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Muhterem Aras

20.07.2023 Sitzungen 17/72

Für die Landesregierung erteile ich Frau Ministerin Olschowski das Wort. Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Petra Olschowski: Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich würde gern zum Thema Hochschullehre zurückkommen, weil das eigentlich das Thema ist, über das wir hier heute im Zusammenhang mit KI reden wollen. Wir haben es jetzt an verschiedenen Stellen gehört: KI wird in allen gesellschaftlichen Bereichen eine Schlüsselrolle einnehmen – da sind wir uns alle sicher –, mal offensichtlicher, mal weniger offensichtlich. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten erfahren, wie enorm schnell das Tempo in diesem Bereich ist. Mittlerweile sprechen manche schon von der Zeit vor ChatGPT und nach ChatGPT. Mich erinnert das manchmal an die Erfindung des I-Phones, das enorme Veränderungen in die Gesellschaft gebracht hat. Die allermeisten Expertinnen und Experten sind sich auch einig darin, dass es in Zukunft kein Berufsbild mehr geben wird, das ohne KI-Kompetenz auskommt. Ich bin dankbar, dass wir in der Aktuellen Debatte heute Gelegenheit haben, einen Blick auf KI in der Hochschullehre zu werfen, und will, weil die Themen ein bisschen quergehen, schauen: Wo taucht KI in der Hochschullehre auf? Das ist als Fach in Studiengängen, das ist als Forschungsschwerpunkt, das ist als Kompetenzerwerbsmethodik. Das ist die Frage: Wie geht man mit KI in Prüfungen um? Letztlich geht es um Fragen wie der nach dem Erkenntnisgewinn. Alexander Salomon hatte diesen Begriff ja in die Debatte geworfen. Lassen Sie mich kurz mit einem Ereignis beginnen, das vor zwei Tagen stattgefunden hat, nämlich dem Fest zur Verstetigung des AI Centers im Cyber Valley in Tübingen. Der Ministerpräsident war da. Auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Mario Brandenburg, war da und hat übrigens zu mir gesagt, dass Baden-Württemberg durchaus außerordentlich gut aufgestellt sei, was die Wissenschaft angehe. Bekanntlich ist Herr Brandenburg ein Mitglied der FDP. (Abg. Andreas Schwarz GRÜNE: Ui! – Unruhe bei der AfD) – Vielleicht kann die AfD irgendwie zuhören – oder auch nicht zuhören, aber leise sein. (Glocke des Präsidenten) (Ministerin Petra Olschowski) Jedenfalls hat man bei dieser Veranstaltung wieder mal gemerkt, wie enorm gut und optimistisch die Stimmung in diesem Bereich ist, wie hoch das Engagement von Studierenden und Lehrenden ist, wie hoch die Dynamik ist und wie gut das internationale und interdisziplinäre Miteinander funktioniert. Sie alle wissen, Cyber Valley und auch das AI Center stehen für Exzellenz in der Forschung. Aber beides steht eben auch für die Wirkung in die Gesellschaft. So hat das AI Center zusammen mit der Carl-Zeiss-Stiftung beispielsweise einen Bundeswettbewerb für künstliche Intelligenz ausgeschrieben, der Schülerinnen und Schüler aus Deutschland dazu einlädt, eigene Projekte mit Werkzeugen der KI umzusetzen. Uns wurde ein Projekt vorgestellt. Ich möchte einfach kurz mal darauf eingehen, um deutlich zu machen, wie dieses Lernen mit und über KI stattfinden kann. In diesem Fall haben zwei Schüler, die selbst eine Schwäche bei der Aussprache haben, also lispeln, gemeinsam mit Logopädinnen und Logopäden eine App entwickelt, über die Sprachstörungen behandelt werden können und sie beim Erlernen von Fremdsprachen unterstützt werden können. Ich finde, das ist eigentlich ein ganz schönes Beispiel dafür, wie Lehre und Lernen mit KI, über KI stattfinden können und letztlich auch noch dazu führen, dass man ein Tool hat, mit dem tatsächlich ein besseres individualisiertes Lernen stattfinden kann. Ein weiteres Beispiel ist das Projekt „KI macht Schule!