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Klaus Burger

CDU 10.03.2022 Sitzungen 17/32

Sehr geehrter Herr Präsident, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Ich stelle zunächst die Frage: Sind die Beschwerden, die Klagen, die Sorgen den Biber betreffend in der Land- und Forstwirtschaft, in den Kommunen und auch in Teilen des Naturschutzes weniger geworden? Nun, abschließend will ich das gar nicht beurteilen. Richtig ist aber, dass in den letzten Jahren, in denen das Bibermanagement aufgebaut wurde, durch Prävention, durch Information, durch Flächentausch durchaus Erfolge verzeichnet werden können. Aber aus vielen Gesprächen, speziell mit Vertretern der Landund Forstwirtschaft, habe ich auch andere Erkenntnisse, die sich durchaus mit denen meiner Vorredner decken. Es scheint, als seien die Probleme nicht behoben, sondern eher zugedeckt worden. Warum? Neben den steigenden Kosten durch stetig wachsende Anforderungen in der Tierhaltung, explodierende Preise bei Energie, Dünger, Futtermitteln oder ganz aktuell jetzt auch aufgrund der ersten negativen Auswirkungen aus dem Krieg in der Ukraine werden die Probleme unseres fleißigen Nagers zugedeckt. Ja, er nagt munter weiter. Die CDU-Landtagsfraktion und ich, wir stehen dazu, dass der Biber durch seine Umgestaltung des eigenen Lebensraums auch positive Veränderungen herbeiführen kann, Veränderungen, die zu einer Steigerung der Biodiversität beitragen. Er tut dies aber auch, indem er andere Populationen verdrängt, und er tut es auf Flächen, die ihm nicht gehören. (Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE: Und zwar immer! – Abg. Dr. Erik Schweickert FDP/DVP: Hört, hört!) Meine Forderung aus dem Jahr 2014 zur Einrichtung eines Biberfonds – sie wurde vorhin schon zitiert – halte ich dem Grunde nach noch immer für richtig – (Beifall bei der CDU und der FDP/DVP sowie Abge- ordneten der SPD) eriode – 32. Sitzung – Donnerstag, 10. März 2022 auch wenn wir zukünftig mit Haushaltsmitteln noch sorgsamer umgehen müssen. Aber ein solcher Fonds (Abg. Klaus Hoher FDP/DVP: Abstimmen!) kann derzeit nicht umgesetzt werden. (Abg. Dr. Erik Schweickert FDP/DVP: Weil ihr es nicht wollt!) Es ist auch schon gesagt worden: Der Biber ist in Baden-Württemberg zugewandert und ist nicht, wie in Bayern, ausgesetzt worden. (Abg. Gabriele Rolland SPD: Das ist der Wolf auch nicht!) Das macht einem die Sache sehr schwierig. Denn wenn wir über den Biberfonds Schäden ausgleichen würden, dann müssten wir folgerichtig auch Schäden von der Saatkrähe, vom Waschbären, vom Kormoran, ja selbst von der Hausmaus ausgleichen. (Abg. Dr. Erik Schweickert FDP/DVP: Wie viele Hausmäuse wurden ausgesetzt?) Was können wir tun? Ein Lösungsansatz wäre, nicht von geschätzten Zahlen der Biberpopulation auszugehen, sondern von einer tatsächlichen Zählung. Dann wäre es möglich, einen günstigen Erhaltungszustand festzustellen, neu zu definieren und diesen an die Europäische Union zu melden. (Beifall bei Abgeordneten der CDU) Es ist dann wohl ein langer Weg, aber der Weg in Richtung Hege und Pflege im Jagd- und Wildtiermanagement wäre geöffnet. (Zuruf des Abg. Dr. Erik Schweickert FDP/DVP) Liebe Kolleginnen und Kollegen, noch einmal: Der Biber trägt zur Artenvielfalt bei. Er verursacht aber Schäden. Und dass morgen im Landkreis Biberach – genauer gesagt in Schemmerhofen – ein Pilotprojekt Bibermonitoring gestartet wird, wird uns neue Erkenntnisse und Lösungsansätze liefern, wie wir den Biber künftig auch erfolgreich managen können. Meine sehr verehrten Damen und Herren, damit die Schere in der Bevölkerung seitens der betroffenen Kommunen, der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes, der Fischerei nicht weiter auseinanderdriftet, werden wir zusammen mit den Grünen einen Beschlussantrag vorlegen, (Abg. Gabriele Rolland SPD: Oh!) der zukunftsorientiert, problemlösend eingebracht wird, und nicht irgendwann, sondern sehr zeitnah. (Beifall bei Abgeordneten der CDU – Zuruf des Abg. Dr. Erik Schweickert FDP/DVP) Es geht in diesem Antrag um die Quantifizierung der Biberpopulation, es geht um eine regelmäßige Berichterstattung der Monitoringprojekte zum Biber, und es geht darum, die Fragestellung zu erwähnen, wie andere Länder in Deutschland und im europäischen Ausland mit dem Castor fiber – dem Eurasischen Biber – umgehen. (Klaus Burger) Deswegen: Problemlösung und nicht populistisch eine namentliche Abstimmung fordern. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der CDU und den Grünen)

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