Dr. Andre Baumann
Vielen Dank, Frau Rolland, für die beiden Fragen. – Vielen Dank, dass Sie mich zu den konkreten Zahlen des Klimabündnisses in Baden-Württemberg befragen. Die genaue Zahl werde ich Ihnen nachreichen. de – 83. Sitzung – Mittwoch, 20. Dezember 2023 Wir werben für dieses Klimabündnis sehr intensiv. Ich bin sehr froh, dass sich große, aber auch kleinere Unternehmen diesem Klimabündnis Baden-Württemberg angeschlossen haben. Das ist ein bisschen die S-Klasse unter den klimaschützenden Unternehmen in Baden-Württemberg. Die Idee für dieses Klimabündnis hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus den Vereinigten Staaten von Amerika mitgebracht. Dort gab es eine große Klimaschutzveranstaltung. Die Unternehmen sind zur Konferenz gekommen; auch der damalige Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, war da. Sie haben auf den Tisch gelegt, was ihr Beitrag zum Klimaschutz in den Vereinigten Staaten von Amerika sei. So ist die Idee entstanden, dass die Unternehmen hier in Baden-Württemberg das genauso machen können, vielleicht noch viel besser als die US-amerikanischen. Sie sollen sich bekennen und ihren Beitrag so auf den Tisch legen, dass Kundinnen und Kunden sowie die geneigte Öffentlichkeit das mitbekommen. Große Unternehmen machen mit. Auch unsere Landesunternehmen machen im Klimabündnis Baden-Württemberg mit. Die Ziele sind wirklich sehr ambitioniert. Diese Unternehmen verpflichten sich auf das 1,5-Grad-Ziel in allen drei Scopes. Die genaue Zahl werde ich Ihnen gern nachreichen. Ich bin ganz gut vorbereitet, aber nicht auf jede Detailfrage; verzeihen Sie, Frau Abg. Rolland. (Abg. Gabriele Rolland SPD: Das ist schon eine we- sentliche Frage!) Zu den regionalen Kompetenzstellen für Energieeffizienz: Wir haben – das ist völlig richtig –, gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der EU, in allen zwölf Regionen Kompetenzstellen für Energieeffizienz aufgebaut, kofinanziert vom Land Baden-Württemberg. Wir sind jetzt in der zweiten Förderrunde. In der ersten Förderrunde war das Hauptziel, die Energieeffizienz in den Unternehmen voranzubringen. Wenn Unternehmen Interesse hatten, mitzumachen, konnten sie sich bei diesen Kompetenzstellen mit hauptamtlichem Personal, in der Regel angesiedelt bei den IHKs, also sehr wirtschaftsnah, melden und konnten bei einem sogenannten KEFF+Check mitmachen. Der hat nichts gekostet, war unverbindlich, aber nicht umsonst. Es gab Hinweise des KEFF+Beraters, was gemacht werden könne, also Druckluftleckagen schließen, die Beleuchtung ändern. Für mittlere und auch für große Unternehmen wurden Hinweise gegeben, wie man mit einer intensiveren Beratung durch einen Energieberater nicht nur das Klima schützen und Energie einsparen kann, sondern auch bares Geld. Es wurde ein Netzwerk der Unternehmen aufgebaut. Das ist für Unternehmen noch viel besser, als wenn der KEFF+Berater, der Staatsekretär oder die Ministerin mit klugen Hinweisen kommt, wie ein Unternehmen Energie einsparen kann. Wenn ein ähnliches Unternehmen im Netzwerk das tut, ist es oftmals hilfreicher, dass sich Unternehmerinnen und Unternehmer untereinander helfen. Das war ein großer Wert dieses Netzwerks. Es gab auch Kundenbeziehungen. (Staatssekretär Dr. Andre Baumann) Jetzt zu den Erfolgen. Es wäre schön, wenn ich Ihnen sagen könnte: So oder so viele Tausend Tonnen CO wurden gespeichert. Ich nehme es als Aufgabe mit, ob wir das ermitteln können. (Abg. Gabriele Rolland SPD: Ja!) Für einzelne Unternehmen können wir das auf jeden Fall tun. Das präsentieren die Unternehmen auf ihren Seiten. Was wir auch machen können – der Taschenrechner ist auch schon bei uns im Umweltministerium gelandet –, ist, zusammenzurechnen, was uns die Unternehmen mitgeteilt haben. Wir rechnen das einmal zusammen. Ich habe in den vergangenen Wochen und Monaten viele Unternehmen besucht, die über KEFF+ beraten wurden. Sie haben mir hinter vorgehaltener Hand mitgeteilt, dass sie durch die Krise der hohen Energiepreise vergleichsweise gut gekommen sind, weil sie den Energieverbrauch um 50 %, 60 % oder 70 % reduziert haben. Das ist natürlich eine Zahl, die sich sehen lässt. Das sind manchmal kleinere Maßnahmen und manchmal größere Maßnahmen – auch unter Einbindung von erneuerbaren Energien –, die man durchführt. Wichtig sind auch Energieeinsparungen. Unsere KEFF+Stellen können sich gerade vor Anfragen nicht mehr retten. Man hat sich in der zweiten Förderrunde – ich komme zum Schluss, Herr Präsident – entschieden, dass wir auf das Thema Materialeffizienz gehen. Die höchsten Kosten in einem Unternehmen sind nämlich nicht die Energiekosten – auch in den harten Zeiten in diesem Jahr war das nicht so –, sondern es sind die Materialkosten. Da sind wir mit den Unternehmen in einem guten Austausch. Es gilt, dass man sich unabhängiger macht von kritischen und strategischen Rohstoffen, auch von normalen Rohstoffen, die teuer sind, und Material einspart. Das ist gut für das Klima und gut fürs Kässle. Das ist jetzt die neue Ausrichtung. Da wird am Ende auch abgerechnet, wie viele Tonnen Material man einspart, wie viel CO man einspart und wie viele Kosten man einspart. Das ist das Schöne bei diesem KEFF+Projekt. Das freut dann eben den Schwaben wie auch den Badener, weil man etwas Gutes tut fürs Klima, aber auch etwas Gutes tut für die Ökonomie und sich unabhängiger macht.
