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Dr. Patrick Rapp

07.10.2021 Sitzungen 17/14

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Abg. Klauß, vielen Dank für diese Frage. Sie betrifft in der Tat ein spannendes Thema. Sie fragen, welche Chancen und Probleme die Baubranche in Baden-Württemberg sieht, die aus der Technologie der 3-D-Drucker resultieren. Zunächst einmal bleibt festzuhalten: Dieriode – 14. Sitzung – Donnerstag, 7. Oktober 2021 se Automatisierungstechniken mit 3-D-Druck oder auch die Baurobotik bieten für die Baubranche ein nicht unerhebliches Potenzial. Stärkere Digitalisierungen und der Einsatz moderner Fertigungsverfahren können tatsächlich Prozesse vereinfachen oder stark automatisieren. Eine konsequente Digitalisierung der Bauwirtschaft – darauf komme ich auch noch einmal in Bezug auf die Frage der Lehrlinge zu sprechen – beginnt bereits mit der digitalen Bauplanung und geht dann weiter über entsprechende Vermessungsschritte bis hin zur Bauausführung. Es gehören auch die Lieferketten und Beschaffungsprozesse hinzu. Der Einsatz von 3-D-Druckern beschränkt sich in Deutschland bislang noch auf sehr wenige Modellvorhaben. Der 3-D-Druck kann aber in der Zukunft natürlich schon Zukunftspotenzial bringen, gerade auch was die Kostensituation angeht. Derzeit sind die Technologie, aber auch der Einsatz dieser Drucker noch nicht so weit, dass das einen Effekt hätte. Momentan sind die Verfahren im Vergleich noch relativ teuer. Es gibt unterschiedliche Formen. Es können – in den Arabischen Emiraten wird das bereits vorexerziert – ganze Häuser gedruckt werden, es gibt aber auch die Möglichkeit – darauf läuft es in Baden-Württemberg und in Deutschland momentan hinaus –, einzelne Komponenten, vorgefertigt in 3-D-Druckern, an der Baustelle zu verbauen. Wir gehen schon davon aus, dass durch eine gewisse Serienproduktion und durch die Möglichkeit, Produktionsprozesse zu vereinfachen, von der Planung bis zur Ausführung letztendlich auch ein Kosteneffekt entstehen wird. Allerdings ist es aufgrund der geringen Zahl von Modellvorhaben und der Unterschiedlichkeit der Druckverfahren jetzt noch zu früh, eine gültige und valide Aussage dazu zu treffen, ob und in welchem Umfang sich dies kostenreduzierend auswirken kann. Zu Ihrer zweiten Frage: Was macht die Landesregierung mit Blick auf die Ausbildung in den Bauberufen? Zunächst einmal – das ist, denke ich, auch Ihnen bekannt –: Die Ausbildungsordnungen werden auf der Bundesebene entschieden. Die Tarifpartner sind maßgeblich mit eingebunden. Das ist politisch also nicht zwingend eine gestalterische Aufgabe. Nichtsdestotrotz unterstützen wir natürlich im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung in Baden-Württemberg mit jährlich über 6 Millionen € die Weiterentwicklung, die es in diesem Segment gibt. Es geht uns auch darum, Digitalisierungsschritte bereits in die Ausbildung, sowohl in die Didaktik als auch hinterher in die Anwendung der Technologie, mit zu integrieren. Schlussendlich wird das aber von den entsprechenden Branchen selbst mit gesteuert. Wir flankieren dies darüber hinaus über die Allianz für Ausbildung in Baden-Württemberg, wo auch vonseiten der Auszubildenden der unterschiedlichen Betriebe Anreize und Impulse kommen, die dann in die Ausbildungen integriert werden. Vielen Dank.

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