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Dr. Susanne Aschhoff

GRÜNE 20.07.2022 Sitzungen 17/43

Vielen Dank für die Ausführungen. – Als forschungspolitische Sprecherin freue ich mich natürlich, dass hier in der Region mit dieser Entscheidung eine Bremse gelöst werden konnte. Mich würde noch interessieren, welche Potenziale durch diesen engen Verbund jetzt für die Region insgesamt erwachsen könnten. Wir hatten heute Morgen von der Forschungslandschaft mit den Innovationscampussen gehört. Mich würde interessieren, ob es gegebenenfalls Alternativen zu diesem engen Verbund gäbe und was nach dieser ersten Phase der Verbundlösung kommen könnte. Danke. Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer: Vielen Dank für die Frage. – Ich habe eben versucht, es anzudeuten: Die Alternative zum engen Verbund ist so etwas wie ein loser Verbund, bei dem man in Sachen des gemeinsamen Managements und der Geschäftsführung nicht zu verbindlichen Strukturen kommt, sondern miteinander redet, versucht, sich auszutauschen, sich zu verständigen. Eine solche lockere Lösung würde aber der verbindlichen Zusammenarbeit sehr enge Grenzen setzen, weil wir eben kartellrechtlich sehr schnell in eine schwierige Situation geraten würden. Ich glaube, deswegen lohnt es sich sehr, darüber nachzudenken, wie man die Zusammenarbeit so verbindlich gestaltet, dass man kartellrechtlich nicht in eine schwierige Situation gerät. periode – 43. Sitzung – Mittwoch, 20. Juli 2022 Die andere Alternative wäre, es einfach so zu lassen wie bisher, Mannheim also allein in kommunaler Verantwortung und Heidelberg rein in Landesverantwortung zu lassen, die beiden medizinischen Fakultäten an beiden Standorten – zwar zu einer Universität zugehörig – getrennt agieren zu lassen. Dann hätten wir aber all die Probleme, wegen denen sich der Oberbürgermeister von Mannheim an uns gewandt hat, nicht gelöst. Denn wir haben, glaube ich, alle miteinander verstanden, dass der Hilferuf aus Mannheim jetzt kein Fake war, dass Mannheim einen ordentlichen Beitrag leistet, diese schwierige Situation am Standort irgendwie abzufedern. Der Gemeinderat wird regelmäßig gebeten, entsprechende Finanzierungen freizugeben. Das ist ohne Zweifel der Fall. Die große Investition, die nötig ist, um den Investitionsstau zu lösen, wird Mannheim eben allein nicht schultern können. Wenn man nichts tun würde, wäre die Frage, wie lange Mannheim das noch tragen könnte. Deswegen bin ich wirklich der Überzeugung: Wir bekennen uns dazu, dass wir den Standort nicht an die Wand fahren lassen dürfen und wollen, weil wir die Potenziale darin sehen. Wir sehen darin eine große Kraft, die wir heben wollen. Weil wir deswegen die Krise nicht heraufbeschwören wollen, macht es doch großen Sinn, über eine Form nachzudenken, in der wir auch mitsteuern und eingreifen können, um die Dinge in eine gute Zukunft zu führen. Zu den Potenzialen – ich habe es schon kurz ausgeführt –: Wenn man sich anschaut, was wir an Erfolgen in jüngster Zeit allein an diesem Forschungsstandort in der Kooperation zwischen Heidelberg und Mannheim realisieren konnten, dann sieht man den Aufbruch, der schon stattgefunden hat – durch das Bekenntnis: „Wir wollen das zusammen hinbekommen.“ Der Ausdruck „Charité des Südens“ wird nicht mehr benutzt, denn wir brauchen uns gar nicht mit der Charité zu vergleichen. Denn wir werden besser. (Abg. Gabriele Rolland SPD: So schlecht sind wir nicht wie die Charité!) Deswegen benutzen wir diesen Begriff nicht mehr. Die Potenziale an diesem Ort sind gigantisch. Nehmen wir mal das DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim, am Uniklinikum in Mannheim aufgebaut, das die onkologische Forschung des DKFZ in Heidelberg nah an die Uniklinik in Mannheim bringt, um sehr schnell Transfer und Translation der onkologischen Forschung ans Bett zum Patienten zu bringen. Im letzten Jahr ist beschlossen worden, dafür 78 Millionen € auszubringen, um diese Brücke von Heidelberg nach Mannheim zu bauen – um ein Beispiel zu nennen. Wir drücken jetzt fest die Daumen, dass Heidelberg und Mannheim – genau genommen Mannheim und Heidelberg – sich erfolgreich um ein neues Helmholtz-Institut im Bereich Angio-Kardio-Science bewerben können, also Herz- und Gefäßerkrankungen, um miteinander an beiden Standorten dort ein neues Forschungsinstitut einzuwerben. Dass diese Zusammenarbeit gelungen ist, ist Ausdruck der Kooperationsbereitschaft, wie es sie seit Neuestem gibt, und wir sollten alles dafür tun, dass diese Kraft nicht erlahmt, sondern Wind unter die Flügel bekommt.

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