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Sarah Schweizer

CDU 08.11.2023 Sitzungen 17/77

Sehr geehrter Herr Präsident, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Baden-Württemberg ist Heimat von 50 000 Tier- und Pflanzenarten, und zwar zu Land, in der Luft und im Wasser. 40 % von diesen Arten sind akut gefährdet, stehen auf der Roten Liste. Die Situation der Artenvielfalt ist dramatisch, sie braucht unsere volle Aufmerksamkeit. Aber nur, wer die Natur versteht, kann auch handeln. Deshalb bin ich, sind wir, die CDU-Fraktion, froh um jeden und jede, der oder die sich intensiv mit unseren Ökosystemen auseinandersetzt. Das sind die Landwirte, die mit und von der Natur leben, es sind die Jäger, die für das ökologische Gleichgewicht und die Aufwertung unserer Lebensräume sorgen, und es sind die Fischer, die sich für eine artgerechte Tierwelt unode – 77. Sitzung – Mittwoch, 8. November 2023 ter Wasser und einen guten ökologischen Zustand unserer Gewässer einsetzen. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Klaus Hoher FDP/DVP – Zuruf: Bra- vo!) Sie alle sind Naturschützer der ersten Stunde, unentgeltlich und aus Überzeugung – lange bevor zum Teil finanzkräftige NGOs das Thema Naturschutz, Artenschutz auch als Geschäftsmodell für sich entdeckt haben. (Beifall bei der CDU – Vereinzelt Beifall bei den Grünen) Es geht darum, zu lernen, wie die Natur und unsere Ökosysteme funktionieren. Das fängt vor allem bei den Kindern an. (Zuruf: Genau!) Wer als Kind einen Bezug für die Natur aufweist bzw. aufbaut, wird natürlich später als Erwachsener rücksichtsvoll mit Flora und Fauna umgehen. Gerade da liegt in einer Zeit von zunehmender Naturfremdheit vieles im Argen. Viele können eine Amsel nicht von einer Krähe unterscheiden oder eine Forelle nicht von einem Karpfen. Hier besteht Handlungsbedarf. (Beifall bei Abgeordneten der CDU und des Abg. Hans-Peter Storz SPD – Vereinzelt Beifall bei den Grünen) Einen großartigen Beitrag leisten hierbei die Angler und Fischer in unserem Land mit ihrer Sensibilisierung und der täglichen Arbeit für die Gewässer und Uferzonen, für die Bewohner unserer Flüsse und Seen. Es braucht diese Arbeit auch dringend. Von den landesweit 59 heimischen Fisch-, Neunaugen- und Flusskrebsarten sind 40 in unterschiedlicher Weise beeinträchtigt. Das sind rund zwei Drittel der Arten unter Wasser, die entweder verschollen, vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet sind. Mit dem Projekt „Fisch on Tour“ oder den vielen aktiven Jugendgruppen des Landesfischereiverbands wird diese bedrohte Unterwasserwelt für Kinder und Jugendliche in ihrer Faszination greifbar. Angeln ist gelebte Naturpädagogik. Es lehrt, Verantwortung für unsere Gewässer und die Fischbestände zu übernehmen, und vermittelt Werte wie Konzentrationsfähigkeit, auch Durchhaltevermögen. Wir, die CDU-Fraktion, möchten das weiter unterstützen und fördern. Auch deshalb haben wir uns in enger Abstimmung mit den vielen Anglerinnen und Anglern hier im Land für eine Absenkung der Altersgrenze für den Jugendfischereischein von zehn auf sieben Jahre starkgemacht. (Beifall bei der CDU – Zuruf des Abg. Anton Baron AfD) Das ist auch eine maßvolle Absenkung, die sich an der körperlichen, der geistigen und auch der emotionalen Entwicklung der Kinder orientiert. Eine komplette Streichung der Altersgrenze, wie sie die AfD mit dem vorliegenden Gesetzent- (Sarah Schweizer) wurf vorschlägt, hat mit Realitätssinn nichts zu tun; das lehnen wir ab. An die AfD: Vielleicht überlegen Sie sich mal eigene Themen und kopieren nicht das, was Sie gehört haben, was wir ohnehin schon auf den Weg bringen. Das würde Ihnen sicherlich auch guttun. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Lachen bei der AfD – Zuruf des Abg. Daniel Lin- denschmid AfD) Ich möchte mich auch an dieser Stelle bei unserem Landwirtschaftsminister Peter Hauk bedanken. Er hat nämlich genau das Thema schon auf den Weg gebracht: eine Novelle des Landesfischereigesetzes zur Absenkung der Altersgrenze für den Jugendfischereischein. Das ist das richtige Signal für die Anglerinnen und Angler in unserem Land. Dafür bin ich sehr dankbar. (Beifall bei Abgeordneten der CDU und der Grünen – Abg. Anton Baron AfD: Immerhin hat es etwas ge- bracht!) Nach dem Wegfall des Nachtangelverbots – das war ein Thema, zu dem ich meine erste Rede hier in diesem Hohen Haus halten durfte; deswegen ist das für mich auch sehr emotional besetzt – werden wir jetzt den nächsten wichtigen Schritt gehen, damit Kinder und Jugendliche an den Angelschein herangeführt werden und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen entwickeln. (Beifall bei der CDU) Meine sehr geehrten Damen und Herren, Angeln ist gelebter Naturschutz. Mich freut der aktuelle Trend für den Fischereischein deshalb sehr. Denn wir brauchen mehr Menschen, die sich für den Erhalt der Fischbestände, für eine artenreiche Tierwelt unter Wasser und einen guten Zustand der Gewässer, der Uferzonen, der Auen in unserem Land engagieren. Hierfür möchten wir, die CDU-Fraktion, uns einsetzen. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen)

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