Ralf Nentwich
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Baden-Württemberg ist das Land der Häuslebauer. Wir wissen also bestens, dass auf einem starken Fundament tragende Wände mit einem stabilen Dach stehen können; das Fundament muss dafür wirklich stark gebaut sein. Im Bildungsbereich ist es auch nicht anders. Auch hier brauchen wir nicht nur ein starkes Fundament, sondern ein stabiles Gesamtwerk, das Sicherheit gibt. Für uns in Baden-Württemberg ist klar: Wir wollen die beste Bildung, und wir wollen auch die beste digitale Bildung für die Schülerinnen und Schüler. Die vergangenen anderthalb Jahre haben aufgezeigt, dass im Bereich der digitalen Bildung einiges aufzuholen ist. Da gebe ich dem Kollegen Fulst-Blei völlig recht. Digitale Bildung gehört zweifelsohne zum Fundament einer funktionierenden Schule. Und zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern haben wir uns hierzu auf den Weg gemacht. Der Transformationsprozess ist an jeder Schule eingeläutet. Jetzt gilt es, den eingeschlagenen Weg entschieden weiterzugehen und digitale Bildung als feste Größe zu verankern. Dass das Land Baden-Württemberg digitale Bildung und Digitalisierung anpackt, können wir schon an der Personalaufstellung im Kultusministerium mit Sandra Boser als Staatssekretärin erkennen. Fest steht: Das Bildungshaus von heute braucht eine ausreichende digitale Infrastruktur, die zukunftsfest ist. Eine gute digitale Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für eine gute digitale Bildung. Die kommunale Familie, der Bund und wir haben hier eine gemeinsame Verantwortung. Der Dialog der Schulträgerschaft im 21. Jahrhundert wird hier eine tragfähige, neue Lastenverteilung auch für die Zukunft angehen. Sprechen wir von Digitalisierung an Schulen und des Unterrichts, so nehmen wir oft eine sehr technische Sichtweise auf deren Stand ein. Dies ist zum einen richtig und wichtig. Denn Schulen brauchen tragfähige Grundbedingungen. Sie wurden schon genannt: strukturierte Netzwerke, schnellstmögliche Breitbandanbindungen und in ausreichender Zahl Endgeräte sowie Administratoren dafür. Zum anderen brauchen wir aber auch die Lehrerinnen und Lehrer sowie ihre Kompetenzen, welche die vorhandenen Infrastrukturen anwenden können. Uns gelingt es durch immer spezifischere und passgenaue Lehrerfortbildungen in Präsenz, aber auch in Onlineformaten, die in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben, dem etwas entgegenzusetzen. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Denn der Trend geht immer mehr zu großen Onlinetagungen, Barcamps und innovativen Formaten. Ich sehe da hinten gerade Herrn S., der in diesem Bereich auch vieles auf die Beine gestellt hat. Da werden Tausende von Lehrkräften schnell und innovativ nach vorn gebracht. Das ist in den letzten Monaten vehement und in voller Breite passiert. Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Digitalpakt und die Medienentwicklungsplanung an den Schulen kommen mit großen Schritten voran, auch wenn das nicht immer für jeden gleich sichtbar ist. Denn die Endgeräte laufen jetzt gerade noch indirekt bei uns auf. Ich habe gerade mal eine kleine Umfrage gemacht. Ich bin ja ehemaliger Medienzentrenleiter und eriode – 11. Sitzung – Donnerstag, 22. Juli 2021 habe da wirklich auch den Überblick. Nicht nur Sie, Herr Fulst-Blei, haben gute SMS-Connections zu irgendwelchen Rektoren. Mir haben nun Medienzentrenleiter zurückgemeldet: Wir sind da auf der Zielgeraden – fast 100 000 Geräte in Baden-Württemberg, die von den Medienzentren gerade administriert werden. Das heißt, der Digitalpakt kommt wirklich in der Fläche an. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Die Pandemie hat sie – da stimme ich Ihnen auch zu – beim Digitalpakt schon etwas ausgebremst. Denn die Rektoren sind auch mit der Pandemie beschäftigt und können sich nicht gleich stark um die Medienentwicklungsplanung kümmern. Doch die Kommunen müssen ihre Investitionen – da haben wir während der Pandemie nachgesteuert – nicht zurückhalten. Denn förderfähige Bestandteile können zu jedem Zeitpunkt auch schon vorher eingereicht werden. Und zudem werden die Medienentwicklungspläne mittlerweile schlank und schnell vom Landesmedienzentrum bearbeitet. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU) Auch die angesprochene Beratung läuft über die Kreismedienzentren vor Ort – schlank und schnell, und zwar angebotsneutral. Das Zwischenergebnis kann sich wirklich sehen lassen: 41 % der Schulen in Baden-Württemberg haben bereits einen zertifizierten Medienentwicklungsplan. (Dem Redner wird das Ende seiner Redezeit ange- zeigt.) – Oh! Jetzt muss ich sogar zum Ende kommen. – Kurzum: Wir haben noch eine Strecke zu gehen. Die Pädagoginnen und Pädagogen an den Schulen in Baden-Württemberg und alle, die in der vergangenen Zeit im System beteiligt waren, haben Beeindruckendes geleistet, um digitale Bildung und Digitalisierung an Schulen voranzubringen. Mit den bisher umgesetzten Maßnahmen vonseiten des Landes unterstützen wir diese Entwicklung hin zu einer starken, leistungsfähigen Bildungsinfrastruktur. Wir verbessern nachhaltig und zielorientiert die Grundlagen zum Erwerb von digitalen Kompetenzen an Schulen und das Lehren und Lernen im Zeitalter der Digitalität. So bauen wir ein starkes Fundament mit wichtigen Säulen für ein nachhaltiges und stabiles Bildungssystem in Baden-Württemberg. Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und Abgeordneten der CDU – Bravo-Rufe von den Grünen)
