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Bernd Mettenleiter

GRÜNE 10.11.2021 Sitzungen 17/18

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich zitiere: Seit einigen Jahren ist die Zunahme von länger anhaltenden Trockenperioden und eine Häufung von Starkregen zu beobachten. Dieser Satz war aber nicht etwa bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow zu vernehmen, sondern er stammt 1 : 1 aus der Begründung des AfD-Antrags. Für sich allein genommen sind die Informationen zutreffend. Aber: Die Antragsteller von der AfD verschließen sich willentlich der Tatsache, dass diese extremen Wetterereignisse in den größeren Kontext des Klimawandels zu setzen sind. (Zurufe, u. a.: Menschengemacht!) ode – 18. Sitzung – Mittwoch, 10. November 2021 Zum Glück kam es in den mündlichen Ausführungen vor. Sprechen wir von Trinkwasserknappheit und der Lösung dieses Problems, dann geht es um Klimafolgenanpassung. Trotzdem – das ist bezeichnend – wird das Klima, der Klimawandel, also die menschengemachte Erwärmung unserer Atmosphäre im vorliegenden Antrag nicht erwähnt. (Zurufe von der AfD: Zum Thema!) Wie gesagt: Zumindest in Ihren mündlichen Ausführungen war das Thema enthalten. (Zurufe) Aber gerade weil Trinkwasser ein so wichtiges Gut ist, müssen wir eine Versorgung damit sicherstellen. Gerade weil Trinkwasser ein so wichtiges Gut ist, müssen wir das Problem ursächlich angehen, und das erreichen wir mit konsequentem Klimaschutz. (Beifall bei den Grünen und des Abg. Andreas Deuschle CDU) Nur Maßnahmen wie der Ausbau der erneuerbaren Energien, eine Mobilitätswende, eine Reduktion von Flächenverbrauch und -versiegelung können das Problem bei der Wurzel greifen. (Abg. Anton Baron AfD: Sie haben es doch vorhin gehört! – Abg. Bernd Gögel AfD: Spricht er zu dem Antrag?) Ich sage in aller Deutlichkeit: Es reicht nicht, die Symptome zu behandeln. Wir müssen uns insbesondere den Ursachen stellen, um Schlimmeres zu verhindern. Ich möchte klarstellen: Der Bau von Zisternen kann den lokalen Wasserverbrauch reduzieren. Deshalb wird dies in einigen Bereichen sehr wohl gemacht – das wurde beschrieben –: in Haushalten, aber auch in Gärtnereien oder auch in landwirtschaftlichen Produktionsbetrieben für die Bewässerung ihrer Kulturen oder bei der Befüllung von Löschwasserteichen. Regenwasser wird seit jeher vielseitig und sinnvoll gesammelt und eingesetzt. Das schafft in einigen Bereichen tatsächlich Abhilfe. Dass aber die Förderung von Zisternen in privaten Haushalten ein Allheilmittel gegen Trinkwasserknappheit wäre, ist schlichtweg zu kurz gedacht. (Abg. Anton Baron AfD: Sagt doch keiner!) Denn um eine garantierte Qualität zu haben, müssen gewisse Anforderungen an das Trinkwasser erfüllt sein, und dafür sorgt die Trinkwasserverordnung. Kurz gesagt: Wasser ist nicht gleich Wasser, und nicht jede Art von Wasser ist gleich Trinkwasser. Flächendeckend Zisternen aufzustellen reicht also nicht. Damit können wir weder die erforderliche Qualität gewährleisten noch den mengenmäßigen Bedarf unserer kommunalen Wasserversorger decken. Was aber hilft für die nachhaltige Sicherung der Trinkwasserversorgung? Zum einen sind das sinnvolle Investitionen in die drei Säulen der Wasserversorgung in Baden-Württemberg. Dies sind die örtlichen Wasserversorger, die Gruppen- und die (Bernd Mettenleiter) Fernwasserversorgung. Darüber hinaus sind der vorsorgende Schutz und der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser die Grundvoraussetzung dafür, dass wir unseren Trinkwasserbedarf nachhaltig sichern können. Und das Wichtigste ist: Klimaschutz, Klimaschutz, Klimaschutz. Möchten Sie das Problem Trinkwasserknappheit also sinnvoll und nachhaltig angehen, so empfehle ich Ihnen, sich in Zukunft für eine effektive Klimaschutzpolitik starkzumachen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Andreas Deuschle CDU und Gabriele Rolland SPD)

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