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Hans-Peter Hörner

AfD 25.10.2023 Sitzungen 17/76

Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren! Lassen Sie mich bitte mal einen anderen Ansatz wählen. Die Anlage-Umwelt-Kontroverse, die Diskussion über angeborene und erworbene Fähigkeiten, er- (Hans-Peter Hörner) gibt in einer Suchmaschine 118 000 Ergebnisse. Welche Einflüsse – Gene oder Erziehung – stärker sind, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt – da sind sich Psychologen und Neurophysiologen einig – nicht beantworten. Schon die russischen Naturforscher Lyssenko und Mitschurin erstellten folgende These: Umwelteinflüsse seien für die Ausgestaltung einer Lebensform primär prägend. (Zuruf des Abg. Dr. Hans-Ulrich Rülke FDP/DVP) Dadurch gelangten sie in ihrer Zeit, der Zeit des Stalinismus, zu großem politischen Einfluss, konnte doch damit die Umerziehung des Menschen im sozialistischen System ideologisch begründet werden. (Abg. Thomas Poreski GRÜNE: Oh mein Gott!) Ideologien dienen jedoch nicht dem Menschen. Menschen sind zwar vor dem Gesetz gleich, aber nicht ihre Gene. Lebensformen sind divers (Abg. Dr. Hans-Ulrich Rülke FDP/DVP: Oi! – Zuruf von den Grünen: Ganz was Neues!) – kein Widerspruch, schön, freut mich –, (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Wenn, dann kommt er aus Ihrer Fraktion!) eine wesentliche Voraussetzung für die Evolution, und das gilt auch für den Menschen und seine Begabung. So viel zu den Sozialisten. Schon in der Bibel, noch immer die Grundlage für unser christliches Abendland, wird vielfach darauf hingewiesen, so z. B. im 1. Petrusbrief, Kapitel 4 Vers 10: Dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, ... So viel zu den Christdemokraten. Schauen wir dazu in unsere Landesverfassung, Artikel 11 Absatz 1: Jeder junge Mensch hat ... das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung. Und in Artikel 11 Absatz 2 wird formuliert: Das öffentliche Schulwesen ist nach diesem Grundsatz zu gestalten. (Abg. Dr. Hans-Ulrich Rülke FDP/DVP: Jetzt fehlt bloß noch Konfuzius!) Umfragen unter den Lehrkräften – nicht unter den Soziologen oder den Bildungswissenschaftlern – haben ergeben, dass sich fast 85 % der Lehrkräfte gegen die derzeitige Regelung der Grundschulempfehlung aussprechen. Satte 94 % der Gymnasiallehrkräfte sprachen sich für die Rückkehr zu einer verbindlichen Grundschulempfehlung aus. (Abg. Thomas Poreski GRÜNE: Der Grundschulver- band sieht es anders! – Abg. Katrin Steinhülb-Joos SPD: Der VBE sieht es anders! Die GEW sieht es anders!) ode – 76. Sitzung – Mittwoch, 25. Oktober 2023 Die Landesvorsitzende des Realschullehrerverbands spricht von mittlerweile gebrochenen, wenn nicht gar zerbrochenen Schulbiografien. (Abg. Katrin Steinhülb-Joos SPD: Und die, die falsch einsortiert wurden?) Der Landesvorsitzende des Philologenverbands spricht von Kardinalfehlern in der Bildungspolitik in Baden-Württemberg seit 2012, vom Abwärtstrend beim schulischen Bildungserfolg und weiterhin davon, dass auf diese Weise institutionalisiert Bildungsverlierer produziert würden, obwohl dies vermeidbar wäre. Diese Umfrageergebnisse sind ein Schlag in das Gesicht grünroter und grün-schwarzer Sozialarchitekten, die aus Gründen der Machterhaltung Chancengleichheit für alle über das Absenken des Ausbildungsniveaus und der Prüfungsstandards suggerieren. (Beifall bei der AfD) Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse über die Studierfähigkeit von Abiturienten bzw. die Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängern – bei nicht wenigen ohne Abschluss – sprechen eine deutliche Sprache. Die Lehrpläne mit dem Ziel der Vermittlung von Fähigkeiten, beginnend mit den Grundlagen Lesen, Rechnen und Schreiben – – (Abg. Katrin Steinhülb-Joos SPD: Wir haben keine Lehrpläne mehr!) – Das sage ich doch gerade. Lassen Sie mich doch bitte ausreden! – Ich sage es noch mal: Die Lehrpläne mit dem Ziel der Vermittlung von Fähigkeiten – beginnend mit den Grundlagen Lesen, Rechnen und Schreiben – und der Erziehung zur Leistungsfähigkeit, die das zum Inhalt hatten – hier steht es wortwörtlich, liebe Frau Kollegin –, sind abgeschafft. (Zuruf: Aha!) Also lassen Sie mich bitte ausreden! Ideologisch begründete Inhalte stehen in den Bildungsplänen im Vordergrund. Das erschreckende Ergebnis liegt uns allen vor. (Beifall bei der AfD) Früher wechselten nicht wenige Schüler nach entsprechender individueller persönlicher Weiterentwicklung von der Hauptschule in die Realschule, von der Realschule an das Gymnasium. Heute geht der Weg leider in die entgegengesetzte Richtung. Das Ergebnis sind psychische Probleme, soziale Probleme für das Kind, seine Eltern und ganze Familien. Ich verweise auch auf die Möglichkeit, heute bei entsprechender individueller Weiterentwicklung über Berufsfachschulen auch auf andere Schulen zu gehen. Wir alternativen Demokraten verweisen zusätzlich zur Empfehlung der Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung – über den Inhalt kann man ja reden – auf den von uns vorgestellten Entwurf eines Schulstart-Gesetzes. Das bietet besonders Kindern, die familiär nicht die erforderlichen Vorstrukturen erhalten, sprachlich, geistig und körperlich große Entwicklungsvorteile und Einstiegsvorteile. (Beifall bei der AfD) (Hans-Peter Hörner) Die Bildung kleinerer, homogener Klassen, in denen die Lehrkräfte entsprechend Artikel 11 unserer Landesverfassung gemäß der Begabung erziehen können und die Leistungsfähigkeit fördern können, ist für uns alternative Demokraten eine wesentliche Zielsetzung. (Beifall bei der AfD) Das Ganze muss mit der gesellschaftlichen Anerkennung von handwerklichen, kaufmännischen und sozialen Berufen und Ausbildungen – kurz: der beruflichen Orientierung an den Schulen – nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten einhergehen. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD – Abg. Dr. Rainer Balzer AfD: Sehr gut!)

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