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Dr. Rainer Balzer

AfD 28.09.2022 Sitzungen 17/45

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Die meisten Kinder freuen sich auf die Schule. Wissen Sie das eigentlich? Die meisten Kinder wollen zu den Großen gehören, wollen zeigen, was sie können, und wollen auch etwas vorweisen können. Das ändert sich später im Lauf der Schuljahre. Liegt das an den Kindern? Eher nicht. Wahrscheinlich liegt es am Schulsystem. Warum ist das so? Wir wissen doch alle – das sollten Sie auch wissen –: Die Freude am Lernen ist eine sehr gute Voraussetzung für einen gelungenen Schulbesuch und vor allem für einen gelungenen Einstieg in die Schule. Entscheidend für den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist die Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten der Fünf- bis Sechsjährigen. Durch unser „Guter Schulstart“-Gesetz, das ein Brückenjahr zwischen Kindergarten und Schule einführt, werden auch die Kinder erreicht, bei denen die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulbesuch nur eingeschränkt vorhanden sind. Unabhängig von ihrer Muttersprache soll allen Kindern die Möglichkeit sowohl für einen optimalen Einstieg als auch für eine frühere Einschulung gegeben werden. (Beifall bei der AfD) Warum werden heute über 10 % der Kinder zu spät eingeschult? Hier beginnt die deutsche Misere der zu alten Absolventen. Frau Staab hat vorhin einen zweiten Punkt angesprochen. Warum haben wir so viele Abbrecher im Studium und in den Ausbildungsberufen? Deshalb ist das Brückenjahr so wichtig. Hier werden verbindliche Erziehungs- und Bildungsziele umgesetzt. Während dieses Brückenjahrs soll das Lernen und das Üben in vier Bereichen essenziell sein: Erstens: Die Sprachkenntnisse der Kinder werden durch einen altersgerechten passiven und aktiven Wortschatz aufgebaut. Die Kinder lernen, grammatikalisch richtige Sätze zu bilden. Zweitens: Die motorische Entwicklung ist besonders wichtig geworden durch die Versäumnisse während der Coronazeit. Bewegungsübungen und Ballspiele gehören dazu. Drittens: der Zahlenraum von eins bis zehn. Noch vor 20 Jahren war es eine Selbstverständlichkeit, dass diese Kenntnisse (Dr. Rainer Balzer) am ersten Schultag vorhanden waren. Das ist heute nicht mehr der Fall. Viertens: geografische Grundkenntnisse erarbeiten. Zu viele Kinder kennen den Weg in die Kindertagesstätte, in den Kindergarten oder in die Schule vom Rücksitz des Pkws aus. Das ist nicht zielführend. Meine Damen und Herren, nach über 15 Jahren falscher Bildungspolitik ist dieses „Guter Schulstart“-Gesetz notwendig geworden, damit Baden-Württemberg wieder ein erfolgreiches Bildungsland wird. Wir werden das machen müssen, weil Sie „THE LÄND“ hier hingeführt haben. (Beifall bei Abgeordneten der AfD) In der Wortmeldung vorhin – Zitat von Herrn Dr. Kern – sind ja die Zahlen genannt worden. Diese beruhen auf unzähligen sinnlosen Bildungsreformen. Dabei wissen wir eigentlich, dass die Kinder unterschiedlich begabt, interessiert, vielfältig und divers sind. Diese Ausdrücke werden Sie doch verstehen. Also werfen Sie bitte nicht alle Kinder in einen Topf. Schauen wir auf die europäischen Nachbarn. In Frankreich gibt es die Ecole maternelle. Die Kinder zwischen drei und sechs Jahren gehen dorthin und werden in 24 Wochenstunden auf die Grundschule vorbereitet. 97 % der französischen Kinder besuchen diese Institution; ihr Besuch ist seit 2019 für alle Pflicht – sinnvoll. Vergleichen wir uns mit dem kleinen Estland. Zitat eines Besuchers: Dort ist alles viel strukturierter und besser organisiert. Die Kita ist wie eine Vorschule aufgebaut. Es gibt dort keine Erzieher, sondern Lehrkräfte. Die vier- und fünfjährigen Mädels und Jungen erhalten beispielsweise Mathematikunterricht, rechnen auf spielerische Art. Meine Damen und Herren, es ist offensichtlich, dass der aktuelle Orientierungsplan der baden-württembergischen Kindertagesstätten seinen Ansprüchen nicht gerecht wird, und deshalb ist unser Gesetzentwurf mehr als notwendig. Danke. (Beifall bei der AfD)

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