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Dr. Andre Baumann

20.12.2023 Sitzungen 17/83

Vielen Dank, Herr Rösler. – Es gibt in der Tat zusammen mit dem BLHV und auch dem Naturpark dieses Projekt im Südschwarzwald. Hintergrund ist, dass wir zu Recht in den vergangenen Jahren in Deutschland, aber auch in Baden-Württemberg den Fokus auf die Schäferei gelegt haben, weil unser Land Schäfereiland ist und weil in das Beutespektrum eines Wolfes von Natur aus Ziege und Schaf eher hineinpassen, Rind weniger. Aber wir mussten feststellen, dass im Südschwarzwald, aber auch in anderen Regionen Deutschlands einzelne Wölfe auch Rinder attackiert und auch getötet haben. Das ist deutlich weniger der Fall als im Vergleich zu anderen Nutztieren. Es gibt mit dem Wolf GW1129m im Südschwarzwald einen Wolfsrüden, der wiederholt Rinder angefallen, geschädigt oder getötet hat. Ich habe es vorhin gesagt: Wir können das Offenland, das Grünland des Schwarzwalds, das größtenteils auch unter Naturschutz steht, nicht mitsamt seiner Artenvielfalt erhalten, wenn die Weidetierhaltung aufhört. Deswegen haben wir mit dem BLHV dieses Modellprojekt durchgeführt. Denn in Deutschland war noch nicht definiert, was ein zumutbarer Herdenschutz bei Rindern ist. Auch wenn es in anderen Bundesländern Attacken durch Wölfe auf Rinder gab, war es einfach noch nicht definiert. Deswegen haben wir in diesem Modellprojekt festgestellt, wie in einem Mittelgebirge wie dem Schwarzwald ein Herdenschutz durch das Aufstellen von Schutzzäunen bei Abkalbeweiden – also dort, wo dann auch die jungen Kälber stehen – zumutbar ist. Das ist im steilen Mittelgebirge deutlich schwieriger als auf dem platten Land in Niedersachsen. Das haben wir gemeinsam durchgeführt, und es sollte einen pragmatischen, praktikablen Hinweis geben, was zumutbar ist und was nicht. Das haben wir dann zusammen mit dem BLHV durchgeführt. Seit April dieses Jahres liegen Ergebnisse dazu vor, was zumutbarer Herdenschutz ist. Der ist als fachliche Grundlage für eine rechtliche Entscheidung wichtig. Das war auch bei einer fachlichen Entscheidung schon notwendig, weil im Südschwarzwald – das war im November – Rinder bei einem gesicherten, zumutbaren Herdenschutz attackiert wurden. Das konnten wir nur feststellen, weil durch dieses Modellprojekt, das Herr Rösler erwähnt hat, überhaupt definiert war, was zumutbar ist. Die Wölfe dieses Rudels – es waren mindestens zwei, einmal das männliche Tier, einmal das weibliche Tier; es sind zwei oder drei Wölfe – sind angezählt worden. Deswegen war es notwendig, dass wir dieses Modellprojekt durchgeführt haben.

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