Dr. Timm Kern
Frau Ministerin, Sie haben vom StudiGipfel berichtet und gesagt, der Ministerpräsident habe sich dort auf sehr menschliche Art und Weise mit den Studierenden ausgetauscht, und Sie hätten noch nie so viel Lob wie dort gehört. Ich darf mal aus der „Frankfurter Allgemeinen“ vom 24. Juni dieses Jahres zitieren: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kam erst anderthalb Jahre nach eriode – 13. Sitzung – Mittwoch, 6. Oktober 2021 dem Beginn der Coronapandemie auf die Idee, einen „Studi-Gipfel“ abzuhalten. Die Unzufriedenheit über schlechte Videos, eine mangelnde psychologische Betreuung und die schleppenden Impfungen war so groß, dass Kretschmann sich sogar entschuldigte. Es habe da ein „Wahrnehmungsdefizit“ gegeben. Weil Ältere von der Pandemie stärker betroffen gewesen seien, habe man die jungen Menschen zunächst vergessen. Das unterscheidet sich doch ein kleines bisschen von dem, was Sie gerade berichtet haben. Wie stehen Sie dazu? Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer: Herr Abg. Kern, der Unterschied liegt darin, dass ich vom Sommersemester 2020 spreche und Sie vom Jahr 2021. Ich habe ja eben versucht, zu beschreiben, dass die Dramatisierung der Situation und die Problematik für die Studierenden in der Dauer dieser Onlinephase bestand. Das erste Semester war noch ganz anders und war von einem anderen Spirit getragen: „Wir kriegen das hin.“ Man wusste ja auch nicht, wie lange sich das zieht. Dadurch, dass das Wintersemester dazukam und danach auch noch das nächste Sommersemester, ist die Belastung in der Tat sehr viel größer geworden. Zu dem Zeitpunkt, als der StudiGipfel stattfand, war das die richtige Aussage. Das, was ich beschrieben habe, dieses Lob, das da kam, bezog sich hingegen auf das Semester 1 im neuen Modus. Ich hoffe, ich habe es deutlich machen können: Das ist kein Widerspruch, sondern liegt einfach daran, dass sich die Pandemie so lange hingezogen hat, wie sie es eben getan hat. Ich war mit meinen Ausführungen bereits weitgehend am Ende. Ich möchte noch einmal die Gelegenheit nutzen, auch an die Abgeordneten der Opposition zu appellieren: Diese ständige Veränderung im Studienbetrieb, die durch den Erlass der Corona-Verordnung im Vierwochenrhythmus hervorgerufen wird, ist eine Zumutung, und zwar für diejenigen, die sie erarbeiten müssen, aber vor allem für diejenigen, die permanent mit diesen Veränderungen umgehen müssen. Wir wissen, dass das eine Belastung ist, aber es ist notwendig, solange die Pandemie noch in der Welt ist. Deswegen: Lassen Sie uns vereinbaren, daraus, dass wir diese Anpassungen vornehmen müssen, niemandem einen Vorwurf zu machen, sondern so viel Konstanz, Transparenz und Verlässlichkeit wie möglich in diesen schwierigen Prozess hineinzubringen. Das ist Kraftanstrengung genug. Ich glaube aber, wir machen es in Baden-Württemberg auch nicht ganz schlecht. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU)
