Manuel Hailfinger
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte zunächst einmal eine Lanze brechen für die berufliche Ausbildung in Deutschland und in Baden-Württemberg. Wir genießen weltweit wirklich ein hohes Ansehen mit unserer beruflichen Ausbildung, und sie wird überall auch als Vorbild betrachtet. (Beifall bei Abgeordneten der CDU und der Grünen) Dennoch – daraus ergibt sich die Aufgabe, vor der wir jetzt stehen – machen immer weniger junge Menschen tatsächlich auch eine Ausbildung. Mit dieser Situation setzen wir uns jetzt aktuell auseinander. So kam es auch zu unserem Entschließungsantrag, zu dem ich jetzt gleich ein bisschen einführen werde. (Zuruf des Abg. Sascha Binder SPD) Ich möchte aber noch mal eine klare Botschaft ans Plenum richten und auch an die jungen Menschen in unserem Land (Manuel Hailfinger) appellieren: Die Chancen, die Aussichten mit einer beruflichen Ausbildung waren nie so gut, wie sie heute sind. (Beifall bei Abgeordneten der CDU und der Grünen) Wir haben einen Standort, den es international zu stärken gilt, und deswegen müssen wir diese Aufgabe natürlich angehen. Wir müssen zum einen schauen: Wo liegen die Probleme? Diese sehe ich einerseits bei den Eltern, deren Meinung nach wie vor natürlich einen großen Stellenwert hat bei der Entscheidung, was das Kind nach der Schule macht. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, hier zu einer Lösung zu kommen. Auf der anderen Seite müssen wir schauen, wie wir das Problem der beruflichen Orientierung in der Schule lösen, und zwar so, dass es gelingt, den Übergang in den Beruf so zu gestalten, dass der Fachkräftemangel hier im Land möglichst gering ist. (Beifall bei der CDU) Liebe SPD-Fraktion, der Kollege von den Grünen hat es gerade auch schon gesagt: Im Ziel sind wir uns einig. Jetzt geht es um die Frage: Was ist der beste Weg zum Ziel? Mit dieser Fragestellung müssen wir die Thematik angehen – und dazu sagt ihr leider überhaupt gar nichts. Wir sagen: Wir gehen klar und ergebnisoffen vor, und wir sagen auch: Wenn es um die berufliche Ausbildung geht, so müssen deren Vorteile in der Schule in gleicher Weise dargestellt werden. Frau Trauschel hat das in der Ersten Beratung hier im Parlament bereits ausgeführt und gefordert, dass der Lehrer die Vorteile beider Richtungen – berufliche Ausbildung und Studium – in gleicher Weise anführt. Das ist eine wichtige Aufgabe, der wir nun auch in unserem Entschließungsantrag Rechnung tragen. (Zuruf der Abg. Alena Trauschel FDP/DVP) – Ja, natürlich. – Dabei geht es natürlich nicht vor allem – dieser Aspekt, liebe SPD, fehlt in Ihrem Entwurf völlig – um Schnelligkeit, sondern um Gründlichkeit. (Beifall bei der CDU – Vereinzelt Beifall bei den Grünen) Ihr schreibt Worte auf Papier, aber ihr liefert überhaupt kein Handlungskonzept. (Abg. Sascha Binder SPD: Ja, wir reden über Gesetz- entwürfe, Herr Kollege! – Zuruf der Abg. Gabriele Rolland SPD – Weitere Zurufe – Unruhe) Was mich mit am meisten enttäuscht hat: Ich kann mich natürlich immer wieder hinstellen und auf Papier – – (Anhaltende Unruhe)
