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Dr. Andre Baumann

19.04.2023 Sitzungen 17/62

Ich habe gesagt, dass das nationale atomare Endlager für hoch radioaktive Abfälle eben so ausgelegt sein wird, dass man das Material innerhalb von 500 Jahren wieder herausholen kann und dass das Material eine Million Jahre darin gelagert werden kann. Die Auflage lautet, dass das eingelagerte Material innerhalb von 500 Jahren wieder zurückgeholt werden kann, aber im Moment haben wir nicht die technischen Möglichkeiten, um es wieder so aufzubereiten oder in die Sonne zu schießen oder wegzubeamen wie bei „Raumschiff Enterprise“, dass es einfach nicht mehr da ist. Deswegen denkt und plant man den Worst Case, dass ein Zurückholen nicht möglich ist. Das zeigt eben auch die Schwierigkeit bei der gesamten Atomdebatte, zu der der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer einmal gesagt hat, die Atomfrage sei vergleichbar mit einem Flugzeug, das gestartet ist, ohne dass es bereits eine Landebahn oder Räder am Flugzeug, eriode – 62. Sitzung – Mittwoch, 19. April 2023 die zur Landung benötigt werden, gegeben hätte. Man wusste nicht, wie man den Atommüll sorglos unschädlich machen könnte; da hat man vielmehr auf das Prinzip Hoffnung gesetzt. Bei der Endlagersuche hingegen geht man seriös vor, vom Worst Case her denkend, und das ist dann der aktuelle Kenntnisstand: dass es sehr wahrscheinlich so ist, dass das Material eine Million Jahre lang gelagert werden muss, bis es auf einen unschädlichen Wert ausgestrahlt ist.

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