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August Schuler

CDU 09.11.2022 Sitzungen 17/49

Herr Minister, wir von unserer Fraktion sind überzeugt davon, dass Sie auch ein Herz für die BOB haben. Wir waren ja gemeinsam beim 25-Jahr-Jubiläum in Meckenbeuren. Uns ist schon wichtig, nachdem wir jetzt seit fast drei Jahrzehnten dieses erfolgreiche kommunale Projekt Bodensee-Oberschwaben-Bahn mit bis zu 5 000 Nutzern am Tag haben – das ist schon von den Kollegen angesprochen worden –, dass es, wenn es jetzt zu einer neuen Art von Ausschreibung kommt – wie Sie es bereits angesprochen haben –, für alle 4 000 bis 5 000 Nutzerinnen und Nutzer am Tag zwischen Aulendorf, Ravensburg, Meckenbeuren und Friedrichshafen eine gute Infrastrukturzukunft gibt mit einer neuen Art von Ausschreibung oder neuen Gesprächen, die Sie ja gerade noch mal angedeutet haben. Im Landkreis Ravensburg gibt es auch Überlegungen über einen Ringzug über Lindau, Kißlegg und wieder zurück nach Aulendorf; das ist ja eine weitere Option. Können Sie das noch mal feststellen? Minister für Verkehr Winfried Hermann: Damit das klar ist: Egal, wer bei der Ausschreibung gewinnt: Wir haben einen Plan, wie gefahren werden soll und was sozusagen durch einen Betreiber bedient werden soll. Auf der Strecke sind im Übrigen mehrere Betreiber unterwegs. Perspektivisch wird es bis 2025 so aussehen, dass auf der Strecke vier Züge fahren werden. Das heißt, in manchen größeren Orten halten die Züge viermal in der Stunde. Es gibt zwei schnelle Züge, und es gibt zwei langsamere Züge, die überall halten. Wir haben dort ode – 49. Sitzung – Mittwoch, 9. November 2022 auf jeden Fall einen Halbstundentakt, auch bei den kleineren Orten. Das ist das Angebot, das durch die verschiedenen Netze eingelöst werden muss. Es ist ja nicht so, dass dort nur ein Netz gefahren wird. Es ist ein bisschen irreführend, wenn wir immer von „Netz“ sprechen, weil manchmal Netze mit unterschiedlichen Namen auf der gleichen Infrastruktur sind. Das sind dann eben schnelle oder langsame Züge. Das Ganze ist ein bisschen kompliziert, aber im Prinzip ist es so, dass wir ein gutes Angebot einlösen und auch die Interessen der Region berücksichtigen. Wir hatten allerdings Signale aus der Region, dass nicht alle der Meinung sind, dass die BOB heute noch notwendig ist. Manche sind begeistert und sagen: „Das ist historisch, das wollen wir weiter haben.“ Aber deswegen habe ich Ihnen am Anfang gesagt, es ist nur noch ein Regiebetrieb und sie machen es praktisch nicht mehr selbst. Bezahlen tun sowieso wir. Da kann man sich schon überlegen, ob etwas, das historisch sehr verdienstvoll war, noch ein Zukunftsmodell ist, ob man das noch braucht. Das muss aber die Region entscheiden. Wir glauben, dass wir der Region ein gutes Angebot machen, egal, in welcher Form. Wie gesagt, mir war die BOB immer sympathisch, das in den Neunzigerjahren zu stemmen, gegen alle großen Trends zu sagen: „Wir machen es anders“, während alle gesagt haben: „Ihr werdet sehen, ihr geht auch pleite, und da kommen keine Fahrgäste.“ Es sind viel mehr Fahrgäste gekommen als gedacht, weil es einfach ein stabiles, gutes Angebot war. Und dafür sage ich ein Dankeschön. (Beifall des Abg. Michael Joukov GRÜNE)

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