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Katrin Steinhülb-Joos

SPD 24.05.2023 Sitzungen 17/65

Nein, ich möchte es gern weiterführen. – Mit der Finanzierung der Leitungszeit über das KiTa-Qualitätsgesetz geben Sie ja lediglich Bundesmittel weiter und stehlen sich selbst wie viel zu oft aus der eigenen Verantwortung. Dabei schrillen doch die Alarmglocken unse­ rer Kindertageseinrichtungen unüberhörbar. Natürlich begrü­ ßen wir die Fortführung der Leitungszeit, aber machen wir uns doch ehrlich: Die bisher vorgesehene Zeit reicht doch hin­ ten und vorn nicht. Da sage ich als langjährige Schulleiterin ganz bewusst: Päd­ agogische Arbeit – und in unseren Schulen und Kitas wird sehr gute pädagogische Arbeit geleistet – und Leitung brau­ chen Zeit. Leitungskräfte in Kindertageseinrichtungen tragen für die Qualität der frühkindlichen Bildung maßgeblich die Verantwortung. Sie sind der Dreh- und Angelpunkt für die Professionalisierung des Arbeitsfelds, die wir brauchen, um es auch tatsächlich attraktiv zu machen. In der vom VBE in Auftrag gegebenen DKLK-Studie – du hast es gesagt – geben rund die Hälfte der Kitaleitungen an, mehr als 60 % ihrer Arbeitszeit für Leitungstätigkeiten zu be­ nötigen. Das macht einmal mehr deutlich, wie notwendig Ver­ änderungen hier sind und dass wir hier anderen Bundeslän­ dern hinterherhinken. Und was macht die grün-schwarze Landesregierung? Sie zeigt mit dem Finger auf die Kommunen und tut so, als ob die früh­ kindliche Bildung in unserem Land nicht zu ihrem Aufgaben­ bereich gehören würde. Dabei geht es in unseren Kitas nicht nur um Betreuung, sondern eben auch um frühkindliche Bil­ dung. Leider gerät diese unter Grün-Schwarz mehr und mehr aus dem Fokus. Die Folgen zeigen sich beispielsweise in der IQB-Grundschulstudie. Nichtsdestotrotz lässt Grün-Schwarz mit dem vorliegenden Gesetzentwurf die Chance verstreichen, die für die Stärkung der frühkindlichen Bildung so wichtige pädagogische Lei­ tungszeit auszubauen. Das ist ein Fehler. Die Kitas brauchen dringend mehr Leitungszeit, mehr Zeit für die Erarbeitung und eriode – 65. Sitzung – Mittwoch, 24. Mai 2023 Evaluation pädagogischer Konzepte, mehr Zeit für die Wei­ terentwicklung der Teamarbeit und – nicht zu vergessen – mehr Zeit zur Interaktionsentwicklung mit den Kindern und Familien. Für all diese Aufgaben ist die bisher angesetzte Lei­ tungszeit definitiv nicht ausreichend. (Beifall bei der SPD und des Abg. Dennis Birnstock FDP/DVP) Kitaleitung geht nicht nebenher. Seit 160 Jahren lohnt es sich, auf die SPD zu hören. (Heiterkeit des Abg. Thomas Poreski GRÜNE) Wenn Sie das nicht wollen, hören Sie doch bitte auf die Men­ schen aus der Kitapraxis, hören Sie doch bitte auf die Men­ schen aus den Verbänden und Gewerkschaften. Das gilt auch für die angesetzte Befristung der Regelungen bis zum Jahres­ ende 2024. Ich möchte mich hier der Bitte zahlreicher Stellungnahmen zu diesem Gesetzentwurf anschließen. Kümmern Sie sich rechtzeitig um die Weiterführung, noch besser aber um den Ausbau der Leitungszeit, und führen Sie mit den Beteiligten frühzeitig Gespräche. Zeigen Sie dabei nicht wieder nur mit dem Finger nach Berlin, sondern packen Sie selbst an und zei­ gen den notwendigen Einsatz, welchen das Thema auf landes­ politischer Ebene verdient.

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