Joachim Steyer
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kollegen! Jeden Morgen wache ich auf und gehe als Optimist grundsätzlich vom Besten aus. (Zuruf des Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE) Aber ein kurzer Blick in die Nachrichten holt mich jedes Mal schnell wieder in die Realität zurück – in eine Realität voller politischer Entscheidungen, die nichts anderes sind als ein Albtraum, der einfach nicht enden will. Meine Damen und Herren, es ist immer wieder erstaunlich, was wir alle an geballter Inkompetenz in den Regierungsparteien ertragen müssen. (Beifall bei der AfD) Uns, der AfD, wirft man seit Jahren vor, dass wir uns den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Experten verschließen würden. eriode – 62. Sitzung – Mittwoch, 19. April 2023 tokoll g vom 19. April 2023 10:02 Uhr (Beifall der Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP und Sebastian Cuny SPD) Aber wie heißt es so schön? Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen. (Zuruf: Genau!) Insbesondere die Grünen und in allererster Linie ihr Wirtschaftsminister Robert Habeck ignorieren die einstimmige Meinung von Experten, dass das geplante Verbot des Einbaus neuer Gas- und Ölheizungen ab 2024 nicht umsetzbar und für die allermeisten Hauseigentümer auch nicht finanzierbar ist. Bei genauerer Betrachtung ist der ökologische Schaden beim Zwangseinbau einer Wärmepumpe in Bestandsgebäuden größer, als wenn man alles beim Alten belässt. Man darf aber nicht vergessen, dass es Merkels Bundesregierung war – also CDU und SPD –, die bereits 2019 das Verbot von Ölheizungen – mit Ausnahmen – ab 2026 und ab 2020 die Austauschpflicht für 30 Jahre alte Heizungsanlagen beschlossen hat und somit der eigentliche Erfinder dieses bürgerfeindlichen Gesetzes ist. Alle, die dieses Vorhaben gutheißen, haben anscheinend keinerlei Ahnung, was das nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für Sie alle, meine Damen und Herren, Ihre Familien, Freunde und Bekannten bedeutet. Weil ein Kinderbuchautor so viel Ahnung von Heizungsanlagen hat wie ich von Kinderbüchern, möchte ich als Gas- und Wasserinstallateurmeister Ihnen als Berufspolitikern einmal erklären, welche Auswirkungen dieses Gesetz hat, sollte es tatsächlich in der geplanten Form umgesetzt werden. Die Geschichte beginnt wie folgt: Es war einmal ein Einfamilienhaus aus dem Jahre 1980 mit 140 m2 Wohnfläche. Dieses Haus befand sich in einem baulichen Zustand, wie es Hunderttausende oder gar Millionen andere auch waren – also kein Ausnahmefall. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Ist das eine Durch- schnittswohnung?) Diese Häuser haben eine gut funktionierende Öl- oder Gasheizung. Im ganzen Haus findet man Heizkörper vor. (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Ein 140 m2 großes Einfamilienhaus! – Gegenruf des Abg. Udo Stein AfD) (Joachim Steyer) Die Fenster sind doppelt verglast, und das Dach und die Fassade sind nicht wärmegedämmt. Die jährlichen Heizkosten lagen vor dem Ukrainekrieg bei durchschnittlich 2 500 €. (Zurufe von den Grünen) Nach 2025 geht dann im Winter bei minus zehn Grad der Kessel kaputt und ist auch nicht mehr zu reparieren. Aufgrund der Platzverhältnisse scheidet eine Pelletheizung aus. Auch Fernwärme steht nicht zur Verfügung. Eine Wärmepumpe muss schnellstmöglich her; denn draußen ist es kalt. Weil Wärmepumpen in der Regel nur in Verbindung mit einer Fußbodenheizung wirklich Sinn ergeben, erhöht sich die Fußbodenhöhe um 10 cm. Die Folge ist, dass Türen, Lichtschalter, die Duschwanne, die WC-Anlage usw. baulich angepasst werden müssen. Ich klappere also alle Handwerker ab, die ich hierfür benötige, und erreiche das Unmögliche, nämlich innerhalb von drei Tagen von allen ein Angebot zu erhalten. Denn ich friere. (Zuruf von der AfD: Ich auch!) Die vorläufige Kalkulation sieht wie folgt aus: Wärmepumpe inklusive Speicher und Fußbodenheizung 35 000 €, Estrichleger 5 000 €, Sanierung des Daches 45 000 €, neue Fenster 35 000 €, Isolierung der Fassade 35 000 €, Malerarbeiten innen 10 000 €, Fliesenleger 25 000 €, Elektriker 5 000 €, Badsanierung 10 000 €, Türen innen erneuern 5 000 €, Einbauküche aus- und wieder einbauen 3 000 €. Zusammen sind das Kosten von 223 000 €. (Unruhe)
