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Sarah Schweizer

CDU 21.10.2021 Sitzungen 17/16

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Vom Apfel über das Brot bis hin zu Fisch und Fleisch: 12 Millionen t verschwendete Lebensmittel pro Jahr in Deutschland sind weder ethisch noch wirtschaftlich noch ökologisch vertretbar. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Damit unser Ziel einer Halbierung der Lebensmittelverschwendung erreicht wird, müssen wir alle mithelfen und das Thema Ernährung und vor allem auch die Wertschätzung von Lebensmitteln in die Mitte der Gesellschaft tragen – über die Schulen, über Wochenmärkte, auch über Vor-Ort-Aktionen und digitale Angebote. Das heißt, ran an die Verbraucher, wie es unser Minister gesagt hat. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Liebe SPD, hier ist nicht nur die CDU in der Pflicht, sondern hier freuen wir uns auch über Ihre Vorschläge, wie Sie das angehen wollen – (Zuruf von der SPD: Haben wir doch gemacht!) statt nur Bashing und Worthülsen zu liefern oder uns Staatsdirigismus vorzuwerfen. Das war nicht produktiv. (Beifall bei der CDU – Zurufe der Abg. Anton Baron und Udo Stein AfD) (Sarah Schweizer) Ein wichtiger Hebel sind aus unserer Sicht die regionalen Produkte, weil diese eine ganz andere Wertschätzung genießen als anonyme Waren aus den Großmärkten. Da kann ich auch die SPD beruhigen: Hier sind die Schnittmengen mit den Grünen sehr groß. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Wer nämlich am Wochenende die Landwirte in den Ställen oder auf dem Feld ackern sieht oder den Jäger, der in der Früh auf die Pirsch geht, wer den Angler versunken am Ufer des Sees angeln sieht (Abg. Gabriele Rolland SPD: Romantisch! – Zuruf: Herrlich!) und dann unmittelbar danach die Produkte in den Hofläden kauft, hat eine ganz andere Wertschätzung. Der entwickelt von vornherein ein völlig anderes Bewusstsein für diese Produkte. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Der Minister hat es angesprochen: Sobald alles verkauft ist, gibt es halt nichts mehr. Das heißt, man bekommt nicht 24 Stunden frischen Fisch, man bekommt nicht 24 Stunden frisches Wildfleisch. Das ist dann eben so. Daran müssen wir uns – so glaube ich – als Verbraucher auch gewöhnen und dazu einen anderen Bezug bekommen. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Es geht hier um die Wertschätzung für das Produkt, aber vor allem auch um die Wertschätzung der Erzeuger. Denn die heimischen Erzeuger und Betriebe sind in der Regel auch diejenigen, die bei uns die Arbeitsplätze schaffen, vor Ort verankert und engagiert sind, die Vereine in unserem Land unterstützen und sich in vielerlei Hinsicht für unser Gemeinwesen einbringen. (Beifall bei der CDU) Genau hier liegt auch der Schlüssel für eine höhere Wertschätzung. Das aktuelle Ökobarometer zeigt, dass bereits ein Viertel der Befragten häufiger zu regionalen Produkten greifen. Das ist ein Momentum, das wir jetzt einfach für unsere regionale Lebensmittelerzeugung in Baden-Württemberg aufgreifen müssen. Genau da haben wir, Grüne und CDU, gemeinsam mit unserem Ernährungsminister Peter Hauk bereits wichtige Formate aufs Gleis gebracht. Einige möchte ich besonders herausgreifen, z. B. – das ist schon angesprochen worden – die Aktionswoche „Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land“. Wir haben aber auch erfolgreich das Lebensmittelsiegel „Qualitätszeichen Baden-Württemberg“ und das „Bio-Zeichen Baden-Württemberg“ eingeführt. Aktuell läuft der Prozess zur Einführung eines Qualitätszeichens für Streuobstprodukte. Gerade Baden-Württemberg ist ein Streuobstland. Nirgends gibt es so viele Streuobstwiesen wie hier. Wir brauchen deshalb ein Siegel für Qualität, um der Regionalität einen Preis und einen Wert zu geben. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen) Ein ganz wichtiges Thema ist das heimische Fleisch, das heimische Wild. Es gibt kein regionaleres und natürlicheres Prode – 16. Sitzung – Donnerstag, 21. Oktober 2021 dukt als Wildfleisch. Gerade die Vermarktung von Wildbret bringt eine besondere Wertschätzung für das Gesamtprodukt mit sich. Denn die Jäger sehen nicht nur die Filetstücke. Es wird alles verwertet, vom Rücken über die Keule bis zu den Innereien. Ich meine, da müssen wir wieder hinkommen: Es geht nicht um Rosinenpickerei, sondern man muss die gesamten Produkte verwerten. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Abg. Udo Stein AfD: Jawohl!) Im Regierungsprogramm haben wir die richtigen Weichen gestellt, indem wir die Vermarktung von Wildbret professionalisieren wollen. Wir haben die Aktionen „Wilde Sau“, „Schmeck den Süden“ und „Natürlich. VON DAHEIM“. Das ist der richtige Weg. Daran müssen wir weiter arbeiten. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Lebensmittelverschwendung beginnt und endet mit dem Bewusstsein für die Produkte, egal, ob beim Einkaufen, beim Kochen oder beim Besuch im Restaurant. Wir müssen uns den langen und oft mühsamen Weg von Lebensmitteln, die bei uns täglich auf dem Tisch landen, wieder mehr bewusst machen. Hinter jedem Produkt – vom Feld über Wald und Wiese bis zum Teller – stecken unendlich viel Arbeit, Schweiß und eigene Geschichten. Diese Geschichten müssen wir wieder vermehrt erzählen. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU und Abgeordneten der Grünen – Zuruf von der CDU: Sehr gut!)

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