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Georg Heitlinger

FDP 22.06.2022 Sitzungen 17/40

Lieber Herr Kollege Weber, es ist nicht verboten, hier vom Redepult aus mehr Tierhaltung zu fordern. (Unruhe) Ich habe es schon vorhin in meiner Rede gesagt: Wir halten in Deutschland Tiere nach höchsten Standards. Lieber weite ich in Deutschland die Tierhaltung aus, bevor – das ist das, was ich vorhin gesagt habe – in Tschechien 750 000 Hühner im Käfighaltungsstall gehalten werden – um das jetzt nur einmal an der Legehenne festzumachen. Da habe ich doch lieber hier in Deutschland 20 Betriebe, die ordentlich, korrekt Hühner halten – das sind 20 bäuerliche Familienbetriebe –, statt eines Großbetriebs in Tschechien, der uns mit Eiern überschwemmt. Auch das muss man berücksichtigen. (Beifall bei der FDP/DVP und der CDU) Herr Minister Hauk, vorhin war es leider zu laut. Ich habe es nicht verstanden. Deshalb bin ich etwas weiter vorn gesessen. Sie haben gesagt, wir hätten hier in Baden-Württemberg einen hohen Selbstversorgungsgrad. Nach meinem Kenntnisstand ist das in den wenigsten Bereichen der Landwirtschaft so. Wir müssen einen Großteil der Produkte importieren. Ich komme jetzt wieder mit Eiern – damit kenne ich mich halt aus –, da sind wir bei 30 % Selbstversorgungsgrad, also noch weit weg von 100 %. Da gibt es also noch Luft nach oben. Klimaresiliente Pflanzen: Mehrere Redner haben dieses Thema schon angesprochen. Dann brauchen wir aber bitte schön die neue Gentechnik, die Genschere, damit wir hier ganz gezielt Pflanzen dahin gehend züchten können, dass wir in Zukunft, auch im Zuge des Klimawandels, Pflanzen haben, die mit Trockenstress, mit Hitzestress besser umgehen können. (Zurufe) Ganz zum Schluss möchte ich noch sagen: Wir haben in Baden-Württemberg eine sehr gute Organisation. Das ist die Marketing Baden-Württemberg – sozusagen ein Leuchtturm in ganz Deutschland. Wir machen hier ein Regionalmarketing, auf das wir stolz sein können und um das uns viele Bundesländer beneiden. Wir haben im Rahmen der Haushaltsberatungen mehrfach angefragt und angemahnt und haben es auch im Landwirtschaftsausschuss schon mehrfach angemahnt: Seit zehn Jahren verbleiben die Mittel für diese Marketing Baden-Württemberg auf demselben Niveau. Die müssen dringend angehoben werden. Jetzt zeigt sich, dass der Verbraucher, wenn man ihn aufklären kann, wie korrekt und gut hier in Baden-Württemberg erzeugt wird, auch bereit ist, diese Produkte zu kaufen. Dafür braucht es mehr Haushaltsmittel, damit die Marketing Baden-Württemberg, die MBW, bessere Arbeit im Sinne der Verbraucheraufklärung betreiben kann. Dann haben auch die Landwirte hier vor Ort, in der Region, die bäuerliche Landwirtschaft, einen besseren Weg zur Verfügung, um bessere Absatzmärkte zu bekommen und Maßnahmen für eine bessere Tierhaltung umzusetzen. Wenn ich Ihre Rede von heute zusammenfasse, Herr Minister Hauk – das ganz zum Abschluss –, dann können Sie uns (Georg Heitlinger) in der Debatte, die morgen folgt, eigentlich nur zustimmen, weil dies im Prinzip das bestätigt, was wir morgen fordern werden. Vielen Dank. (Beifall bei der FDP/DVP)

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