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Arne Braun

08.11.2023 Sitzungen 17/77

Vielen Dank. – Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, lieber Herr Köhler! Ich freue mich sehr, diese Gelegenheit nutzen zu können, um Ihnen den Bilanzierungsstandard CO für den Kulturbereich mal vorstellen und näherbringen zu können. Ich bedanke mich bei der Fraktion GRÜNE für dieses Thema. Der CO -Kulturstandard ist ein Angebot für Kultureinrichtungen aller Sparten. Sie können jetzt ihre CO -Emissionen nach einheitlichen Vorgaben erfassen, Einsparpotenziale identifizieren und nachhaltige Strategien entwickeln. Das ist neu, denn bislang gab es keine einheitlichen Vorgaben oder Staniode – 77. Sitzung – Mittwoch, 8. November 2023 dards zur Entwicklung und zur Erstellung von Klimabilanzen im Kulturbereich. Es ist das klare Ziel, dass alle Kultureinrichtungen in Baden-Württemberg ihre Emissionen künftig nach dem CO -Kulturstandard bilanzieren. Dadurch fordern wir sämtliche Kultureinrichtungen erstens auf, im Jahr 2024 im Rahmen einer Einführungsphase die Bilanzerstellung gemäß den neuen Vorgaben zu erproben und freiwillig eine Bilanz für das Jahr 2024 zu erstellen, und zweitens für das Jahr 2025 eine erste verpflichtende Bilanz zu erstellen. 2026 schließt sich an; da soll die zweite verpflichtende Bilanz erstellt werden. In allen Kultureinrichtungen mit staatlicher Beteiligung – z. B. auch den gemeinsamen Stiftungen von Land und Kommunen – wird das Land die Einführung des neuen Standards als Vorschlag in die Leitungsgremien einbringen. Kultureinrichtungen, die staatlich bezuschusst werden, sind zunächst eingeladen, die von Expertinnen und Experten der Kulturdachverbände sowie Fachkundigen aus dem Bereich „Klimaschutz und Treibhausgasbilanzierung“ erarbeiteten Standards ebenfalls als Grundlage für ihre Bemühungen um einen besseren Klimaschutz zu nutzen. Inwieweit eine Bilanzierung nach dem CO -Kulturstandard darüber hinaus noch Voraussetzung für zukünftige MWK-Förderungen sein sollte, muss im Einzelfall geprüft werden und hängt auch davon ab, ob etwa die Bundeskulturstiftung ihre Überlegungen hierzu umsetzt. Der Standard ist natürlich auch ein Angebot an alle kommunalen Kultureinrichtungen. Mit dem Standard liegt nun endlich ein einheitliches Regelwerk vor, mit dem CO -Bilanzierungen im Kulturbereich von Flensburg bis Friedrichshafen vergleichbar werden und ein Austausch über die besten Klimaschutzideen ermöglicht wird – Stichwort „Best Practice“: vergleichen und die besten Sachen anschauen, meinetwegen abgucken, und umsetzen. Wichtig ist mir, darauf hinzuweisen, dass die größte Leistung in diesem Zusammenhang nicht in der im Auftrag von Baden-Württemberg und des BKM entwickelten und bundesweit einfach und kostenlos nutzbaren Excel-Tabelle zur Anwendung des Standards besteht. Vielmehr ist die eigentliche Erfolgsnachricht, dass es unter der Leitung Baden-Württembergs gelungen ist, sich gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie Kulturverbänden in kürzester Zeit auf ein einheitliches und praktisches Verfahren zu verständigen. Die Kultureinrichtungen haben neben dem „Green Culture“- Leitfaden nun auch ein weiteres praktisches Instrument in der Hand, um ihren Weg zur Klimaneutralität aktiv anzugehen. Das ist auch ein Erfolg, ein Ergebnis der im Jahr 2021 ins Leben gerufenen Landes-AG „Green Culture“, mit der uns ein kompetentes Sounding Board für die Sorgen und Nöte des Kulturbereichs auf dem Weg zu einer nachhaltigen Kultur zur Seite steht. Ich habe mich damit auch beschäftigt und habe mir die Sachen einmal angeschaut, wie das denn eigentlich konkret aussieht. (Der Redner hält einige Papiere hoch.) Das ist dieser Bilanzierungsstandard – das sieht so aus –, und das sind die Tabellen, die nach verschiedenen Kategorien sor- (Staatssekretär Arne Braun) tiert sind. Da werden die Werte eingetragen, und am Ende kommt dann ein Ergebnis heraus. Wie gesagt, das ermöglicht auch Vergleichbarkeit. Das ist ein großer Fortschritt. Der Rechner wurde ja auch vor drei Wochen in Berlin vorgestellt und hatte dementsprechend auch Resonanz in der Presse. Vielen Dank.

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