Hans-Peter Hörner
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Um es von vornherein ganz klar zu sagen: Wir alternativen Demokraten (Abg. Dr. Alexander Becker CDU: Es gibt Demokra- ten, und es gibt Alternative!) haben die verbindliche Grundschulempfehlung in unserem Programm von Beginn an. Ich sage das nicht nur als Abgeordneter der AfD, (Zuruf von der CDU: Alternative Wahrheiten!) sondern ich sage das wiederum auch als Vater und als langjähriger Elternbeiratsvorsitzender an verschiedenen Schulen, u. a. auch an einer Realschule. (Abg. Thomas Poreski GRÜNE: Das waren andere auch!) Wir freuen uns natürlich, dass sich die FDP/DVP unseren Argumenten inzwischen anschließen will, (Abg. Dr. Hans-Ulrich Rülke FDP/DVP: Unsinn!) und ich freue mich auch darüber – dies an die CDU gerichtet –, dass der hier bereits erwähnte Florian Hummel bei „SWR Aktuell“ darauf hingewiesen hat, dass die grüne Landtagsfraktion endlich aufhören solle, aus ideologischen Gründen eine Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung zu verhindern, weil es da um die Interessen von Schülerinnen und Schülern geht. (Beifall bei der AfD) Ich freue mich auch, wenn ich hier höre, wir sollen von den Besten lernen. Die Besten sind für mich aber nie – Anwesende ausgeschlossen, wie immer – ein Professor Doktor. Die Besten sind für mich die Praktiker. Und wenn Lehrerverbände, egal, welche – z. B. der Philologenverband oder der Realschullehrerverband –, sich bei Umfragen mit 85 % bzw. 94 % ganz klar aufgrund ihrer Erfahrungen dafür aussprechen, die verbindliche Grundschulempfehlung wieder aufleben zu lassen, dann ist das für mich ein wesentliches Argument. Ergebnisse von 85 % und 94 % hier herunterzuspielen ist für mich vollkommen unverständlich. (Beifall bei der AfD) Ich wiederhole die Aussage der Landesvorsitzenden des Realschullehrerverbands: Diese ideologisch fehlleitende Schulpolitik versündigt sich – versündigt sich! – geradezu an ganzen Generationen von Schülerinnen und Schülern und muss ein Ende haben! (Beifall bei Abgeordneten der AfD – Zuruf von der AfD: Ja!) eriode – 66. Sitzung – Donnerstag, 25. Mai 2023 Der Vorsitzende des Philologenverbands sagt: Wenn 80 % der Lehrkräfte die ständigen Misserfolge der überforderten Kinder beklagen und ihre völlige Frustration, wenn sie dann – oft Jahre zu spät – endlich die Schulart wechseln, dann ist das auch eine heftige Anklage dagegen, dass auf diese Weise institutionalisiert Bildungsverlierer produziert werden, obwohl das mit einer verbindlichen Grundschulempfehlung vermeidbar wäre. Vom Vertreter der Grünen wurde hier gesagt, dass ein Schüler, der eine verbindliche Grundschulempfehlung für das Gymnasium hat, nicht auf die Realschule gehen könne. Ich weiß nicht, woher Sie das haben. Selbstverständlich kann man mit einer Grundschulempfehlung für das Gymnasium auch auf die Realschule gehen; man könnte sogar auf die Hauptschule gehen. (Zuruf von den Grünen: Das hat er nicht gesagt!) Ich habe das erlebt als Vater von meinen Kindern, die solche Empfehlungen hatten, dann auf eine Realschule gingen und heute sehr glücklich sind, dass sie auf der Realschule waren. (Zurufe von den Grünen) – Ich bin jetzt dran. Sie können ja nachher eine Zwischenfrage stellen, wenn ich noch Zeit habe. Ich möchte auch daran erinnern, meine Damen und Herren: Früher war es durchaus möglich, dass ein Schüler, der eine Empfehlung für die Realschule bekommen hat und dann Leistung gezeigt hat – ein sogenannter Spätentwickler –, auf das Gymnasium wechseln konnte. Selbstverständlich entwickeln sich junge Leute weiter; das ist ja erfreulich. Warum sollen sie dann nicht von der Realschule auf das Gymnasium wechseln? Das war alles möglich. (Beifall bei der AfD – Abg. Anton Baron AfD: Das nennt man Durchlässigkeit!) Und wie viele wechseln heute zurück? Früher war der Weg von der Hauptschule zur Realschule oder von der Realschule auf das Gymnasium. Und heute? Heute wechseln sie vom Gymnasium auf die Realschule und, wenn sie Pech haben, noch auf die Hauptschule. Was haben solche jungen Menschen, nachdem sie Misserfolge hatten und auf die Hauptschule wechseln mussten, letztlich noch für eine Lebensperspektive, wenn sie nur Rückschläge erleben? Ich möchte eines erwähnen – selbst wenn Sie nachher sagen, das sei rückwärtsgewandt –: Ich bin von einer Volksschule auf das Gymnasium gekommen, aber nicht durch eine Empfehlung, sondern durch eine Prüfung. Man musste früher nachweisen, dass man lesen, rechnen und schreiben kann. An unserer Schule waren es fünf Schüler, die zum Wechsel von der vierten auf die fünfte Klasse eine solche Prüfung gemacht haben. Davon haben vier diese Aufnahmeprüfung bestanden, einer nicht. Ich bin überzeugt – ich habe ihn nämlich gut gekannt –, er konnte besser lesen, rechnen und schreiben, als es die PISA-Studie heute vorgibt. Mittlerweile ist er Handwerksmeister. Er hat in dem Dorf, aus dem ich komme, ein Unternehmen gegründet und Arbeitsplätze geschaffen. Sein Betrieb, der heute von den Kindern geführt wird, ist noch immer hervorragend und angesehen. Er sitzt sogar noch im Stadtrat. (Beifall bei der AfD) (Hans-Peter Hörner) Die restlichen 30 Sekunden möchte ich mir für die zweite Runde aufsparen. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD)
