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Sandra Boser

09.03.2022 Sitzungen 17/31

Absolut. Die Erfahrung haben wir in den letzten fünf Jahren immer wieder machen müssen, welche Herausforderungen dies für unsere Lehrkräfte, für (Staatssekretärin Sandra Boser) unser pädagogisches Personal bedeutet. Oftmals können da wirklich nur Externe noch unterstützen, die dann andere Räume schaffen, die Kinder aus VKL und VABO herausnehmen und ihnen ein anderes Angebot unterbreiten. Lehrkräfte in die Einrichtungen: Man hat immer versucht, an Erstaufnahmestellen angegliederte Schulen oder Kitas dafür zu nutzen, den Kindern einen Zugang zu ermöglichen. Jetzt gibt es tatsächlich auch die Diskussion, ob man Räume zur Verfügung stellt, damit Ukrainerinnen und Ukrainer die Kinder und Jugendlichen erst einmal selbst unterrichten, weil dort auch pädagogisches Personal dabei ist. Auf Dauer muss unser Interesse aber natürlich sein, dass die Kinder und Jugendlichen in unsere Bildungseinrichtungen gehen. Wir haben es heute Morgen gehört: Sie haben erst einmal ein Aufenthaltsrecht von bis zu drei Jahren. Die meisten sagen, sie möchten wieder zurück. Das kommt aber natürlich auch darauf an, was aus dem Land wird. Da müssen wir ganz ehrlich sein. Wenn man jetzt die Bilder sieht, kann ich verstehen, dass Menschen sagen, sie wollen so schnell wie möglich wieder zurück in ihr Land und auch zu den Familien, die sie teilweise zurückgelassen haben. Aber wenn keine Infrastruktur mehr vorhanden ist, ist das gerade für Familien extrem schwierig. Daher müssen wir uns auch darauf einstellen, dass die Menschen länger hierbleiben. Dann brauchen sie natürlich Unterstützung. Hinsichtlich der Traumatabewältigung wird es in allen Bereichen – ich will das nicht verhehlen – die Herausforderung sein, das Personal dafür zu haben, um dann wirklich auch in Kleingruppen zu fördern. Wir haben momentan bereits etwa 40 000 Kinder und Jugendliche in VABO- und VKL-Klassen, welche teilweise integrativ arbeiten – also nicht wie sonst als VKL-Klasse definiert, sondern es wird schon jetzt mit anderen Klassen zusammen unterrichtet. Unser Ziel ist aber natürlich, diese VKL-/VABO-Angebote an die ukrainischen Flüchtlinge anzupassen und die Angebote entsprechend zu verändern. Dann soll auch das Thema Traumatabewältigung und eine entsprechende Unterstützung mit hineingenommen werden. Ich glaube, dass dabei auch der Sport eine wichtige Rolle und Funktion einnehmen kann.

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