Nichtanwendung des Genderns (Abg. Thomas Poreski GRÜNE: Wo denn? Das gibt’s nirgends! Gegenruf des Abg. Anton Baron AfD: Na- türlich!) – ich gebe Ihnen gleich ein Beispiel – bei sonst sehr guter Leistung dürfen auf keinen Fall vergeben werden. (Abg. Thomas Poreski GRÜNE: Das gibt es nicht! –
