Dr. Andre Baumann
In Baden-Württemberg haben wir noch keine Rudel. Wir haben einzelne Wölfe. Daher ist die Zuordnung nicht ganz so schwierig, weil es einzelne Tiere sind. Aber Sie sprechen ein Problem an, das durchaus eine Herausforderung ist. Wenn es in einem Gebiet ein Rudel gibt – – Wölfe sind nun einmal grau, man kann sie nicht unbedingt zuordnen. Deswegen hat man im Bundesnaturschutzgesetz in den letzten Monaten eine Nachschärfung vorgenommen, wonach man überprüft, welcher Wolf der Problemwolf sein könnte – das muss man genau prüfen. Der wird abgeschossen. Wenn die Risse weitergehen, wird der nächste, der der Problemwolf sein könnte, abgeschossen. Da hat man einen pragmatischen Vorschlag im Bundesnaturschutzgesetz gemacht. Hierauf antwortete die Europäische Union, dass das möglicherweise nicht dem EU-Recht entspricht. Man geht so pragmatisch wie möglich vor. (Zuruf von der CDU: Der mit dem dicksten Bauch!) Man versucht, pragmatisch vorzugehen, weil das Ziel des Schutzes der Weidetierhalter von großer Bedeutung ist. (Zuruf von der AfD) Wir arbeiten eben mit Jägern zusammen, aber auch mit unserem Entnahmeteam. Zur Tötung eines Problemwolfs – jetzt bitte, Herr Karrais –: Wenn die Tötung eines Wolfs angeordnet wird – und das tun wir; wenn es notwendig ist, dann wird es auch getan –, muss das immer auf der Basis des Naturschutzrechts erfolgen. Wenn ein Wolf im Jagdrecht erfasst wäre, müsste dann eben noch eine jagdrechtliche Genehmigung erfolgen. Dann hätte man zwei Genehmigungen. Das geht nicht unbedingt schneller. Am Ende, wenn wir einen Problemfall haben, muss es schnell und sicher gehen, möglichst ohne Bürokratie. Deswegen meine Bitte: Lassen wir den Wolf im Naturschutzrecht; dort muss er ohnehin sein. Der Wurm muss nicht dem Angler schmecken, er muss dem Fisch schmecken. (Abg. Dr. Markus Rösler GRÜNE: Der Wurm muss dem Wolf schmecken?) ode – 14. Sitzung – Donnerstag, 7. Oktober 2021 Am Ende muss es dann eben bei den Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern ankommen. Deswegen fahren wir fort mit der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Jägerinnen und Jägern, mit den Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern – zum Wohle unseres Landes und unserer Kulturlandschaften. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU – Vereinzelt Beifall bei der SPD)
