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Dr. Andre Baumann

20.12.2023 Sitzungen 17/83

Auch das Umweltministerium will diese offene Landschaft erhalten. Deswegen ge- (Staatssekretär Dr. Andre Baumann) ben wir auch sehr viel Geld über die LPR aus, um das gerade im Raum Baiersbronn über Weidetierhaltung und Schäferei zu fördern. Wir finanzieren auch im Präventionsgebiet Herdenschutzmaßnahmen für die Weidetierhalter mit gut funktionierenden Weidetierzäunen. Die Kosten für den Aufwand übernehmen wir zu 100 %. Wenn der Weidetierhalter sagt, er wolle die Zaunlänge gefördert haben, machen wir es über die Zaunlängenberechnung, oder wir machen es über die Flächen. Auch der Aufwand wird also erstattet. Baden-Württemberg war das erste Bundesland, das auch den Aufwand erstattet. Bei den Kontrollen, ob die Herde gut geschützt war, um diesen Schadensersatz, den Frau Rolland angesprochen hat, zu erstatten, gehen wir nicht wie in anderen Bundesländern mit dem Zollstock am Zaun entlang. Da wird pragmatisch mit Augenmaß gearbeitet, weil wir nicht zulasten des Weidetierhalters sagen: „Das war jetzt einen halben Zentimeter drunter, wir zahlen nicht.“ Also, im Zweifel wird für den Weidetierhalter entschieden, und das ist für die meisten Weidetierhalter auch gut. Doch wir haben eine andere Topografie als in Norddeutschland. Es kann manchmal sehr steil sein. Und da ist die Frage: Ist der Herdenschutz noch zumutbar? Es gibt eine kostenlose, sehr sinnvolle Zaunbauberatung der FVA, der Forstlichen Versuchs- und Lehranstalt in Freiburg, die das Umweltministerium zu 100 % zahlt, damit Weidetierhalter auch gut zäunen. Gerade der Wolf, den Frau Schindele angesprochen hat, der GW852m, hat zwar ab und zu Schafe gerissen, aber bis auf einen Fall waren die alle nicht richtig gezäunt. Wir wissen von Weidetierhaltern, dass der abends um die Zäune schleicht und genau schaut, ob irgendwo eine Lücke ist, wo er durchkommen kann. Jetzt zu den Wegen: Man pfercht die Schafe in der Regel so, dass der Pferch nicht auf dem Weg steht, sonst trampeln die Leute darüber. Denn der Respekt vor Weidetieren ist bei Menschen manchmal nicht so ausgeprägt. Deswegen wird der Wanderweg ausgespart, damit die gepferchte Herde neben dem Wanderweg liegt, sodass man vorbeiwandern kann. Selbst wenn der Weidetierhalter Herdenschutzhunde nutzen würde, sind diese Hunde so ausgebildet, dass keine Gefahr für Menschen ausgeht. Wichtig ist, dass man gewisse Regeln einhält. Dafür gibt es vom Umweltministerium Schilder, Hinweistafeln, die wir finanzieren. Das geht auch in Tourismusgebieten. Das habe ich mir selbst angeschaut. Auch bei der Tourismusgemeinde Baiersbronn, die auch weiterhin diesen Naturtourismus fahren soll – das ist ganz wichtig – und die zum großen Teil im Nationalpark liegt, geht ein Sowohl-als-auch. Wenn es mal nicht gehen sollte, sollte Herr Bürgermeister Ruf mich anrufen.

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