“. Auch da haben im Workshop Schülerinnen und Schüler mit Lehrenden zusammengearbeitet, um speziell für Schule und für Bildung KI und Apps zu entwickeln. Sie sehen daran, dass diese Zusammenarbeit auch unserer KI-Einrichtungen mit gesellschaftlichen Partnerinnen und Partnern extrem wichtig ist. Herr Birnstock, ich muss schon sagen: Gerade die Zusammenarbeit mit Stiftungen ist natürlich auch extrem wichtig, um die Gesellschaft zu erreichen. Politik kann ja nicht nur in diesem Glaskasten hier stattfinden, sondern hat auch damit zu tun, dass wir Partnerinnen und Partner finden. Und wenn diese das Land in seinen Bestrebungen finanziell unterstützen, finde ich das erst mal durchaus positiv. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Lieber Herr Birnstock, ich möchte noch eines draufsetzen, was Ihnen vielleicht auch nicht so gefällt. Aber der Punkt, von dem wir hier ausgehen, ist tatsächlich gut. Baden-Württemberg ist KI-Bundesland Nummer 1. Das sage nicht ich, sondern das sagt eine Studie aus Berlin. Berlin ist normalerweise nicht dafür bekannt, Baden-Württemberg in den höchsten Tönen zu loben. (Abg. Anton Baron AfD: Wer hat die finanziert?) Die Hochschulen in Baden-Württemberg bieten deutschlandweit die meisten Studiengänge mit KI-Bezug an, ob im Studiengang „Künstliche Intelligenz“ am KIT, „Artificial Intelligence and Data Science“ an der Uni Stuttgart oder „Angewandte KI“ an der Hochschule Offenburg. Studierende in Baden-Württemberg können sich in mehr als 100 Studiengängen mit der Zukunftstechnologie KI vertraut machen. Allein hier in Stuttgart bieten wir 30 KI-bezogene Studiengänge an. Da liegen wir ein bisschen hinter Berlin mit 31, aber deutlich vor München. Ich glaube, das ist eine gute Ausgangsposition, eriode – 72. Sitzung – Donnerstag, 20. Juli 2023 wenn es um Zukunftsthemen wie „Autonomes Fahren“, „Vernetzte Fabrik“, „Personalisierte Medizin“ geht. Auch die DHBW und die HAWs sind stark in den Fragen Transfer und KI-Techniken und „Anwendung in der regionalen Wirtschaft“. Sie alle wissen, dass die Unternehmen in unserem Land enorm davon profitieren. Nicht zuletzt haben wir auch die Pädagogischen Hochschulen mit einem Förderprogramm im Umfang von 1,5 Millionen € gerade gestärkt, um KI-Tools in der Hochschullehre und Lehrerbildung einzusetzen, weil – ganz klar – das Lernen und Lehren mit KI ja nicht erst an den Hochschulen anfangen kann, sondern auch schon an der Schule beginnen muss. Nicht zuletzt verfügt Baden-Württemberg – wir haben es gehört – im KI-Bereich über international renommierte Spitzenforschungsstandorte. Die Stichworte sind genannt worden: Cyber Valley, AI Center, ELLIS-Institut. Hier wird europaweit und international vernetzt auf allerhöchstem Niveau gearbeitet. Meine Damen und Herren, es wird aber in Zukunft nicht nur darum gehen, KI in technischen Fächern und Studiengängen zu verankern, sondern es wird darum gehen, generell Kompetenzen zu erwerben. Das bedeutet, so wie jedes Berufsbild in Zukunft mit KI zu tun haben wird, müssen wir davon ausgehen, dass auch jeder Studiengang, jeder Ausbildungsplatz am Ende mit KI konfrontiert sein muss, sollte und kann, dass Bildungsprozesse neu gedacht und aufgesetzt werden müssen. Ich habe vorhin schon mal das Stichwort „Individualisiertes Lernen“ genannt. Wir haben während Corona darum gerungen, wie wir mit der Digitalisierung in der Lehre umgehen. Es war nicht so, dass wir alle fanden, dass das jetzt der Weisheit letzter Schluss wäre. (Unruhe bei der AfD) – Ich bin jetzt einfach mal so lange still, (Glocke des Präsidenten) bis die AfD ...

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