Günther Oettinger gesagt hat
„Ja, dann lasst doch die drei Atomkraftwerke länger am Netz.“ Wir haben bei uns in Baden-Württemberg mit Neckarwestheim ja noch eines. Ich hätte es für klüger gehalten, wenn man es damit verknüpft und eindeutig formuliert hätte: „Ich halte aber auch am Atomausstieg fest.“ Das hat mir bei seinem Vorschlag gefehlt. Ich fand es trotzdem gut, dass Ministerpräsident Kretschmann und Wirtschaftsminister Habeck gesagt haben: „Wir prüfen eine Laufzeitverlängerung ergebnisoffen.“ Die Prüfung hat eindeutig ergeben, dass dieser Weg zum jetzigen Zeitpunkt wirtschaftlich, technisch nicht mehr vernünftig organisierbar ist und daher auch keine Lösung unseres Problems darstellt, wenngleich man schon zugeben muss: Neckarwestheim liefert im Moment noch 11,2 TWh Strom. Das sind immerhin 16 % des Stromverbrauchs. Wir haben es bis heute nicht geschafft – das Atomkraftwerk Philippsburg ist abgeschaltet worden –, mit Blick auf die wegfallende Menge von Strom aus den Atomkraftwerken, die regenerativen Energien in Baden-Württemberg in genügendem Umfang auszubauen. Da müssen wir besser werden. Das ist unverzichtbar für den Atomausstieg, für den Klimaschutz und auch für die Verringerung der Abhängigkeit von Rohstofflieferungen. Aktuell – auch mit Blick auf die Unsicherheit russischer Rohstofflieferungen – müssen wir Verbesserungen erzielen und mehr Effizienz herstellen. Ganz wichtig finde ich auch das Thema „Erhöhung der Effizienz“. Das ist ein Teil des Energiesparens, der uns auch nutzt. Gerade in unserem Land der Dichter, Denker und Tüftler muss das eine Aufgabe sein, die wir sowohl für die Energiewende als auch für die Arbeitsplätze in unserem Land brauchen. Lassen Sie mich noch zum letzten Themenfeld kommen. Was unmittelbar wirksam ist, ist das Einsparen von Energie. Ich eriode – 32. Sitzung – Donnerstag, 10. März 2022 habe heute Morgen in der Zeitung gelesen, dass es dazu etliche Vorschläge von Umweltministerin Walker gibt. Ich vermute mal, dass Sie nachher in Ihrer Rede darauf Bezug nehmen. Deswegen spare ich es mir jetzt, Ihnen die Vorschläge vorwegzunehmen. Ich möchte noch auf einen kleinen persönlichen Vorschlag von mir eingehen, den ich mir anhand der Energiemenge überlegt habe. Wir haben – ich hatte es gesagt – 11,2 TWh Strom, welcher Ende des Jahres in Neckarwestheim vom Netz geht. Schauen wir uns einmal zwei kleine Beispiele an, wie wir Energie sparen könnten. Durch die Absenkung der Raumtemperatur um 1 Grad spart man 6 % der Heizenergie, um 2 Grad schon 12 %. Denkbar wäre auch, wie früher bei unseren Großeltern üblich, im Winter nur die „Gute Stube“ und das Bad zu heizen. Wenn man sich nur diese beiden kleinen Vorschläge anschaut, erkennt man: Es wäre relativ einfach, 10 % der Heiz energie einzusparen. Schauen wir uns die Zahlen an: Wir haben in Baden-Württemberg für Wärme insgesamt 138 TWh verbraucht – 10 % davon wären 13,8 TWh. Das wären schon deutlich mehr als die 11,2 TWh, die in Neckarwestheim im Moment produziert werden. Vielleicht denkt der eine oder die andere über diesen Vorschlag nach. Dessen Umsetzung wäre direkt wirksam, würde direkt CO , Energie und letzten Endes auch Geld einsparen und einen kleinen Beitrag leisten, um den Anstieg der Energiepreise zu bremsen. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPD – Vereinzelt Beifall bei der CDU)
