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Dr. Andre Baumann

19.04.2023 Sitzungen 17/62

Wir müssen in Deutschland und auch in Baden-Württemberg die Kapazitäten für aus erneuerbaren Energiequellen erzeugten Strom deutlich ausbauen, aber wir werden seitens der Bundesrepublik Deutschland und auch seitens des Landes Baden-Württemberg nicht energieautark sein. Wir werden in das europäische Stromnetz eingebunden sein, und es wird auch einmal Strom aus Deutschland, der aus erneuerbaren Energien stammt, nach Frankreich gehen oder auch nach Holland, und es wird eben auch so sein, dass Strom aus anderen Ländern durch Deutschland durchfließt oder nach Deutschland kommt, weil die deutsche Energiewirtschaft Teil einer europäischen Energiewirtschaft ist. Es ist auch Teil der Wirklichkeit, dass andere Länder auch Atomkraftwerke haben und sogar neue planen. Jetzt zur Frage nach den Wünschen des Staatssekretärs, der Frage, ob andere Präsidenten, z. B. in Frankreich, ihn erhören: Da bin ich mal nicht sicher, aber es ist unsere Aufgabe, den Anteil der erneuerbaren Energien bei uns so groß wie möglich zu haben. Es ist aber auch eine energiewirtschaftlich dringende Aufgabe, die Interkonnektivität, also die Konnektivität zu anderen Ländern, zu erhöhen, damit wir uns aushelfen. So haben wir in den vergangenen Monaten Frankreich im Strombereich ausgeholfen, und wir haben eine Aushilfe im Erdgasbereich bekommen. Letzteres war notwendig, weil wir in Deutschland eine hohe Abhängigkeit auch von Erdgas hatten und aus guten Gründen auf russisches Erdgas verzichtet haben. So kann es dann eben auch in Zukunft sein, dass Atomstrom nach Baden-Württemberg und Deutschland fließt. Wenn wir mehr Strom aus erneuerbaren Quellen in Deutschland produzieren, dann wird der Anteil des Atomstroms am Gesamtstrommix in Deutschland und Baden-Württemberg sinken. (Staatssekretär Dr. Andre Baumann) Jetzt zum Rückbau der Atomkraftwerke: Wenn Sie das jetzt für Baden-Württemberg sehr genau wissen möchten, Frau Abgeordnete, kann ich das gern nachreichen. (Abg. Gabriele Rolland SPD: Gern!) Wir gehen da seriös vor. In Obrigheim sind wir sehr weit fortgeschritten. Da haben wir das Ziel einer grünen Wiese. In Philippsburg hat man – das wissen Sie – die beiden Kühltürme gesprengt und dort Konverter für Ultranet gebaut, um am Beginn des Stromnetzes Windstrom aus Norddeutschland in Süddeutschland zu empfangen und dann eben auch sinnvoll zu verteilen. Aber den genauen Stand des Rückbaus in Philippsburg und bei Neckarwestheim I kann ich Ihnen so nicht mitteilen. (Zuruf der Abg. Gabriele Rolland SPD) Wenn Sie eine Politikerantwort mit Allgemeinplätzen haben möchten, kann ich das gern tun. Aber ich glaube, das möchten Sie nicht. Insofern kann ich das gern nachreichen.

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