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Alfred Bamberger

AfD 10.03.2022 Sitzungen 17/32

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Mit der Aufnahme eines Studiums beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der sich in der Gruppe der Studenten an einer Hochschule abspielt. Es entwickelt sich ein Gemeinschaftsgefühl sowie eine Verbundenheit zur Lehranstalt. Alumni tragen dazu bei, diese Gemeinschaft nach Abschluss des Studiums aufrechtzuerhalten. Mehr sogar, sie sollen die im Beruf gemachten Erfahrungen an Absolventen der Alma Mater weitergeben, diese sollen Eingang in den Lehrbetrieb finden. Erfahrungen aus dem Berufsleben beeinflussen Schwerpunkte und Trends in Universitäten. Denn eines ist sicher: Die Industrie ist schneller und treffsicherer beim Einsatz neuester Technologien. (Beifall bei der AfD) Mithilfe von Alumni können neue Akzente in der Hochschule gesetzt werden, die in Form von Spezialvorlesungen oder Sonderseminaren ihren Niederschlag finden. So hat beispielsweise die Verwendung von UML-Werkzeugen in gewissen Branchen die Softwareentwicklung beschleunigt und sicherer gemacht. Das Wissen um innovative Behandlungsmethoden aus dem Klinikbetrieb führt zu neuen Therapien. Doch die Verantwortung für ein Alumninetzwerk liegt bei den Hochschulen selbst; diese wissen nämlich am besten über ihre Studenten und Absolventen Bescheid. Dieser Verantwortung kommen die Universitäten auch in Baden-Württemberg zum Großteil nach. Während man früher E-Mail-Adressen sammelte, um dann zum Alumnitreffen einzuladen, haben mittlerweile alle namhaften Universitäten für ihr Alumnimanagement Webportale eingerichtet, die über Treffen und Veranstaltungen informieren. Viele Hochschulen haben ein Alumniteam ins Leben gerufen, das sich um die Verwaltung des Alumninetzwerks kümmert und auch digitale Kanäle wie Twitter, Youtube, Facebook usw. bespielt. Die Frage, inwieweit das Spendenaufkommen der Landesregierung bekannt ist, verkennt den Sinn und Zweck von Alumni. Finanzielle Aspekte dürfen keine Rolle spielen. Zwar sehen die meisten Webportale von Hochschulen Spenden vor; diese sind aber dazu gedacht, herausragenden Absolventen einen Ausbau ihrer wissenschaftlichen Karriere zu ermöglichen. Eine alternative Möglichkeit zu Alumninetzwerken ist die Gründung eines Fördervereins für eine bestimmte Hochschule, der die Funktion eines Alumninetzwerks übernimmt. Der (Alfred Bamberger) Vorteil dieser Konstruktion ist, dass eine Mitgliedschaft verbindlicher ist, als sich in einem Webportal zu registrieren. Die Gründung eines Vereins ist an gesetzliche Vorgaben gebunden und benötigt einen Vorstand, der z. B. vom Lehrkörper der Universität besetzt werden kann. Was in diesem Antrag nicht erwähnt wird, sind Burschenschaften und Frauenbünde. Im Gegensatz zu Alumninetzwerken, deren Teilnehmer ausschließlich aus Absolventen bestehen, kümmern sich Burschenschaften und Frauenbünde um die Studenten. Studentenvereinigungen pflegen intensive soziale Kontakte, gewährleisten einen Austausch zwischen den Generationen, betreiben Kontaktpflege und Karriereberatung. (Beifall bei der AfD) Die Altherrenriege kann wertvolle Hinweise für ein erfolgreiches Studium geben und trägt dazu bei, die Abbruch- und Durchfallquoten zu verringern. Fazit: Die Hochschulen in Baden-Württemberg haben den Wert von Alumni erkannt. Es liegt an den Hochschulen selbst, ein lebendiges und erfolgreiches Alumninetzwerk zu installieren, sodass ein regierungsseitiges Eingreifen wohl eher kontraproduktiv ist. Eine Änderung des Landeshochschulgesetzes nach dem Vorbild Bayerns halten wir deshalb für nicht notwendig. Meine Damen und Herren, ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der AfD)

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