Katrin Steinhülb-Joos
Dass wir eine Qualitätsentwicklung brauchen, ist uns allen klar, und zwar nicht erst seit dem letzten IQB-Bildungstrend, sondern schon seit den Erhebungen der letzten Jahre, die ähnliche bis gleiche Ergebnisse hervorgebracht haben. Qualitätsentwicklung benötigen wir. Doch der Qualitätsentwicklung steht der Lehrkräftemangel entgegen. Hierzu die Frage: Worin besteht jetzt konkret für die Lehrkräfte die Win-win-Situation? Die meisten Lehrkräfte sind am Rande ihrer Kräfte. Es fehlen unglaublich viele Lehrkräfte. Es fehlen Krankheitsstellvertretungen. Teilweise werden zwei Klassen parallel beaufsichtigt. Und jetzt kommt die Qualitätsentwicklung dazu, die wir ja auch brauchen. Aber ganz konkret: Wie geht die Unterstützung vonstatten? Vor allem ziele ich hier auch auf die sozialdatenatlasbezogene Ressourcenzuweisung ab. Denn so, wie Sie es geplant haben, kommt diese erst in vier bis fünf Jahren flächendeckend zum Einsatz. Die Minimodellprojekte, die es jetzt gibt, decken den Bedarf der Schulen ja nicht ab. Wenn es darum geht – das ist ja ein Teil der Qualitätsentwicklung –, hier Leistungsbzw. Lernstandserhebungen vorzunehmen, und zwar auch in größerem Maß – das haben Sie auch vor –, haben die Schulen nur dann einen Gewinn, wenn tatsächlich auch mehr Resiode – 56. Sitzung – Mittwoch, 1. Februar 2023 sourcen an die Schulen kommen. Die Ressourcen können nicht nur darin bestehen, dass mehr Geld investiert wird oder monetarisiert wird – dann müssen die Schulleitungen wieder Personen suchen. Das heißt, hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Ganz konkret: Wo und wie schnell wird hier den Lehrkräften und Schulleitungen an den Schulen wirklich geholfen?
