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Hans-Peter Hörner

AfD 28.06.2023 Sitzungen 17/68

Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren! Meine beiden Großväter und mein Vater, der als 16-Jähriger von der Schulbank weg eingezogen wurde, waren im Zweiten Weltkrieg. Sie sind alle drei Gott sei Dank unversehrt zurückgekehrt und haben dann hier das Land wieder aufgebaut. Wir, die wir hier sitzen, waren einige Jahrzehnte nicht mehr kriegerischen Handlungen ausgesetzt. Das hat sich nun geändert. In nahen Kriegsgebieten sind Leib und Leben Unschuldiger bedroht, die Menschenwürde wird aus Gründen des Machterhalts und der Machtergreifung mit Füßen getreten. Mit solchem unwürdigen Geschehen setzen sich natürlich auch Schulen nicht erst jetzt auseinander. Die Erziehung zum mündigen Bürger, der dazu fähig ist, weltpolitische Ereignisse zu verstehen und objektiv zuzuordnen, ist wesentliche Aufgabe eines jeden Bildungsplans innerhalb des fächerübergreifenden Unterrichts. Wie Sie wissen, unterscheiden sich Bildungspläne von Lehrplänen im Grunde dadurch, dass sie nicht in erster Linie fachliche Inhalte vorschreiben, sondern auch eine Kompetenzorientierung aufweisen. Hier liegt eine wesentliche Chance, aber auch eine Gefahr. Den jeweiligen Lehrkräften wird nämlich damit einmal eine Freiheit eingeräumt, aber auch die Verpflichtung, eine Auswahl von Themen und Unterrichtsgegenständen vorzunehmen und damit in Verantwortung zu den verfassungsmäßigen Regeln auf Themen, auch auf Konflikte, einzugehen. Dabei, meine Damen und Herren, stehen im Vordergrund: erstens objektive Information, zweitens die Möglichkeit für jeden Schüler, sich selbst eine nachvollziehbare und begründete eigene Meinung zum Thema zu bilden, drittens die Möglichkeit des problemlösenden Denkens und viertens die Möglichkeit, in der Gesellschaft Verantwortung wahrzunehmen. (Hans-Peter Hörner) Jeglicher Indoktrination, zwingenden Vorgaben von Meinungen und Manipulationen darf dabei aber keinerlei Platz eingeräumt werden – egal, von wem. (Beifall bei der AfD) Fächer wie Gemeinschaftskunde, Geschichte, Religion und Ethik mögen dabei zunächst eine führende Rolle spielen. Auch Deutsch, Sprachen, Geografie, Naturwissenschaften – ich war Biologielehrer und erinnere an den Sozialdarwinismus – oder auch die wirtschaftlichen Fächer – ich nenne z. B. die internationale Ordnungspolitik, die Globalisierung der Märkte – stehen hier alle in der Verantwortung. Projektunterricht und freie Zeitfenster in den Bildungsplänen bieten eine umfangreiche und sehr interessante Gestaltungsmöglichkeit. Was mich besonders freut, was ich auch gern praktiziert habe, war, dass sich die Schulen immer gern mit der Vermittlung der Friedenserhaltung und der sicherheitspolitischen Bildung auseinandergesetzt haben, indem sie auch mit externen Fachkräften zusammengearbeitet haben. Das zeigt ja auch die hier schon erwähnte Tabelle auf Seite 4 der Drucksache 17/4733, die die Arbeit der Jugendoffiziere der Bundeswehr an unseren Schulen dokumentiert. In der Summe waren es 717 Veranstaltungen im Zeitraum 2021/2022, davon immerhin 350 an Gymnasien, 150 an Realschulen, 155 an beruflichen Schulen und – das bedaure ich – nur 23 an Haupt- und Werkrealschulen. Wie schon erwähnt, weist für die gleiche Zeit die Veranstaltungsstatistik der Servicestelle Friedensbildung für 2021 47 und für 2022 nur 45 und damit deutlich weniger Veranstaltungen aus. Ob damit die Ausgewogenheit verletzt ist, möchte ich aber bezweifeln. Denn in ihrer Ausrichtung unterliegen diese externen Fachkräfte dem Beutelsbacher Konsens, sodass eine objektive Gestaltung der Einheiten gewährleistet – ich sage es so – sein kann. Die Zahl der 717 Aktivitäten der Jugendoffiziere der Bundeswehr unterstreicht, dass ein hohes Bedürfnis vonseiten der Schulen bzw. der Schüler und Lehrkräfte nach Behandlung des Themas besteht. Dabei ist auch die berufliche Orientierung in den Abgangsklassen wichtig. Das wird von vielen Schülern dann überlegt, diskutiert und manchmal sogar ausgeführt. Ob sich jetzt aus den kriegerischen Handlungen auf unserem Kontinent, die ich anfangs erwähnt habe, im Rahmen der Diskussion eine Wiedereinsetzung der allgemeinen Wehrpflicht – in Klammern: mit Gewissensprüfung – ergeben sollte, möchten wir alternativen Demokraten (Abg. Georg Heitlinger FDP/DVP: „Alternative De- mokraten“!) im Rahmen der Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland unbedingt bejahen. Danke an die Lehrkräfte, die sich im Rahmen der fächerübergreifenden Unterrichtseinheiten einer objektiven und verantwortlichen Gestaltung der Friedenssicherung verpflichtet fühlen, und natürlich auch an die Jugendoffiziere der Bundeswehr, die ihre Aufgabe praxisnah an den Schulen erfüllen. riode – 68. Sitzung – Mittwoch, 28. Juni 2023 Abschließend: Ich freue mich auch, dass es nun inzwischen möglich ist – – Mein Ältester war auch bei der Bundeswehr, zwölf Jahre Berufsoffizier, Hauptmann der Reserve – –

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