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Reinhold Pix

GRÜNE 01.06.2022 Sitzungen 17/39

Herr Präsident, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Wenn ich hier so in die Runde schaue, stelle ich fest, dass, so schätze ich mal, jeder zweite Kollege, jede zweite Kollegin in ihren Wahlkreisen in einer Weinbauregion leben und vom Weinbau betroffen sind. Des­ wegen bin ich sehr dankbar, dass dieses Thema so wertge­ schätzt wird, und möchte die Gelegenheit nutzen, Ihnen ein paar grundsätzliche Dinge zu erklären – auch der von mir aus gesehen rechten Seite des Plenums – und vielleicht einen kur­ zen Crashkurs zu geben. Ich habe noch drei Minuten Rede­ zeit. Ich habe selbst – das wurde schon mehrfach gesagt – 35 Jahr­ gänge auf dem Buckel. Ich habe 35 Jahrgänge selbst ökolo­ gisch ausgebaut – als Biolandbetrieb. Alle in der Weinbranche – egal, wer mit Wein zu tun hat, ob das in der Gastronomie ist, ob das beim Winzer im Keller oder ob das der Sommelier ist – haben eines gemeinsam: Sie kom­ munizieren, wie die Weine schmecken, sie kommunizieren die Qualität der Weine. Das geht nach einem ganz einfachen Sche­ periode – 39. Sitzung – Mittwoch, 1. Juni 2022 ma – nach einem Dreierschema –: Nase, Mund, Gaumen. Wenn alle drei Punkte optimal erfüllt sind – Herr Kollege von Eyb gibt mir sicher recht –, haben wir es mit einem guten Wein und einem erfolgreichen Produkt zu tun. Dann haben die Winzer in der Regel auch ihre Existenz gesichert, weil im Weinmarkt die Qualität natürlich eine ganz entscheidende Rolle spielt. Deswegen möchte ich auch meinen in den Wahlkreisen be­ troffenen Kolleginnen und Kollegen, aber auch dem Plenum insgesamt, weil ja die Haushaltsberatungen anstehen, noch ein anderes Beispiel – auch wieder ein sogenanntes Triple-P – mit auf den Weg geben. Bei dem Triple-P muss man nur an Pix denken. Wenn man an Pix denkt, denkt man an die drei P, die jetzt kommen: Pheromone, Peronospora und PIWIs. (Abg. Christine Neumann-Martin CDU: Ah ja!) Das ist genau der Inhalt der ganzen Debatte, um die es geht. Denn auf der rechten Seite sitzt eine Gruppe, die den Blick eher zurückgewandt hat in die Steinzeit. (Oh-Rufe von der AfD – Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der SPD) Sie will wieder Insektizide, Glyphosate und was weiß ich al­ les. Der Kollege Hoher hat die Stellungnahme der Landesregie­ rung zu dem Antrag anscheinend nur bis zur Mitte gelesen. (Zuruf des Abg. Udo Stein AfD) Denn die zweite Hälfte steckt voller Hinweise auf Strategie­ prozesse und auf das, was wir da alles vorhaben. (Beifall des Abg. Andreas Schwarz GRÜNE – Zuruf des Abg. Rudi Fischer FDP/DVP) Dass wir dies sehr erfolgreich machen, hat Minister Hauk so­ eben geschildert. Das brauche ich also nicht noch einmal zu machen. Aber ein Hinweis sei mir gestattet: Es ist nahezu die gesam­ te Qualitätsweinbranche, die sich dem ökologischen Weinbau zuwendet, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: weil sie ihre mühsam über zahlreiche Wettbewerbe erstrittene Qua­ litätsmarge erhalten will. Und die erhalten sie nur, wenn sie keinen Pestizid-Reimport via Traube in den Tank vornehmen, wo die Weine wieder mit was auch immer versorgt werden – mit sogenannten Schönungsmitteln, um Gärfehler und Sons­ tiges wieder herauszubekommen. (Zuruf der Abg. Carola Wolle AfD) Das heißt, die wollen eigentlich alle am liebsten Bio machen, weil die Biobetriebe – auch das Weingut Pix – hier Vorzeige­ unternehmen waren, wie es in Zukunft geht und was der Wein­ konsument, die Weinkonsumentin, die Weinliebhaberin am liebsten haben wollen: Sie wollen ein naturreines Produkt, sie wollen keine Schäden in der Natur hinterlassen, sie wollen keine Verluste von 80 % der Insekten durch die Produktion haben. Das ist das, was gewollt ist. Ich bin der Landesregierung sehr dankbar, die bei ihren Lan­ deseinrichtungen einen Bioanteil erreicht hat, der mit über 15 % weit über dem deutschen Biodurchschnitt liegt und so­ (Reinhold Pix) mit auf einem sehr guten Weg ist. Und vor allem möchte ich noch mal erwähnen – – Mein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an den hierfür Zuständigen im Ministerium, aber auch an Sie, Herr Minister Hauk, dass Sie sich für die Wiederzu­ lassung der Phosphonate einsetzen, dass Sie sich bei der Al­ lianz mit einsetzen, ...

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