Petra Olschowski
Sehr geehrter Herr Präsident, ganz herzlichen Dank. – Sehr geehrte Frau Abg. Rolland, vielen Dank für die Frage zum Programm „Lernrückstände“. Ich freue mich, sagen zu können, dass das Programm zur Reduktion pandemiebedingter Lernrückstände schon jetzt ein voller Erfolg ist. Ich danke dem Landtag außerordentlich dafür, das umfangreiche und von den Hochschulen als sehr sinnvoll wahrgenommene Programm möglich gemacht zu haben. Die 45 staatlichen Hochschulen und drei Akademien haben innerhalb weniger Wochen ein umfangreiches Programm zur Reduktion von Lernrückständen auf die Beine gestellt. In den kommenden zwei Semestern machen die Hochschulen ihren Studierenden etwa 3 000 Einzelangebote pro Semester. Dabei ist die Palette der Maßnahmen äußerst vielfältig. Über 1 000 zusätzliche Tutorien erleichtern das Nachholen von Fachwissen. Fast 10 % der Maßnahmen sind im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens und über 30 % im Bereich der Studierkompetenz. Zusätzlich unterstützen ca. ein Viertel der Maßnahmen die Studierenden durch Coaching und Beratung ganz individuell. Ich komme jetzt gleich zu Ihrer Frage, will aber vorher noch mal sagen, dass die Hochschulen damit die vom Land im Jahr 2022 zur Verfügung gestellten Mittel im Umfang von 28 Millionen € zielgenau und auch kreativ einsetzen, um den Studienerfolg der Studierenden optimal zu unterstützen. Auch die persönlichen Kontakte zu lernenden Kommilitoninnen und Kommilitonen können wieder intensiviert werden, da mehr als 70 % der Maßnahmen in Präsenz stattfinden. Gleichzeitig wissen wir alle – Sie haben es gerade noch mal gesagt, Frau Rolland –, wie wichtig persönliche Kontakte für riode – 35. Sitzung – Donnerstag, 7. April 2022 die Studierenden sind und wie enorm schwierig die Situation gerade in diesem Zusammenhang in den letzten zwei Jahren gewesen ist. Bildung findet nicht nur in Vorlesungen und Seminaren statt, sondern auch im Miteinander und Voneinander. Die gegenseitige Unterstützung von Kommilitoninnen und Kommilitonen ist für die Bewältigung auch schwieriger Situationen im Studium und für den Lernerfolg von großer Relevanz. Die soziale Integration, die durch intensive studentische Kontakte unterstützt wird, trägt maßgeblich zum Studienerfolg bei und reduziert die Zahl der Studienabbrüche. Das Wissenschaftsministerium steht regelmäßig im Dialog mit den Hochschulen und hat aufgrund dieses Austauschs im März beschlossen, die Zweckbestimmung für das Programm zur Reduktion pandemiebedingter Lernrückstände leicht zu erweitern. Um das soziale Miteinander zu stärken, können die Hochschulen ihre Schwerpunkte noch verschieben und zukünftig bis zu 5 % der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Programm für Aktivitäten zur Förderung der sozialen Integration einsetzen. Das sind bei den 45 Hochschulen und drei Akademien 1,4 Millionen € für Maßnahmen zur Förderung des sozialen Miteinanders der Studierenden. Die Hochschulen werden darüber in Kürze informiert. Wie die Mittel innerhalb der Hochschule verteilt werden, entscheidet dabei die Hochschule selbst. Es ist damit grundsätzlich auch möglich, dass Maßnahmen von Studierendenvertretungen durch diese Mittel finanziert werden. Auf jeden Fall dürfen die Studierenden sich auf zusätzliche Unterstützung und vielleicht auch neue Kontaktmöglichkeiten während des kommenden Präsenzsemesters freuen. Ich hoffe sehr, dass der Alltag an unseren Universitäten, Hochschulen und Akademien bald wieder von der Gemeinschaft der Studierenden so wie früher getragen wird.
