Alfred Bamberger
Habe die Ehre, Herr Präsident! Grüß Gott, meine Damen und Herren! Die Coronakrise hat viele Kulturbetriebe vor existenzielle Herausforderungen gestellt. Wir, die AfD-Fraktion, haben viele dieser Maßnahmen kritisch gesehen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt ein guter Neustart gelingt, das Publikum wieder in die Theater zurückkehrt und sowohl den staatlichen Theatern als auch den vielen privaten Initiativen Einnahmen beschert. Viele Künstler arbeiten in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Wir sehen es als unser aller Aufgabe, die Situation dieser Menschen zu verbessern. Daher begrüßen wir sehr die neuen Tarifabschlüsse, mit denen die Mindestgage deutlich erhöht wurde. Aber wenn wir uns klarmachen, dass diese neuen Tarifabschlüsse nicht von der Wertschätzung künstlerischer Arbeit in unserer Gesellschaft herrühren, sondern von der Notwendigkeit, die Mindestgage der Künstler an den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn anzupassen, dann bleibt nur ein Schluss übrig: Entweder der gesetzliche Mindestlohn ist zu hoch, oder die Mindestgage eines Künstlers ist zu niedrig. Natürlich ist die Mindestgage eines Künstlers zu niedrig. In einer Stadt wie Stuttgart reichen 2 000 € im Monat eben nicht aus, um davon zu leben. Allein die Mieten in der Metropole verhindern das. Ein Künstler, der mehrere Jahre studiert hat, ein künstlerisches Abschlussexamen gemacht hat, sollte unserer Gesellschaft mehr wert sein. Welch schöne Abende haben wir alle in den Theatern des Landes Baden-Württemberg verbracht und haben hierbei die Last des Alltags vergessen. Umso mehr sind wir es den Künstlern schuldig, dass wir ihnen ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen, ein Dasein, das auch finanziell ihrer Bedeutung entspricht, die sie kulturell für unser Land haben. (Alfred Bamberger) Die große Abhängigkeit der Künstler führt zu einem großen Missstand: der Abhängigkeit der Kunst von der Politik, der Abhängigkeit von den momentanen politischen Windrichtungen. Dies wird von der grünen Landesregierung ausgenutzt. Das grüne Selbstverständnis bei der Führung der Staatstheater ist oftmals geprägt von direkter und unverhohlener Einflussnahme. Den krassesten Fall gab es in Karlsruhe, als die vormalige Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ihren Intendanten Spuhler aus ihrer Heimatstadt Heidelberg nach Karlsruhe mitbrachte – man kennt sich eben. Spuhler zeichnete sich schon bald durch einen interessanten Fall von vorauseilendem Gehorsam aus, als er alle nennenswerten Führungspositionen in seinem Theater mit Frauen besetzte. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Skandal! Frauen in Führungspositionen! – Gegenruf des Abg. Erwin Köhler GRÜNE: Das ist zu gefährlich!) Irgendeine Art von Gleichberechtigung oder Männerquote fand er offenbar nicht notwendig. Theresia Bauer hielt noch an ihm fest, als die Probleme um ihn bekannt wurden, und verlängerte seinen Vertrag trotz der Bitten aus Karlsruhe, dies nicht zu tun. Ein solch willfähriges Instrument hat man nicht alle Tage. Und es kostete das Land sehr viel Geld, diesen Herrn wieder loszuwerden. Sie, die Sie im Ausschuss waren, wissen das alle. All dies zeigt die Problematik der Abhängigkeit der Kunst von der Politik und die Problematik der Einflussnahme der Politik in die Staatstheater. Herr Spuhler hat übrigens einen neuen Job in Heidelberg erhalten, obwohl er bereits früher am dortigen Theater Probleme hatte. Er ist offenbar jetzt ganz in die Politik gewechselt und soll jetzt aus Heidelberg die Kulturhauptstadt Europas machen. Man könnte meinen, dies sei ein schlechter Witz. Doch Peter Spuhler gilt als ausgewiesener Kenner der Kulturszene. Man kann auch sagen: grüner Filz allerorten – Graichen lässt grüßen. (Beifall bei der AfD – Zuruf des Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE) Dieser Vorfall zeigt exemplarisch, wie die grüne Landesregierung Einfluss auf die Kulturszene ausübt. Ein anderes Beispiel ist die Musikhochschule Stuttgart, die zu einer Fachtagung „Kultur Klima Krise“ einlädt. Stoßen etwa die Bläser zu viel CO aus? (Vereinzelt Heiterkeit bei der AfD) Wohl eher nicht. Aber auf diese Art und Weise versucht die Landesregierung, ihre kranke Klimaideologie unter das Volk zu bringen. (Abg. Miguel Klauß AfD: Ja! Skandal!) Allerdings zeigen die Wahlergebnisse vom Wochenende, dass dieser Spuk bald zu Ende sein wird. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. riode – 74. Sitzung – Mittwoch, 11. Oktober 2023 (Beifall bei der AfD – Abg. Miguel Klauß AfD: Sehr gut!)
