Frank Bonath
Vielen Dank, Frau Ministerin, für das Zulassen der Zwischenfrage. – Ich habe eine hypothetische Frage. Nehmen wir einmal an, es gäbe eine gute Fee, die Ihnen morgen 1 000 Windräder in Baden-Württemberg hinstellen würde – die wären ab morgen da. Hätten wir dann über diese 1 000 Windräder die Möglichkeit, auf die Verstromung von russischem Gas und russischer Kohle zu verzichten? Könnten wir das substituieren? (Zurufe – Unruhe) Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Thekla Walker: Nein, das ist tatsächlich nicht die Frage. (Zuruf von der AfD: Doch!) Aber, Herr Bonath, schauen Sie sich die Zahlen an zu der Frage: Was braucht ein Energiesystem in Baden-Württemberg, das auf erneuerbaren Energien basiert? (Zuruf des Abg. Udo Stein AfD) Da muss auf jeden Fall ein Drittel durch Windenergieanlagen erbracht werden. Das ist natürlich im Norden ganz anders. Im Norden ist die Lage eine ganz andere; das wissen wir alle. Deswegen werden dort ja auch so viele Windräder gebaut, (Abg. Udo Stein AfD: Genau! Richtig!) weil dort so viel Wind weht. Aber das heißt eben nicht, dass wir im Süden Deutschlands nicht auch effiziente Windenergieanlagen mit Kosteneffizienz, großen Gewinnmöglichkeiten und Versorgungssicherheit – das gehört auch dazu – bauen sollten. Deswegen – wenn Sie sich anschauen, was Minister Hauk jetzt an Tranchen zum Staatsforst herausgebracht hat – sind auf jeden Fall auch viel, viel mehr Projektierer daran interessiert, als es Flächen gibt. Ja, warum, Herr Bonath? (Zurufe der Abg. Daniel Karrais FDP/DVP und Bernd Gögel AfD) Weil das nicht lukrativ ist, weil es sich nicht lohnt, weil man hier keinen Wind ernten kann? Nein, im Gegenteil: Auch im Süden gibt es sehr, sehr gute Standorte, die sich hervorragend dafür eignen, (Abg. Bernd Gögel AfD: Aber nicht ohne Subventi- onen!) Windenergie zu ernten, und das ist auch unumstritten. (Beifall bei den Grünen und der SPD – Vereinzelt Beifall bei der CDU – Zuruf: Projektierer sind aber nicht die Investoren! – Zuruf des Abg. Frank Bonath FDP/DVP) – Doch, das sind Investoren. Ich muss sagen – diesen Punkt habe ich vorhin ja schon angebracht –: Insgesamt hat sich die Stimmung wirklich gedreht. eriode – 35. Sitzung – Donnerstag, 7. April 2022 Viele Menschen sind der Meinung: Wir müssen die erneuerbaren Energien jetzt ausbauen. Die Nachfrage nach Nachrüstungen, alternativen Heizmöglichkeiten, Wärmepumpen und Fotovoltaikanlagen brummt. Viele Menschen haben erkannt, dass sich etwas ändern muss, und sagen: „Ich will etwas ändern.“ Jetzt sind wir dran, die Bedingungen so zu ändern, dass dies allen ermöglicht werden kann. Ich kann nur sagen: Ich teile diesen Satz, weil er einfach wahr ist: Der Ausbau der erneuerbaren Energien dient unserer Sicherheit in Deutschland. Deswegen stehen sie auch in überragendem öffentlichen Interesse, ganz besonders in Baden-Württemberg, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen und des Staatssekretärs Dr. Patrick Rapp)
