landtag-bw.de ↗

Gabriele Rolland

SPD 03.02.2022 Sitzungen 17/28

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Tag oder das Jahr ist gut gewählt für diese Debatte zur Biosphäre, denn wir könnten das 25. Todesjahr oder das 120. Geburtsjahr von Magda Staudinger feiern. Sie war 1961, also vor etwas mehr als 60 Jahren, die Ideengeberin für das UNESCO-Biosphärenprogramm ode – 28. Sitzung – Donnerstag, 3. Februar 2022 „Der Mensch und die Biosphäre“, eine neue Partnerschaft zwischen Mensch und Naturschutz bzw. Natur. Magda Staudinger ist deswegen wichtig – deswegen kann man das hier auch sagen –, weil sie Baden-Württembergerin ist, besser gesagt ist sie Freiburgerin. (Zuruf) Umso erstaunlicher ist es, dass im Land Baden-Württemberg erst im Jahr 2009 das erste Biosphärengebiet ausgewiesen worden ist. Es hätte eigentlich ein bisschen früher sein können. Da war Baden-Württemberg doch ein bisschen in der späten Entwicklung dabei. (Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE: Lag nicht an mir! – Vereinzelt Heiterkeit) Der zweite Punkt: Die Biosphäre soll ein großes zusammenhängendes Schutzgebiet mit drei Schwerpunkten sein. In einer Kernzone geht es nur um den Naturschutz. In einer Pflegezone geht es um den Landschaftsschutz: Was ist eigentlich da? Und in einer dritten Zone, die für uns so wichtig ist, der Entwicklungszone, geht es darum: Was ist da? Was ist da in unserer Kulturlandschaft? Das ist in den Biosphären Schwäbische Alb, Schwarzwald und den künftigen immer etwas anderes, ein anderes Thema. Aber es geht immer um das Gleiche: Es geht um die Verschränkung von Wirtschaft, Bebauung, Lebensinhalten und Mentalität, aber auch um Naturschutz und Landschaftspflege. Das Tolle ist – das haben die Vorredner auch schon gesagt –: Jedes Biosphärengebiet hat bisher tatsächlich die regionale Wertschöpfung für die Menschen vor Ort deutlich erhöht. Es ist toll, wenn man stolz darauf sein kann und es dann auch immer wieder verteidigt. Es ist gut, wenn Sie das auch zukünftig tun. (Beifall bei der SPD und Abgeordneten der Grünen sowie der Abg. Manuel Hailfinger CDU und Klaus Hoher FDP/DVP) Das Dumme war nur: Das erste Biosphärengebiet in Baden-Württemberg, das Biosphärengebiet Schwäbische Alb, war katastrophal ausgestattet mit Personal und Geld. Da musste erst die grün-rote Landesregierung kommen, um dies zu verbessern. Dann ist auch durchgestartet worden, wenn wir jetzt einmal ganz ehrlich sind. (Beifall bei Abgeordneten der SPD – Heiterkeit des Abg. Manuel Hailfinger CDU – Abg. Klaus Hoher FDP/DVP: Aha!) Das Biosphärengebiet Schwarzwald wurde im Jahr 2017 eingerichtet. Das läuft gut, das läuft sehr gut. Da passieren auch neue Dinge. Bauwerk Schwarzwald wurde gegründet. Wie können wir heute im Schwarzwald modern bauen, sodass es trotzdem landschaftstypisch ist? (Zuruf) Das ist eine ganz wichtige Fragestellung, die da beantwortet wird. Unser großes Anliegen, das wir an dieser Stelle auch schon mal geäußert haben, Herr Staatssekretär, ist – wir haben jetzt noch vier Jahre Zeit und haben immer gesagt: wir wollen die (Gabriele Rolland) Tür der Biosphäre Schwarzwald für neue Mitglieder öffnen –: Ein wichtiger Partner steht vor der Tür und hat angeklopft – das ist die Kernzone –, nämlich das Naturschutzgebiet Feldberg, und wir wollen die dabei haben. Bitte reden Sie mit denen, gehen Sie in die Gespräche, entwickeln Sie die Kriterien miteinander, damit die Gemeinde Feldberg dann – jetzt muss ich rechnen – im Jahr 2026 Mitglied werden kann oder auch noch weitere. Das ist unser großer Wunsch. (Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE: Im Jahr 2027 sind es zehn Jahre UNESCO!) Unser großer Wunsch ist auch, dass die finanziellen Gegebenheiten stabil bleiben und dass die Gemeinden auch immer auf das vertrauen können, was sie bisher haben. Jetzt soll der Startschuss für das Gebiet Oberschwaben sein. (Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE: Oberschwaben- Allgäu!) Ehrlich gesagt ist doch eine große Zurückhaltung in der Stellungnahme zu diesem Antrag zu lesen. Ich sage Ihnen eines: Ohne Landesregierung geht das nicht. Sie müssen jetzt schon mal anfangen, Gespräche zu führen, Informationen vorzubereiten und sich vielleicht auch mal eine mögliche Gebietskulisse vorzustellen. Machen Sie den Startschuss! Sie haben uns mit dabei. Und passen Sie auf, dass das nicht zu einem grünen PR-Gag wird. Das wäre schade. (Beifall bei Abgeordneten der SPD – Abg. Dr. Mar- kus Rösler GRÜNE zur CDU: Wenn, dann ein grün- schwarzer PR-Gag!) Ich habe einen Wunsch: Schauen Sie sich den Oberrhein an. Dort haben wir eines von 13 internationalen Ramsar-Gebieten, die Feuchtgebiete, die für uns ganz wichtig sind. Wir haben viele Naturschutzgebiete vor Ort, aber überhaupt keinen räumlichen Puffer für diese Naturschutzgebiete. Helfen Sie uns, zu überlegen, wie wir das umgestalten können, vielleicht in einem vierten Biosphärengebiet. Von der SPD-Fraktion: Gute Reise, viel Erfolg für das neue Biosphärengebiet. Aber starten Sie jetzt mal durch! (Beifall bei der SPD)

Alle Reden von Gabriele Rolland Protokoll ↗