Norbert Knopf
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Von der Uni Heidelberg über das DKFZ und das ZI hin zum EMBL sowie dem Max-Planck-Institut – jede dieser Forschungseinrichtungen in der Rhein-Neckar-Region ist für sich genommen schon exzellent. Doch gemeinsam haben sie das Potenzial, zur absoluten Weltspitze zu gehören. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen – Vereinzelt Beifall bei der CDU) Life Science made in „THE LÄND“, (Abg. Gabriele Rolland SPD: Furchtbar! – Zuruf von der SPD: Bitte nicht!) auf einer Stufe mit Boston und Co. Genau hier kommt der Innovationscampus Lebenswissenschaften ins Spiel. Er führt unter dem zugegebenermaßen etwas sperrigen Titel „Health & Life Science Alliance“ universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie die beiden Unikliniken in der Rhein-Neckar-Region zu einem Innovationsökosystem zusammen. Ziel ist es, die Expertise aller genannten und vieler weiteren Akteure der Branche zu bündeln, den Wissenstransfer zwischen Forschung, Entwicklung und klinischer Praxis zu beschleunigen und das Potenzial der Region Rhein-Neckar als Leuchtturm der Lebens- und Gesundheitswirtschaft voll auszuschöpfen. (Zuruf: So machen wir das!) Die Landesregierung fördert den Innovationscampus seit 2021 mit rund 65 Millionen €. Denn die positiven Aspekte wirken über die Rhein-Neckar-Region hinaus. Die Ergebnisse der (Norbert Knopf) Spitzenforschung und ihre schnellere Translation in Produkte, Medikamente oder Verfahren zur medizinischen Anwendung stärken den Gesundheitsstandort Baden-Württemberg insgesamt. Außerdem führt diese zukunftssichere Branche hoch qualifizierte Arbeitskräfte und zusätzliche Investitionen ins Land. Ein Förder- und damit Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der gemeinsamen Datenräume und der künstlichen Intelligenz. Denn Daten werden auch und gerade im Gesundheitssektor immer wichtiger. Wo jeder für sich allein Daten erhebt und auswertet, stößt er bald an Grenzen. Daher kann der Vernetzungsgedanke gerade hier besonders zur Geltung kommen, und daher sind die 15 Millionen € Fördervolumen für diesen Schwerpunkt besonders gut investiert. (Beifall bei den Grünen – Vereinzelt Beifall bei der CDU) Die beteiligten Forschungseinrichtungen werden in einer gemeinsamen Rechtsform gebündelt, die als Dachorganisation die Aktivitäten der „Health & Life Science Alliance“ koordiniert. Sie gewährleistet eine professionelle und effiziente Steuerung des Vernetzungsprozesses und der im Rahmen des Innovationscampus angestoßenen Forschungsprojekte. Steuerung und Koordination sind gute Stichwörter für einen anderen Aufgabenkomplex. Denn was für die Forschung schon vorbildhaft auf den Weg gebracht worden ist, ist nun auch bei der Patientenversorgung notwendig. Die Landesregierung geht den richtigen Weg, wenn sie die Abwägung zwischen notwendigen Maßnahmen zur Konzentration und dem Anspruch einer flächendeckenden Versorgung als Maßstab aller Gestaltungsprozesse anlegt. Die Stadt Heidelberg ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine gezielte Entwicklung unter Einbeziehung aller Akteure gefragt ist, anstelle eines unkontrollierten „Weiter so!“. Mit den Kliniken Schmieder, dem Bethanien Krankenhaus, dem Krankenhaus St. Vincentius, dem St. Josefskrankenhaus, der Klinik Sankt Elisabeth, dem Krankenhaus Salem, der Thoraxklinik, dem Kurpfalzkrankenhaus, dem Nierenzentrum und der Uniklinik Heidelberg gibt es dort zehn Krankenhäuser, die sektorenübergreifend und bedarfsgerecht in die regionale Versorgungsstrukturplanung einzubinden sind. Derzeit ist es noch ein regelrechter Flickenteppich. Mit dem Förderprogramm für mehr Versorgungszentren ist das Land jedoch auf dem richtigen Weg. Es stärkt die Kooperation aller Beteiligten und koordiniert zielgerichtet Bedarfe und Angebote vor Ort. Denn wie bei der „Health & Life Science Alliance“ für die Forschung ist auch bei der Versorgung durch Koordination und Vernetzung ein Mehrwert für alle Beteiligten möglich, und dazu braucht es nicht einmal einen so komplizierten Namen. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU)
