Florian Wahl
Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Die Situation in den baden-württembergischen Pflegeheimen in der Coronakrise ist nicht gut. In der letzten großen Welle im vergangenen Frühjahr waren 40 % der in Ba den-Württemberg mit oder an Corona Verstorbenen Bewoh nerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Die allermeisten Bundesländer waren damals beim Impfen deutlich schneller als wir, und damals haben wir versprochen – und sehr viele haben das gesagt –, diese Situation dürfe sich nie wiederho len. Jetzt haben wir eine Situation, in der wir wieder hinnehmen müssen, dass es Nachrichten über Ausbrüche in Pflegeheimen gibt. Dies betrifft nicht nur die Erkrankten, sondern auch die nicht Erkrankten, die sich wieder in die Isolation begeben müssen. Von den mittlerweile 15 Verstorbenen nach dem Aus bruch in dem Rastatter Pflegeheim hatte niemand eine Auffri schungsimpfung, einige hatten sogar überhaupt keine Imp iode – 27. Sitzung – Mittwoch, 2. Februar 2022 fung, und Baden-Württemberg steht beim Ausbruchsgesche hen in den Heimen im Vergleich zu den anderen Bundeslän dern wieder sehr schlecht da. Im letzten ausführlichen Lagebericht des Landesgesundheits amts wurden 45 aktive Ausbrüche in den Pflegeheimen mit 691 betroffenen Pflegebedürftigen angegeben. Im vergleich baren Bericht des RKI für ganz Deutschland wurden 231 Aus brüche mit 2 708 Betroffenen angegeben. Das bedeutet: Jeder fünfte Ausbruch in deutschen Pflegeheimen passiert aktuell in Baden-Württemberg, und von allen Menschen, die von die sen Ausbrüchen betroffen sind, kommt jeder Vierte aus die sem Bundesland. Deshalb unsere Frage an die Landesregierung: Wie können Sie sich erklären, dass Baden-Württemberg so deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt? Wie können Sie sich erklären, dass Baden-Württemberg so schlecht dasteht? Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPD)
