Gabriele Rolland
Erstens: Ich habe gelesen, wie die Hochschulen in Baden-Württemberg aufgestellt sind. Ich kenne das von der eigenen Hochschule wie auch von dem Standort, an dem ich wohne. Ich weiß, dass da gute Arbeit gemacht wird. Ich vergleiche unsere Hochschulstandorte nicht mit angelsächsischen Hochschulen oder Schweizer Kantonalhochschulen oder der ETH. (Lachen des Abg. Andreas Sturm CDU – Abg. Dr. Al- brecht Schütte CDU: Sie wissen es nicht! Gut!) Die zweite Frage habe ich jetzt vergessen. Die Anmerkung zum Fundraising, Frau Ministerin, hat uns auch überrascht. Denn wir finden schon, dass Fundraising auch gemacht wird – natürlich anders, als es in anderen Ländern passiert. Ich erfahre durchaus, dass die Mitgliedsbeiträeriode – 32. Sitzung – Donnerstag, 10. März 2022 ge sowie die Spenden und das Sponsoring von Ehemaligen für Veranstaltungen, für Stipendien, für die Ausstattung in den Hörsälen oder zum Teil auch für kleinere Neubauten genutzt werden. Das wird schon gemacht. Ja, eine lebenslange Bindung: Ist das wirklich noch sinnvoll? Wir verlangen von jungen Leuten Mobilität. Wir erwarten, dass sie in Biberach einen Bachelor machen, nach Mannheim gehen und einen Master machen und meinetwegen in Durban dann den Doktor und irgendwo anders habilitieren. Eine wissenschaftliche Karriere hält sich nicht immer am Ort des Beginns fest. Deswegen sind wir der Auffassung, dass man es den jungen Leuten selbst überlassen soll, womit sie sich, wenn sie mit dem Studium aufhören, identifizieren und an welche Hochschule sie sich binden wollen. Zum Thema „Lebenslange E-Mail-Adressen“: Entschuldigung, das hat einen Bart. Vor 35 Jahren war das noch interessant. Da waren E-Mail-Adressen rar und schwer bekommen. Da hat man mit einer Einschreibung tatsächlich eine eigene E-Mail-Adresse bekommen. Das war günstig und schnell. Aber das brauchen wir heute nicht mehr. Das funktioniert anders. Ein modernes Alumnimanagement braucht passgenaue Angebote für die Absolventinnen und Absolventen. Es braucht eine zeitgemäße Dienstleistung und eine zeitgemäße Kommunikation. Die Hochschulen wissen, wie das geht. Ich hätte eine andere Frage an die Frau Ministerin. Sie dürfen mich jetzt auch überraschen. Wir stehen im Augenblick nach drei digitalen Semestern vor einer Herausforderung: keine Erstsemesterfeten, keine Abschlussfeiern, nichts. Haben Sie bei den Hochschulen nach diesem Antrag vielleicht nachgefragt, ob sie jetzt eine gewisse Unterstützung brauchen, um vielleicht wieder ein bisschen Schwung in die Netzwerke hineinzubekommen? Im Grunde sind wir der Auffassung: Es läuft alles schon sehr gut, aber das könnte jetzt ein wesentlicher Punkt sein. Überraschen Sie uns damit. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD)
