Udo Stein
Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Wir sprechen heute zum wiederholten Mal über das Thema Wolf. Die FDP/DVP hat den Antrag zum Wolfsbestandsmanagement eingebracht. Ich möchte als Vorwort eines erwähnen: Unserem Wappentier, das wir hier oben sehen, gestatten wir 4 % der Landesfläche, und der Wolf soll sich landesweit uneingeschränkt verbreiten. Das ist eine Sauerei. (Beifall bei der AfD) Wir haben ähnliche Forderungen wie die FDP/DVP, die fordert: Der Wolf soll ins Jagdrecht. (Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE: Was ist denn mit den Löwen?) Das fordern wir auch. Wir fordern Subsidiarität und Selbstbestimmung in Baden-Württemberg. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit der EU. (Zuruf des Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE) Schweden kann es, Finnland kann es, Sachsen kann es, und Tirol ist auch nicht weit weg. Wir fordern einen Wolfszielbestand, dass einmal ganz klar gesagt wird: Wo sollen in Baden-Württemberg Wölfe leben? Wie viel Lebensraum haben wir für Wölfe? (Lachen des Abg. Sascha Binder SPD) Und wenn überhaupt, wo sollen die dann sein? Im Nationalpark Schwarzwald könnte man es sich eventuell vorstellen. (Beifall bei der AfD – Zuruf des Abg. Sascha Binder SPD) Dass einzelne Wölfe hier durchziehen, wird man nie verhindern können, aber wir müssen mal regeln, wo und wie viele. Die Forderung nach einer Wolfsverordnung finde ich hundertprozentig richtig, und der kann ich auch voll und ganz zustimmen. Niedersachsen hat eine, Sachsen hat eine, und auch Tirol hat eine Wolfsverordnung. (Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE: Die haben einen Managementplan!) Was die FDP/DVP nicht gefordert hat, ich aber an dieser Stelle für die AfD fordern möchte, ist, solange Sie so weitermachen, wie Sie jetzt weitermachen, die Einrichtung eines Fonds zur Entschädigung der Jagdausübungsberechtigten. Die Weidetierhalter werden finanziell entschädigt. Aber den emotionalen Schaden, wenn man auf eine Wiese kommt und seine Tiere angefressen sieht, den können Sie mit noch so viel Geld nicht entschädigen, Herr Rösler. (Beifall bei der AfD) Die Aufforderung zu einer Bundesratsinitiative finde ich ja richtig, wenn sich endlich mal im Bund etwas verändern würde. Der Kollege Burger hat auch schon gefordert, den Status (Udo Stein) des Wolfes zu überdenken. Es passiert aber einfach nichts. Da würde ich mir einfach auch mal von der FDP wünschen, im Bund einmal auf Herrn Lindner einzuwirken und ihm zu sagen – er ist auch Jäger –, er solle doch mal schauen, dass der Wolf bundesweit ins Jagdrecht kommt. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: Sehr gut!) Wenn ich mir die Stellungnahme zu dem Antrag der FDP/DVP genau anschaue, dann finde ich Folgendes schon interessant. Die SPD fordert Entschädigung. Wir haben seit April 2021 10,2 Millionen € für den Wolf ausgegeben – 10,2 Millionen €! –, für Schutzmaßnahmen und alles, was mit drin ist. (Zuruf des Abg. Jonas Weber SPD) Da frage ich jetzt die Landesregierung: Wo ist denn Ihr verantwortungsvoller Umgang mit dem Geld der Steuerzahler? 10,2 Millionen €! (Zuruf des Abg. Jonas Weber SPD) Das kann ich hier nirgends erkennen. Gehen Sie endlich mal verantwortungsvoll mit dem Geld der Steuerzahler um, und verschwenden Sie es nicht aus ideologischen Gründen. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der SPD) Wir sind gerade am Scheideweg. Das erste Rudel steht vor der Tür. (Lachen des Abg. Sascha Binder SPD) Deshalb müssen wir uns überlegen: Wie gehen wir damit um? (Abg. Daniel Lede Abal GRÜNE: Tür zu!) Dazu gehört für mich ganz klar, dass wir jetzt überlegen, wie wir es machen. (Abg. Sascha Binder und Abg. Jonas Weber SPD: Ab- schieben! – Gegenruf des Abg. Miguel Klauß AfD: Endlich haben Sie es kapiert!) Die Frage, ob wir Wölfe entnehmen oder nicht, stellt sich ja. Unser Land ist wahnsinnig dicht besiedelt. Deshalb spreche ich mich auch ganz klar dafür aus, dass wir den Großteil Baden-Württembergs als wolfsfreie Zone ausweisen. Man kann über eine Möglichkeit im Nationalpark Schwarzwald nachdenken. Aber ich fordere für die Weidetierhalter in unserem Land den konsequenten Schutz ihrer Herden. Sie versprechen, dass Problemwölfe unbürokratisch und schnell entnommen würden. Dazu sage ich Ihnen mal eines: Für mich ist ein Problemwolf der GW852m, der nachweislich 22 Übergriffe in Baden-Württemberg vorzuweisen hat, (Zuruf des Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE) ebenso wie der GW1129m, der nachweislich fünf Übergriffe hatte. Sind die entnommen? Haben Sie schnell und unbürokratisch eingegriffen? Nein, haben Sie nicht. Leere Versprechungen und leere Worte von Ihrer Seite! (Beifall bei der AfD – Zuruf des Abg. Dr. Reinhard Löffler CDU) periode – 59. Sitzung – Mittwoch, 8. März 2023 Ich möchte abschließend eines betonen: Der Wolf ist ein Raubtier, und diese Romantisierung eines Raubtiers möchte ich einfach nicht so hinnehmen. Ich möchte kurz zwei Beispiele nennen. Am 22. Februar dieses Jahres wurde eine Radfahrerin in Rottenburg/Niedersachsen von drei Wölfen verfolgt. (Lachen bei Abgeordneten der SPD) Am 3. März 2023 wurde eine Hündin in Weißwasser/Sachsen von drei Wölfen gerissen und aufgefressen. Wann handeln Sie endlich? (Zuruf des Abg. Sascha Binder SPD) Wenn das erste menschliche Opfer zu beklagen ist, ist es zu spät. (Oh-Rufe – Glocke des Präsidenten) Deshalb fordere ich Sie auf, schnell und unbürokratisch zu handeln, wie Sie es versprochen haben. Danke schön. (Beifall bei der AfD – Zuruf von der AfD: Bravo!)
