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Dr. Ute Leidig

09.11.2023 Sitzungen 17/78

Ganz grundsätzlich ist es so, dass der weibliche Körper darauf ausgelegt ist, auf Störsignale einer Schwangerschaft zu reagieren. Ganz viele Aborte finden einfach auch deswegen statt, weil die Kinder nicht gesund sind und der Körper dadurch reagiert, dass er diesen Embryo dann ausstößt. Ich wundere mich, dass gerade die AfD sagt, dass ein Leben, das möglicherweise gar nicht lebensfähig wäre, bis zum Ende ausgetragen werden muss. (Zuruf des Abg. Hans-Peter Hörner AfD) Als Frau kann ich Ihnen ganz genau sagen, dass tatsächlich davon auszugehen ist, dass, wenn es zu bestimmten Chromosomenstörungen beim Kind kommt, der Körper darauf reagiert, und zwar mit einem Abort. Das erklärt auch teilweise die relativ hohen Zahlen. Aborte finden vermehrt bei Frauen statt, die jünger sind als 21, sowie bei Frauen, die über 35 oder gar über 40 Jahre alt sind. Letzten Endes hängt es jetzt nicht damit zusammen, dass der Körper das Kind nicht halten könnte, sondern in diesem Alter, vor allem ab 35 Jahren, das Risiko von Chromosomenveränderungen bei dem Kind – ganz bekannt ist ja Trisomie 21 – dann signifikant ansteigt und letzten Endes auch andere Chromosomenveränderungen, also das Zusammentreffen von Chromosomen, die ungünstig sind für das menschliche Dasein – so sage ich jetzt mal –, generell mit dem Alter vermehrt auftreten und deswegen auch die Zahl von Aborten ansteigt.

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