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Udo Stein

AfD 11.05.2022 Sitzungen 17/37

Danke schön, Herr Präsident, dass Sie uns nicht vergessen haben. – Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Es ist der Sache und der Verantwortung des Landesparlaments angemessen, dass wir heute über ein Wildtier reden, das bei uns hier im Land leider vom Aussterben bedroht ist, nämlich über das heimische Auerwild. Wie kaum ein anderes Wildtier steht das Auerhuhn für Natur, Wald – speziell den Schwarzwald – und die Heimat. Die Stellungnahme des Ministeriums zeigt schonungslos ehrlich, wie schlecht es ums Auerhuhn bestellt ist. Die Abnahme von über 300 Hähnen noch vor zehn Jahren auf nur noch 114 Hähne im Frühjahr des vergangenen Jahres zeigt, wie dramatisch die Situation ist. Da möchte ich noch einmal betonen: Seit elf Jahren ist das Land grün regiert. Diese Entwicklung ist ein Armutszeugnis für die Natur- und Tierschutzpartei, die Grünen, denn da hätte schon lange gegengesteuert werden müssen. (Beifall bei der AfD) Dieser dramatische Rückgang zeigt uns, wie sich Landschaft sowie Land- und Forstwirtschaft, aber auch unser aller Lebensgewohnheiten verändert haben. Wie die Forelle ein Zeiger der Natur für die Wasserqualität ist, so ist das Auerhuhn ein deutliches Zeichen für die Qualität des Waldes und der Landschaft als Lebensraum. Als erste Ursache nennt der Bericht den Rückgang von Freiflächen, Lichtungen, lichten Wäldern als wichtigem Lebensraum des Auerhuhns. Der Erfolg und Stolz des Forstwirts und des Waldbauern, dichte Bestände und hohe Holzvorräte, sind leider das Gegenteil von Erfolg für Biodiversität und damit auch für das Auerhuhn. Lichte Wälder mit weniger als 70 % Beschattung, sogenannte Schadflächen nach Sturm oder Borkenkäferbefall sind die idealen Lebensräume für das Auerwild. Vor Jahren gab es schon eine Tagung des NABU zum Thema „Lichte Wälder“, bei der aufgezeigt wurde, dass dort die Biodiversität viel höher ist als im geschlossenen Wald. Typisch für unsere Zeit: In einem Merkblatt von ForstBW zur Waldweide bilden die rechtlichen Fragen das größte Kapitel. Die Juristen haben offensichtlich mehr zu sagen als die Waldbauern, Biologen und Förster. Der zweite Faktor für den Rückgang sind die verheerenden Auswirkungen der Ökonomie, Kultur, des sozialen Lebens und des Freizeitdrucks auf den Wald. Das Auerhuhn und die Politik sind auf das Verständnis und die Unterstützung der Menschen angewiesen. Im Abschlussbericht des Aktionsplans Auerhuhn bekommen die Jäger mit ihren Hegeringen zwei grüne Pluszeichen für ihre Mitwirkung. Die Hegeringe und die zwei Hegeberater leisten im Schwarzwald seit 30 Jahren unverzichtbare Arbeit, gerade für das Auerhuhn. Deshalb herzlichen Dank dafür. (Beifall bei der AfD) Für die Bejagung der Räuber Fuchs, Waschbär, Dachs, Marder und auch Wildschwein – das Auerhuhn ist ein Bodenbrüter – brauchen wir die Jäger. Die Raubwildjagd sollte deshalb vor allem auch als Fallenjagd in den bestehenden Waldschutzund Wildruhegebieten geprüft und durchgeführt werden. eriode – 37. Sitzung – Mittwoch, 11. Mai 2022 Erst jüngst wurde aus Niedersachsen über den positiven Einfluss einer konsequenten Bestandserhöhung von Bodenbrütern und Hasen berichtet, also des Niederwilds, wenn man die Räuber massiv bejagt. Der Bericht des Ministeriums sagt deutlich, dass in der gegenwärtigen kritischen Situation gerade der negative Einfluss der Räuber auf die Bestandsentwicklung als schwerwiegend einzustufen ist. Die Vorverlegung der allgemeinen Jagdruhe auch für das Raubwild um zwei Wochen und auch die Freigabe von Füchsen bei Drückjagden im Staatswald wären hierbei kein Nachteil. Das Auerhuhn oder die Windkraft? Natur und Heimat oder Naturzerstörung durch Ideologie? Daran wird die Landesregierung gemessen. Herr Pix, Sie haben es selbst gesagt: Das Auerhuhn ist ein Kulturflüchter. Was mögen Wildtiere als Kulturflüchter? Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Wenn man dann den Lärm von Windkraftanlagen und den Schattenschlag mit einbezieht, muss man sagen: Ruhe ist bei Windkraftanlagen im Wald einfach nicht gegeben. (Beifall bei der AfD – Zuruf der Abg. Martina Braun GRÜNE) Deshalb lautet unsere politische Forderung am Schluss ganz klar: Wenn Sie ein Stück Ihrer Glaubwürdigkeit im Naturschutz wiederbekommen wollen, dann erklären Sie heute hier den Verzicht auf Windkraftanlagen in Auerhuhngebieten im Schwarzwald – zum Schutz und für die Zukunft unserer heimischen Auerhühner. Danke schön. (Beifall bei der AfD – Zuruf der Abg. Martina Braun GRÜNE)

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