landtag-bw.de ↗

Gabriele Rolland

SPD 10.03.2022 Sitzungen 17/32

Herr Präsident, Kolleginnen und Kollegen! Kollegen von der FDP/DVP, Sie haben eine gute Zeit für die Diskussion des Antrags heute gewählt. Wir haben Fastenzeit. Die Fastenzeit ist mit ein Grund, warum der Biber ausgerottet worden ist. (Zuruf: Die Frau kennt sich aus!) Deswegen ist es gut, wenn wir heute über die Rückkehr reden. Ich will beginnen mit einem Dank an diejenigen vor Ort, an die Biberbeauftragten, die auf Augenhöhe mit den Landnutzerinnen und Landnutzern, aber auch mit den Gemeinden darüber reden und Konflikte vor Ort ausräumen können und auch viel Prävention machen, genauso wie das Bibermanagement bei den Landkreisen oder bei den Regierungspräsidien. Die Leute machen einen guten Job, (Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE: So ist es!) und sie sorgen dafür, dass wir nicht zu viele Konflikte durch den Biber haben. Danke schön. (Beifall bei der SPD und des Abg. Dr. Markus Rös- ler GRÜNE – Vereinzelt Beifall bei der CDU und der FDP/DVP) Ein bei uns ausgestorbenes Tier kommt zurück, auch im Rheinwald am Oberrhein, in den Rheinauen – übrigens aus Frankreich und auch aus der Schweiz, nicht nur aus Bayern, sondern auch aus angrenzenden Ländern. Das ist interessant. Das hatte einen Journalisten der „Badischen Zeitung“ am Samstag dazu bewegt, ein „Rheingeflüster“ zum Biber im Rheinwald zu schreiben mit dem Titel: „Ein Grund zur Freude“, weil er schon sieht, wie wichtig es ist, dass ein Tier wieder zurückkommt. Aber er sagt auch: Damit sind Beeinträchtigungen und Belastungen verbunden. Damit muss man umgehen. Der tierische Landschaftsgestalter – ja, das ist gut, dass er wiederkommt – hilft uns in vielen Bereichen, auch was z. B. den Hochwasserschutz angeht. Aber die Belastungen der Landnutzerinnen und Landnutzer oder auch der Gemeinden oder Sonstiger müssen geklärt werden. Das hat der Journalist sehr gut aufgearbeitet und hat dann am Schluss gesagt: Eine aktive Natur hat auch ihren Preis. Wenn wir bei den Biberbeauftragten an den Gewässern vor Ort sind und uns anschauen, was passiert ist, dann sagen uns alle Fachleute: Wir brauchen drei Dinge. Wir brauchen einen Entschädigungsfonds, einen Biberfonds für eine bessere Akzeptanz. Wie man ihn ausgestaltet, ist egal; aber wir brauchen für die Akzeptanz der Leute eine finanzielle Unterstützung. iode – 32. Sitzung – Donnerstag, 10. März 2022 Wir brauchen Handreichungen, die klären, wie wir mit manchen Instrumenten, mit Zäunen oder sonstigen Sachen, umgehen, und wir brauchen eine finanzielle Förderung im Rahmen der Förderprogramme für Natur- oder Landschaftsschutz. Diese drei Dinge braucht es, um im Bibermanagement besser zu werden. Die Leute vor Ort wollen das. Sie wollen das von Ihnen und Ihnen, Kollege Burger. Wir sagen: Was für den Wolf gut ist, muss auch für den Biber gut sein. (Beifall bei der SPD und der FDP/DVP) Über Kormorane und Krähen müssen wir an dieser Stelle nicht reden, weil das hieße, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Deswegen: Stimmen Sie alle diesem Antrag heute zu. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD und der FDP/DVP)

Alle Reden von Gabriele Rolland Protokoll ↗