Dr. Susanne Aschhoff
Sehr verehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Kinder und Jugendliche haben während der Coronapandemie nicht nur Schulstunden verpasst. Sie mussten auch im Alltag auf vieles verzichten – auf Kontakte mit Freundinnen und Freunden, den regelmäßigen Sport im Verein, auf Kino, Konzerte und Reisen. Kurzum: Gerade Kinder und Jugendliche hat die Pandemie hart getroffen. Es ist großartig, wie Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen die letzten Monate gemeinsam gemeistert haben. Sie alle und die Kinder und Jugendlichen haben trotz der widrigen Bedingungen ihr Bestes gegeben. Daher möchte ich gleich zu Beginn meinen persönlichen Dank an alle am Schulleben Beteiligten aussprechen. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU) Danke für eure, danke für Ihre Solidarität, Geduld und den nimmermüden Einsatz. eriode – 26. Sitzung – Mittwoch, 26. Januar 2022 (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der CDU sowie des Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD) Jetzt gilt es, diejenigen mitzunehmen, deren Familien in der Pandemie besonders schwere Zeiten durchmachen müssen. Aber wir setzen uns auch weiter dafür ein, alle Kinder und Jugendlichen individuell bestmöglich zu fördern. Die Bildungslaufbahn in diesem Land muss endlich unabhängig von Herkunft und Geldbeutel der Eltern werden. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen – Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Wer regiert eigentlich seit zehn Jahren?) Und, Herr Kollege Fulst-Blei, wir sind so weit: Die Lernstandsdiagnosen ergaben bei 20 bis 25 % der Schülerinnen und Schüler einen Förderbedarf. Inzwischen konnten zahlreiche Pädagoginnen und Pädagogen sowie außerschulische Kooperationspartner für aktuell 12 500 Förderkurse gewonnen werden. Die Zahlen für Anmeldungen und Anfragen wachsen stetig weiter. Hier zeigt sich ein ganz wesentlicher Vorteil des auf zwei Jahre angelegten Programms: Die lange Projektdauer gewährleistet sowohl Kontinuität als auch Flexibilität. Und das Programm bietet in jeder Phase der Pandemie Unterstützung: ob vor Ort in der Schule, bei Wechselmodellen oder auch bei Unterricht im digitalen Raum. Für Bildungsgerechtigkeit ist die bedarfsbezogene Förderung besonders wichtig. Dank des genau dafür vorgesehenen Ausgleichsbudgets können wir mit „Rückenwind“ bereits jetzt dort fördern, wo besonderer Bedarf besteht, und werden es mit der sozialindexbasierten Ressourcenzuweisung für Grundschulen fortsetzen. Das ist grüne Bildungspolitik aus einem Guss, meine Damen und Herren. (Zuruf: Tosender Beifall!) Das Land unterstützt und entlastet die Schulleitungen mit Geld, zusätzlichen Stundendeputaten und der Übernahme von administrativen Aufgaben. Ich war ebenso wie meine Kollegen Erwin Köhler, Thomas Poreski und andere im ganzen Land unterwegs, vor allem auch im ländlichen Raum. Wir haben unsere Netzwerke aktiviert und lassen keine Gelegenheit ungenutzt, um weitere Kooperationspartner zu gewinnen und die Schulen zu informieren. Vielen Dank an dieser Stelle an die vielen Engagierten im Parlament und in den Ministerien. Denn hier wird ressortübergreifend, unkompliziert und engagiert zusammengearbeitet. (Vereinzelt Beifall bei den Grünen) Wir entlasten zudem mit zusätzlichen Stellen, lieber Kollege Fulst-Blei. Für die Schulsozialarbeit werden 95 und für die schulpsychologischen Unterstützungskräfte 23 neue Stellen geschaffen. Dazu kommen 80 FSJler in diesem und bis zu 200 FSJler im kommenden Schuljahr. Genau diese Maßnahmen können besonders für Schülerinnen und Schüler z. B. mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Unterstützung bieten. „Rückenwind“ bringt außerschulische Angebote für Kultur und Sport an die Schulen. Dadurch und durch die Implementierung von multiprofessionellen Teams wird der Ganztag bereits jetzt, vor dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs, auf einen guten Weg gebracht.
