Dr. Rainer Balzer
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kollegen Abgeordnete! Kitas – ich sage auch ganz gern noch Kindergärten – haben in der Pandemie alles getan, was sie tun konnten, um die Situation im Bereich des Erträglichen zu halten. Schwierig war die Verordnungslage: fast tägliche Änderungen – vielleicht ist das etwas übertrieben; es gab sie jedenfalls mindestens dreimal in der Woche. Das hat die ganze Situation zermürbend und belastend gemacht, zumal eine Änderung von Regeln Kindern in der Regel nur schwer zu vermitteln ist. Der zweite Punkt ist die Attraktivität des Berufs. Ja nun, meine Damen und Herren: Besoldung und Arbeitszeiten – mehr ist dazu nicht zu sagen. Der eine oder andere weiß: Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr gibt es eine Art Praktikumsentgelt. Ja, was soll man dazu sagen? Warum soll ein junger Mann so eine Ausbildung machen? (Zuruf von der AfD: Ja!) Nur aus Begeisterung für die Kinder? Ja, das ist ein tolles Motiv; intrinsische Motivation. (Zuruf: Und die junge Frau?) Erziehen und Wissen vermitteln, das ist ein schöner Beruf; aber das ist halt ein bisschen dünn als reine Begründung. (Abg. Petra Krebs GRÜNE: Wo ist jetzt der Unter- schied zu einer jungen Frau?) – Da ist keiner da. Aber das können Sie doch selbst in Ihrem eigenen Kopf entscheiden. Das muss ich Ihnen doch nicht sagen, oder? (Zuruf der Abg. Petra Krebs GRÜNE) de – 16. Sitzung – Donnerstag, 21. Oktober 2021 Ich denke, die Einkommenssituation gilt für beide, oder von mir aus für alle 60 Geschlechter; wenn Sie das hören wollen, wenn es Ihnen damit gutgeht. (Beifall bei Abgeordneten der AfD) Danke an den stellvertretenden Landtagspräsidenten, Herrn Born, für das Zitat von Frau Montessori: Was Kinder betrifft, betrifft die Menschheit! Ja. – Man sieht es jetzt bei der Diskussion, wie schwierig es ist, die Familie zu ersetzen. Zum Schluss brauchen wir in der Kindertagesstätte eine eigene Verwaltung, wir brauchen eine Küche, wir brauchen einen Hausmeister. Irgendwann brauchen wir einen digitalen Hausmeister, irgendwann brauchen wir 20 Stunden Betreuung am Tag. Irgendwann komme ich zu dem Satz: Ist es wirklich richtig, dass ein einjähriges Kind abends um halb sieben heult, wenn es von einer fremden Frau, nämlich der Mutter, oder von einem fremden Mann, nämlich dem Vater, abgeholt wird? (Oh-Rufe von der SPD – Zuruf von der SPD: Oh Jes- ses! – Zuruf des Abg. Bernd Gögel AfD) Ist das wirklich das, was wir wollen? Deswegen bin ich der Meinung, das viele Geld könnte man möglicherweise – denken Sie doch jetzt einfach nur einmal mit – für die Stärkung der einen oder anderen Familie nutzen; denn nach meiner Auffassung sollte ein Einkommen reichen, um die Kinder zu Hause zu erziehen. (Beifall des Abg. Anton Baron AfD – Glocke des Prä- sidenten) Steuerliche Entlastung für die Familien, das wäre das Konzept, das wir an dieser Stelle zur Diskussion stellen und eigentlich fordern möchten. Danke sehr. (Beifall bei der AfD)
