Gabriele Rolland
Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Das ist so ein Tagesordnungspunkt mit einem Antrag, den ich mit „Überraschung“ überschreibe. Ehrlich gesagt waren wir schon etwas überrascht, Herr Kollege, dass wir heute im Plenum und nicht im Ausschuss über so einen Antrag diskutieren. Ich muss auch ehrlich sagen: So richtig erhellend waren Ihre Ausführungen, warum wir das jetzt machen sollen, auch nicht wirklich, außer dass Sie Freunde haben, die in dem Netzwerk aktiv sind. Die SPD-Fraktion hat nicht den Eindruck, dass wir an dem Ehemaligen-Management jetzt etwas ändern müssen. Vielmehr sind in Baden-Württemberg die Hochschulen dafür verantwortlich, und sie machen es in der Regel auch richtig gut. (Gabriele Rolland) Wir sind auch ein bisschen überrascht, Frau Ministerin: Sonst weisen Sie immer sehr stark auf die Hochschulautonomie hin. Hier tun Sie es nicht, aber genau das ist die Sache der Hochschule. Sie haben das Thema tatsächlich schon mal im Vierten Hochschulrechtsänderungsgesetz bearbeitet. Ja, man kann die Kontaktdaten nutzen, aber es ist keine Abkürzung, weil die Ehemaligen trotzdem zustimmen müssen, ob diese Daten verwendet werden dürfen. Kolleginnen und Kollegen, wollen wir denn wirklich, dass Ehemalige eine lebenslange Mitgliedschaft an ihrer Hochschule haben? (Abg. Michael Joukov GRÜNE: Wenn sie es wollen!) Wir glauben, das ist gut für den Datenschutz und gut für die Rechenzentren, aber für die jungen Leute ist es heute nicht mehr zeitgemäß. Wir sind der Auffassung, dass die Hochschule darüber entscheidet, ob sie ein Interesse hat, ein Alumnimanagement aufzubauen und zu pflegen, dass sie entscheidet, welche Ziele damit verbunden sind, weil das an jeder Hochschule anders ist, und dass sie auch entscheidet, wo dieses Netzwerk dann sein soll und wer mit der Aufgabe betraut ist, es zu pflegen.
